Druck: Ex Ipsis Rerum Documentis. Beiträge zur Mediävistik. Festschrift für Harald Zimmermann zum 65. Geburtstag, hgg. von Klaus Herbers, Hans Henning Kortüm und Carlo Servatius (1991) S. 233-255.


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Die Vier-Bücher-Sammlung des Cod. Köln, Diözesan- und Dombibl. 124

Zur kirchenrechtlichen Kenntnis im 10. Jh.

Von Gerhard Schmitz

Das 10. Jahrhundert galt lange als das dunkelste des "finsteren" Mittelalters - und für seine ersten Dezennien trifft dies auch zu, zumindest mit Blick auf die Quellen. Mit Schriftlichkeit und Gelehrsamkeit war es schon seit längerem bergab gegangen, und beides erreichte bald einen traurigen Tiefpunkt. Die Quellenarmut gilt auch für das Gebiet des Kirchenrechts, denn zwischen Regino von Prüm († 915) und Burchard von Worms († 1025) klafft eine große Lücke. Dieser Umstand mag denn auch den Versuch rechtfertigen, im folgenden eine einzelne Handschrift und in dieser wiederum vor allem eine vier Bücher umfassende Kanonessammlung zu untersuchen. Beides - Handschrift und Sammlung - sind nicht völlig unbekannt und hier und da sporadisch benutzt worden, aber noch nie ganz und einigermaßen präzise beschrieben worden, wozu unter anderem das Verdikt Paul Fourniers über den zweiten Teil der Handschrift, es handele sich um "une farrago désordonnée" beigetragen haben mag. Sieht man näher zu und beseitigt die durch die Verbindung einer Lage entstandene zusätzliche Verwirrung, so entpuppt sich das angebliche Durcheinander als gar nicht so schlimm. Es lassen sich thematisch-kohärente Textblöcke ausmachen, die durchaus Interesse verdienen.

I. Die Handschrift

In mindestens einer Hinsicht gibt die im wesentlichen von einer Hand geschriebene Handschrift Rätsel auf: Nach den auf Wasserschlebens Analysen aufbauenden Ergebnissen Fourniers schien es klar: Werk und Handschrift sollten aus dem 10. Jahrhundert und dem Seite 234 ostfränkisch-deutschen Gebiet stammen. Vom Paläographischen her ist das entschieden zu korrigieren, die Handschrift ist wesentlich später (s. XI/XII) und bietet "ein typisches Beispiel des Farfa-Stils"[7]. Das ist insofern verblüffend, als die 4-Bücher-Sammlung, aber auch die danach tradierten Pseudoisidorauszüge, nicht auf Italien als Ursprung verweisen. Wohl ist die ursprüngliche Textmasse hier durch italienisches Material angereichert worden[8], und in Italien hat die 4-Bücher-Sammlung auch Rezeptionsspuren hinterlassen: In Cod. Vat. Archivio San Pietro H 58[9] sind fol. 117r-118r insgesamt 16 Kanones rezipiert[10]. Offenbleiben muß, wie und wann die Handschrift den Weg über die Alpen in die Kölner Erzdiözesan- und Dombibliothek[11] gefunden hat.
Der Codex[12] umfaßt insgesamt 240 Blätter und besteht aus einem vorgehefteten Einzelblatt (25 x 16, 5 cm [18, 6 x 10, 5]) sowie insgesamt 30 Quaternionen, wobei beim letzten das Schlußblatt fehlt (26, 8 - 28 x 19 - 19, 8 cm [18, 6 x 12, 5 cm; 20 Zeilen]). Der 25. Quaternio ist, was sich bei den Pseudoisidortexten besonders störend bemerkbar macht, verheftet: Die richtige Abfolge muß lauten: 22, 25, 23, 24, 26 (foll. 170-77; 194-201; 178-85; 186-93, 202-9). Die Tinte ist mittel- bis dunkelbraun, die Schrift im allgemeinen schmucklos, aber gefällig. Initialen, Inskriptionen und Rubriken sind in der Regel in ziemlich hellem Rot gehalten, das aber bisweilen so kräftig ist, daß es ins nahezu Schwarze übergeht. Manchmal sind Inskriptionen und Rubriken in Majuskeln ausgeführt (z. B. fol. 25v, 26r), meist jedoch in Minuskeln. fol. 12v, am Textbeginn der 4-Bücher-Sammlung, findet sich eine recht ansprechende, sich über sechs Zeilen erstreckende, mit Ornamenten verzierte und in den Farben Schwarz, Grün, Rot, Violett und Gelb ausgemalte U-Initiale. Weiteren Schmuck weist der Codex nicht auf.

Ich lasse jetzt die Analyse der Hauptbestandteile der Handschrift (4-Bücher-Sammlung, Pseudoisidor, Gregor- und Cresconius-Exzerpte) folgen (zu den dann folgenden bzw. den der Sammlung voraufgehenden Texten siehe Anhang).

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II. Die 4-Bücher-Sammlung

Die Handschrift überliefert nicht das Original der Sammlung. Das ist leicht zu sehen und auch schon von Fournier festgestellt worden[13]. Der Abschreiber hat sich nicht die geringste Mühe gemacht, die Sammlung in ihrem reinen Bestand wiederzugeben, sondern er hat verständnislos abgeschrieben, was er vorfand, so grotesk das Ergebnis auch sein mochte. Ein Beispiel: Innerhalb des 3. Buches ist fol. 119r unter der Rubrik De eo, quod non nocet ministerium ministrantis contagium vite. In vita sanctorum. Fuit quidam solitarius et veniebat ... ein Stück eingeschoben, das sich in der Collectio in quinque libris 3, 222 findet[14]. Es ist nicht vollständig überliefert, sondern bricht mit Et ecce unvermittelt ab. Der Schreiber fährt ungerührt und völlig zusammenhanglos fort: fratres nostri consuluerunt, quia multos tales a barbaris redimunt. Das Satzfragment läßt sich identifizieren. Es ist der Schluß von c. 72 der Reg. eccl. carth. excerpta, aber nicht direkt hierher, sondern aus dem Anhang der Synode von Worms 868 genommen[15]. So wie dargeboten, ist der Text völlig sinnlos. Es gilt also zunächst, die Texte auszuscheiden, die nicht zum Bestand der Sammlung gehören.

II.1 Die nicht zur 4-Bücher-Sammlung gehörenden Stücke

Was nicht zur Sammlung gehört, ergibt sich zum größten Teil aus dem Vergleich der den einzelnen Büchern vorangestellten Kapitulationes mit dem Corpus der Sammlung selbst, der Zählung oder Nichtzählung innerhalb der Bücher, zum Teil aber auch aus dem Quellencharakter der Stücke und aus dem Kontext. Beides trifft auf die Einschübe nach 1, 74 (fol. 36v-37r) zu. Sie beginnen mit Ex concilio Bracarensi. Si quis per rixam ictum iactans debilem ac deformem fecerat hominem, reddat inpensas ad medicum et macule pretium et opus eius, donec sanetur, restituat et dimidio anno in pane et aqua peniteat. Das Stück findet sich fast wortgleich in verschiedenen Poenitentialien, ohne daß sich die Provenienz mit Sicherheit bestimmen ließe[16]. Es folgen Auszüge aus der Epitome hispanica, und zwar: II, 23, 2. Teil; I, 66; I, 72; II, 1; II, 18 (mit dem Zusatz et per multos annos peniteat); II, 55 (nicht die ähnlich klingenden V, 17 oder I, 78); II, 79 und II, 83[17].

Seite 236

Eine zweite Unterbrechung findet sich nach 2, 10, wo, mit GREGORIUS inskribiert, eingeschoben ist: Quod si sacerdos contaminatus fuerit carnali concupiscentia; quibus orandi et sacrificandi iuge officium est; quo pudore vel sacrificare forsitan usurpavit; quia conscientia; quo merito exaudire se credit, cum scriptum sit: Omnia munda mundis; quoinquinatis et infidelibus nihil est mundum.

In Buch 3 folgt fol. 118v nach c. 49 ein Block von Kanones, welcher, wie schon Fournier erkannte[18], auf die Synode von Auxerre (573-603) zurückgeht, in der Handschrift aber einem Konzil von Macon zugeschrieben wird. Zwischen dem edierten Text der Synode und dem der Handschrift bestehen aber so große Unterschiede, daß ich den Wortlaut der Kanones nach dem Text der Handschrift wiedergebe:

Quod altari, ubi episcopus missam facit, non liceat in ipso die sacerdoti missam celebrare. In synodo Matiscentium. Quod non liceat, ut in synodo super uno altario in uno die missas duas facere neque presbitero in altario, ubi episcopus missas facit, in eodem die missa celebrare, preter si idem episcopus iusserit.
Non licet in noctis sollempnitatibus post mediam noctem bibere.
Non liceat mortuum osculum dare.
Non oportet preceptum cibum vel potum gustare in ecclesia, dum missas faciunt.
De religione abbatum. Si quis abbas in monasterium suum mulierem ingredi permiserit, tribus mensibus in pane et aqua in alio monasterio detrudatur.
Non oportet mulierem nudam manum eucharistiam contingere nec manum ad pallam corporalem mittere.
Si quis sacerdotum contra hec statutam fecerit aut hec non annuntiaverit servandam aut, quibus annuntiatum fuerit, non custodierit, anno uno integro communione privetur[19].

Daran schließt sich das bereits oben angeführte Stück an, das sich auch in der Coll. can. in V libris findet. Nicht in der Kapitulatio verzeichnet ist das Kapitel, zu dem der Schlußsatz aus der Synode von Worms gehört, ebensowenig das folgende. Es ist deshalb fraglich, ob sie wirklich zur Sammlung gehören. Da sie vom Quellenmaterial her nicht auffällig sind, ist hier auch ein Fehler der Kapitulatio nicht ausgeschlossen. Sie sind deshalb unten in der Tabelle als 3, 49a und 49b verzeichnet.

Vor Beginn des 4. Buches (fol. 150v-152r) finden sich ebenfalls zwei nicht angekündigte Texte, die aus c. 15 und 16 des von Hrabanus Maurus 842 an Otgar gerichteten Bußbuches stammen[20].

Seite 237

Uninskribiert, in der Kapitulatio fehlend und deshalb auch nicht zum Corpus der Sammlung gehörend, wenn auch zum vierten Buche thematisch passend, ist der sich anschließende Auszug aus dem römischen Konzil des Papstes Zacharias von 743, in welchem er die in Teilen Germaniens verbreitete Ansicht zurückweist, sein Vorgänger Gregor habe die Ehe im vierten Verwandtschaftsgrad gestattet[21]. Damit ist ein nahtloser Übergang zum vierten Buch selbst geschaffen.

II.2 Quellen und Arbeitsweise des Verfassers

Die unmittelbaren Hauptquellen des Autors zu ermitteln, ist nicht besonders schwierig: Zum einen ist es Reginos Kanonessammlung[22], die dem Autor als Steinbruch diente, zum anderen die Collectio Dacheriana[23] und die Dionysiana. Aus diesen drei Sammlungen sind die ersten beiden Bücher ausschließlich zusammenkomponiert[24].

In den Büchern drei und vier erweitert sich die Palette: Auch hier bilden Dacheriana und Regino die Hauptquellen, aber es treten weitere hinzu: Dem Autor hat eine Sammlung von Beschlüssen der Wormser Synode von 868, des Mainzer Konzils von 888 und des Triburer Konzils von 895 vorgelegen, die diese Synoden Erzbischof Liutbert von Mainz zuschrieb[25]. Ferner ist die Kapitulariensammlung des Ansegis benutzt. Vereinzelt (3, 50-51) sind auch gallische Synoden zitiert. Aus dem Rahmen fallen die Zitate von JE 1817 (Gregor) und JE 2819 (Nikolaus I.). Hier liegen zweifelsohne Einflüsse jener weiter untem im Codex tradierten Materialien Hinkmars von Laon vor. Der Beweis liegt darin, daß der Gregorbrief in eben genau jener Form tradiert ist, in der er sich auch im Pittaciolus findet. Wegen den Sinn verschärfender Auslassungen und Interpolationen hatte Hinkmar von Reims seinen Neffen deshalb der Verfälschung geziehen[26]. Auf letztlich westfränkischen Ursprung weist die Seite 238 Aufnahme der Collectio de raptoribus Hinkmars von Reims. Einsam nehmen sich die beiden Zitate aus Benedictus Levita aus, die wohl kaum dem Werk des Fälschers direkt entnommen wurden, sondern über eine Zwischenquelle in die Sammlung gekommen sind.

Von der Quellenbasis her ist das dritte Buch das vielfältigste. Es fällt jedoch auf, daß das Hinzutreten neuer Quellengruppen eine wichtige andere nahezu verdrängt: die Dionysiana wird immer spärlicher benutzt. Im vierten, dem umfangmäßig kleinsten, ist Reginos Sammlung überhaupt nicht mehr, die Dionysiana allenfalls noch an zwei Stellen verwertet; Hauptquellen bilden die Collectio der Synoden von Worms und Tribur, die Sammlung des Ansegis und die Dacheriana.

Was die Dacheriana angeht, so hat der Sammler eindeutig die interpolierte Form B benutzt[27]. Auch die Vorlage des Ansegis, aus dem insgesamt 21 Kapitel[28] genommen wurden, läßt sich ziemlich präzise identifizieren. Vergleicht man die Lesarten des Ansegis mit denen Seite 239 der Kölner Handschrift und eliminiert man die, welche aller Wahrscheinlichkeit nach den Schreibern anzulasten, die also nicht "ansegistypisch" sind, dann ergibt sich zunächst ein zwiespältiges Bild, denn die Lesarten stimmen bald mit einer Großgruppe des Ansegis überein, bald mit einer anderen. Es gibt indessen einen Codex, der eigentümlich zwischen beiden Gruppen steht: Es ist der Cod. Vat. Reg. lat. 1000 B, und daß der durch diese Handschrift repräsentierte Text vorlag, beweist mehr als alles andere der Zusatz zu Ans. 1, 153 (3, 80): Et si multa sepulchra sunt, hoc ad inquirendum habemus. In der gesamten Ansegistradition hat nur diese eine Handschrift den gleichen Zusatz. Damit ist eindeutig klargestellt, welche Ansegisversion hier vorlag.

Was die benutzte Reginoversion angeht, so ist die Lage komplizierter: Auf Grund der Analyse des der Sammlung vorangestellten Inquisitionskatalogs ist Rudolf Pokorny zu dem Ergebnis gelangt, daß die Kölner Handschrift eine Mittelpositon zwischen den genuinen Reginohandschriften Trier, Stadtbibl. 927/1882 und Luxemburg, Bibl. Nat. 29 einer- und der Version Gotha, Forschungsbibl. II 31 und den Handschriften des interpolierten Regino andererseits einnehme[29]. Andererseits hat bereits Wasserschleben die Ansicht vertreten, der Sammler habe die genuine Version benutzt[30]. In der Tat gibt es Lesarten, die darauf schließen lassen, daß die Versionen des Kölner und Trierer Codex zusammengehen[31], andererseits gibt es auch Stellen, die die gegenteilige Vermutung nahelegen. Es mag hier der Hinweis genügen, daß 2, 169 (=Reg. 1, 428) mit Filii vero beginnt, also mitten im Kapitel. Diesen Kanon aber aufzuspalten und gerade mit Filii ein neues Stück zu beginnen, ist ein klares Charakteristikum der interpolierten Form[32]. Muß es daher einstweilen dabei bleiben, daß - nur gestützt auf Wasserschlebens Edition und ohne neue Aufarbeitung der Reginotradition - eine präzise Zuordnung der Kölner Handschrift zu einem Überlieferungsstrang nicht möglich ist, so ist auch nicht auszuschließen, daß der Text der 4-Bücher-Sammlung für die Überlieferung Reginos von einigem Interesse sein könnte: gerade weil er sich nicht problemlos zuordnen läßt.

Was die Arbeitsweise des Verfassers betrifft, so verdient die Verschiebung der Quellenmassen Beachtung: In den ersten beiden Büchern ist Ansegis und die Collectio der Wormser-Mainzer-Triburer Kanones nicht benutzt, umgekehrt ist von der Dionysiana in Buch 3 und 4 nur noch sehr wenig zu spüren, in Buch 4 auch von Regino nichts mehr. Insofern könnte man auf die Idee kommen, zwischen den ersten beiden und den beiden letzten oder den ersten drei und dem letzten einen Schnitt zu setzen und eine zweiphasige Entstehung der Sammlung anzunehmen. Das hätte durchaus etwas für sich, wenn nicht die Dacheriana zu allen 4 Büchern Material beigetragen hätte. Sie bildet insofern die einigende Klammer der Sammlung, so daß eine einheitliche Entstehung angenommen werden kann.

Selten zwar, aber doch immerhin, gestattet es der Autor, ihm beim Arbeiten geradezu über die Schulter zu sehen. Dabei zeigt er sich als ein durchaus intelligenter, selbständiger Kopf, der sich in seinen Vorlagen relativ gut auskannte. Denn es ist durchaus nicht so, daß er alle Seite 240 Kapitel, die er in einer Sammlung hätte finden können, auch aus dieser übernahm. Bisweilen ließ er sich offensichtlich etwa von der Dacheriana inspirieren, schlug aber dann das entsprechende Kapitel in der Dionysiana nach und zitierte aus dieser. Anders ist es nicht zu erklären, daß er etwa einem Siriciuskapitel aus der Dacheriana eine weitere Dekretale desselben Papstes nachschiebt, die er nur aus der Dionysiana bezogen haben kann (2, 6-8). Diese Arbeitsweise macht eine genaue Provenienzbestimmung bisweilen unmöglich, und nur manchmal kann man sich eindeutig für eine Möglichkeit entscheiden. So ist der Anfang des zweiten Buches ziemlich sicher nach der Dionysiana zitiert[33].

Ohne die konzeptionelle Gestaltungskraft des Sammlers überbewerten zu wollen: Er verfügt zweifelsohne über eine gewisse Selbständigkeit seinen Vorlagen und Texten gegenüber, die er nicht schematisch ausschreibt, sondern die er umgruppiert und durch aus anderen Vorlagen gezogene Kanones ergänzt. Überblickt man das ganze Werk mit seinen insgesamt 503 Kapiteln, so wird man ihm einen gewissen Respekt nicht versagen können. Im ganzen hat er eine nach thematischen Schwerpunkten geordnete Sammlung geschaffen (Buch 1: Bischöfe, Kirchenregiment; Buch 2: Klerus; Buch 3: Einzelne Verstöße gegen das Kirchenrecht; Buch 4: Eherechtliches), der ein größerer Erfolg womöglich nur deshalb nicht zuteil wurde, weil die Umstände der Zeit einer Rezeption im Wege standen, und man wird Fournier beistimmen können in der Feststellung: "Son oeuvre ... n'eut pas le succès qu'elle méritait"[34].

II.3 Entstehungszeit und -ort der Sammlung

Wann unser Anonymus sein Werk konzipierte, läßt sich natürlich nur durch Indizien erschließen. Die handschriftliche Überlieferung bietet keinen Anhaltspunkt. Die untere Grenze bildet die jüngste verwertete Quelle - und das ist Reginos Sammlung. Die obere Grenze ergibt sich durch die erste, wenn auch nicht sonderlich bedeutende Rezeption in Clm 3853, der sich auf das ausgehende 10. Jh. datieren läßt[35]. Dazwischen kann man sich frei entscheiden, aber vermutlich wird man gut daran tun, der Vermutung Wasserschlebens zu folgen, der meinte: "Die Sammlung selbst könnte bald nach Regino abgefaßt seyn"[36], einem Urteil, dem sich auch Fournier anschloß[37].

Seite 241

Was den Entstehungsort der Sammlung angeht, so sind wir ebenfalls auf Mutmaßungen angewiesen, aber es gibt kräftige Indizien: Die intensive Benutzung Reginos läßt an den lothringisch-deutschen Raum denken. Auch die umfängliche Rezeption der Wormser, Mainzer und vor allem der Triburer Kanones weist in diese Richtung. Was die Ansegisvorlage betrifft, so wird diese Tendenz verstärkt. Cod. Vat. Reg. lat. 1000 B - die einzige Handschrift, deren eigentümliche Textversion als Vorlage in Frage kommt - stammt aus dem letzten Drittel des 9. Jahrhunderts und zwar aus Westdeutschland[38]. Kein Zufall mag auch sein, daß wir die gleiche Zusammenstellung von Ps.-Leo und Ps.-Anaclet (s. unten S. 253) auch aus Cod. Salzburg, S. Peter IX 32 kennen: Die Handschrift stammt nach R. Kottje aus Köln[39]. Dem widerspricht auch nicht, daß verschiedene Spuren ins Westfränkische weisen: Materialien Hinkmars von Laon etwa waren auch im lothringischen Raum bekannt[40]. In summa spricht Vieles dafür und wenig bis nichts dagegen, uns die 4-Bücher-Sammlung als im lothringischen (-deutschen) Gebiet in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstanden zu denken. Dabei ist davon auszugehen, daß die Pseudoisidormaterialien schon früh mit der 4-Bücher-Sammlung verbunden waren, jedenfalls bevor die Sammlung nach Italien gelangte, zumal vereinzelte Querbeziehungen sicher sind[41]. In Italien wurde der ursprüngliche Bestand durch weitere Stücke ergänzt[42], um dann, auf welche Weise auch immer, wieder über die Alpen in die Heimat des Hauptteils der Handschrift zu gelangen.

Als Zeuge kirchenrechtlichen Interesses und kanonistischer Aktivität im 10. Jahrhundert verdienen die in der Kölner Handschrift überlieferten Materialien jedenfalls einiges Interesse.

II.4 Der Bestand der Sammlung[43]

fol. 2v beginnt die 4-Büchersammlung. Die Kapitulatio zählt 119 Kapitel[44]. Wie bei Regino ist dem Text der Kanones die Notitia, quid episcopus vel eius minister in sua synodo diligenter inquirere debeant per vicos publicos sive villas parroechias proprie diocesis vorangestellt. Sie ist in sich, aber nicht als Bestandteil der Sammlung gezählt und umfaßt auf Grund von Zählversehen 98 Fragen[45].

Seite 242
1, 1-6 Reg. 1, 1-6
1, 7-16 Reg. 1, 8-17
1, 17-19 Reg. 1, 23-26[46]
1, 20-37 Reg. 1, 27-44[47]
1, 38-41 Reg. 1, 45-48
1, 42-44 Reg. 1, 53-55
1, 45 Reg. 1, 313
1, 46-47 Reg. 1, 353-354
1, 48 Reg. 1, 387
1, 49-51 Reg. 1, 453-455[48]
1, 52-55 Reg. 2, 1-3[49]
1, 56 Reg. 2, 4[50]
1, 57 Reg. 2, 116
1, 58 Reg. 2, 165
1, 59 Reg. 2, 290[51]
1, 60 Reg. 2, 294[52]
1, 61 Reg. 2, 296
1, 62 Reg. 2, 304[53]
1, 63 Reg. 2, 309
1, 64 Reg. 2, 314
1, 65 Reg. 2, 409
1, 66-67 Reg. 2, 412[54]
1, 68-73 Reg. 2, 413-418
1, 74 Reg. 2, 432
1, 75 Can. apost. c. 1[55]
1, 76 Dach. 3, 109
1, 77 Dach. 3, 115
1, 78 Can. in causa Apiarii c. 13[56]
1, 79 Dach. 3, 124[57]
1, 80 Dach. 3, 107
1, 81-82 Reg. eccl. cart. exc. c. 49-50[58]
1, 83 Dach. 3, 121
1, 84 Dach. 3, 28
1, 85 Dach. 3, 22[59]
1, 86 Dach. 3, 23
1, 87 Dach. 3, 125
1, 88 Dach. 3, 112
1, 89 Dach. 3, 106
1, 90 Dach. 3, 111
1, 91 Dach. 3, 113
1, 92 Dach. 3, 117
1, 93 Dach. 3, 119
1, 94-95 Dach. 3, 126-127
1, 96 Dach. 2, 71
1, 97 Dach. 2, 48
1, 98 Dach. 2, 62[60]
1, 99 Dach. 2, 49
1, 100 Laodikea c. 40
1, 101 Dach. 2, 47
1, 102 Dach. 2, 43
1, 103-104 Dach. 2, 31-32
1, 105 Dach. 2, 51
1, 106 Dach. 2, 13
1, 107 Dach. 2, 15
Seite 243
1, 108 Dach. 2, 24
1, 109 Dach. 2, 10
1, 110-111 Dach. 1, 109a-b[61]
1, 112 Dach. 2, 80
1, 113 Dach. 2, 88
1, 114 Dach. 2, 67
1, 115 Dach. 2, 69
1, 116 Dach. 3, 116
1, 117 Dach. 3, 141
1, 118 Dach. 2, 65
1, 119 Dach. 2, 27

Mit EXPLICIT LIBER I endet Buch 1 fol. 54v. Die bis fol 58v reichende Kapitulatio des zweiten Buches zählt 165 Kapitel. Allerdings trifft diese Zählung ebensowenig zu wie die innerhalb des Buches, die bis 162 reicht. Beseitigt man alle Fehler und Irrtümer, dann umfaßt das zweite Buch 173 Kapitel und ist damit das umfangreichste der ganzen Sammlung.

2, 1 Can. apost. c. 2
2, 2 Neocaesarea c. 1
2, 3 Neocaesarea c. 9
2, 4-5 Neocaesarea c. 10-11
2, 6-7 Siricius JK 255 c. 8-9
2, 8 Siricius JK 255 c. 15[62]
2, 9 Gelasius JK 636 c. 11[63]
2, 10 Gelasius JK 636 c. 24
2, 11 Can. apost. c. 17
2, 12 Innocenz JK 314 c. 29
2, 13 Can. apost. c. 18
2, 14 Innocenz JK 303 c. 51
2, 15 Leo JK 402 c. 2
2, 16 Innocenz JK 311 c. 13
2, 17 Siricius JK 255 c. 11
2, 18 Gelasius JK 636 c. 22
2, 19 Can. apost. c. 21
2, 20 Gangra c. 3
2, 21 Gelasius JK 636 c. 14
2, 22 Leo JK 402 c. 1
2, 23 Can. apost. c. 30
2, 24 Dach. 3, 2
2, 25 Dach. 3, 3[64]
2, 26 Dach. 3, 13
2, 27 Dach. 3, 37
2, 28 Coelestin JK 371 c. 20
2, 29 Dach. 3, 34[65]
2, 30 Dach. 2, 94 (89)[66]
Seite 244
2, 31 Dach. 2, 90
2, 32 Dach. 2, 85
2, 33 Dach. 2, 81
2, 34 Dach. 3, 49
2, 35 Dach. 3, 96
2, 36 Can. apost. c. 15
2, 37 Dach. 3, 98
2, 38 Antiochien c. 3
2, 39 Dach. 3, 104
2, 40 Chalkedon c. 20[67]
2, 41 Dach. 2, 84
2, 42 Dach. 2, 100[68]
2, 43 Theodulf, 1. Kapitular c. 16[69]
2, 44 Dach. 3, 5
2, 45 Can. in causa Apiarii c. 6
2, 46 Gelasius JK 636 c. 6
2, 47 Leo JK 402 c. 3[70]
2, 48 Leo JK 402 c. 4[71]
2, 49 Dach. 3, 52[72]
2, 50 Dach. 3, 61
2, 51 Dach. 3, 53
2, 52 Dach. 3, 58
2, 53 Dach. 3, 68
2, 54 Dach. 3, 85[73]
2, 55 Reg. eccl. cart. excerpta c. 54[74]
2, 56 Dach. 3, 154[75]
2, 57 Dach. 3, 156
2, 58 Dach. 3, 158[76]
2, 59 Dach. 3, 93
2, 60 Dach. 2, 29
2, 61 Dach. 2, 37
2, 62 Dach. 2, 35
2, 63 Dach. 2, 39
2, 64 Dach. 2, 38 Seite 245
Seite 245
2, 65 Dach. 2, 93[77]
2, 66 Dach. 2, 36
2, 67 Can. apost. c. 29
2, 68 Can. apost. c. 25
2, 69 Can. apost. c. 33
2, 70-71 Dach. 2, 16-17
2, 72 Dach. 2, 20
2, 73 Can. in causa Apiarii c. 27[78]
2, 74 Can. in causa Apiarii c. 10[79]
2, 75 Can. in causa Apiarii c. 11[80]
2, 76 s. oben Anm. 24.
2, 77 Reg. 1, 74[81]
2, 78 Reg. 1, 78
2, 79-94 Reg. 1, 85-101[82]
2, 95-104 Reg. 1, 123-132
2, 105-112 Reg. 1, 170-177
2, 113-114 Reg. 1, 193-194
2, 115 Reg. 1, 215[83]
2, 116-136 Reg. 1, 220-240
2, 137-149 Reg. 1, 242-254
2, 150-151 Reg. 1, 256-257
2, 152 Reg. 1, 276[84]
2, 153-154 Reg. 1, 277-278
2, 155 Reg. 1, 316
2, 156 Reg. 1, 362
2, 157 Reg. 1, 349[85]
2, 158 Reg. 1, 350
2, 159 Reg. 1, 354
2, 160-164 Reg. 1, 357-361
2, 165 Reg. 1, 404[86]
2, 166 Reg. 1, 406[87]
2, 167 Reg. 1, 405[88]
2, 168 Reg. 1, 427
2, 169 Reg. 1, 428[89]
2, 170 Reg. 2, 326
2, 171 Cap. Angilramni c. 15
2, 172 Cap. Angilramni c. 27
2, 173 Cap. Angilramni c. 43, 1. Hälfte[90]
Seite 246

Die Kapitulatio des 3. Buches umfaßt 154 Kapitel. Sie beginnt fol. 98v und endet fol. 102v. Auch hier stimmt weder diese Zählung noch die des Buches selbst. So springt z. B. in beiden die Zählung von 139 auf 150, ohne daß es Anzeichen dafür gäbe, daß die Vorlage des Schreibers eine entprechende Lücke aufgewiesen hätte. Ferner endet die Kapitulatio bereits mit Reg. 2, 303 (=c. 143 der Sammlung, in der Zählung der Handschrift 152), aber die folgenden Kanones sind ebenfalls aus Regino gezogen, und es kann insoweit nicht zweifelhaft sein, daß sie zum Bestand der Sammlung gehören. Auch kommt es vor, daß in der Kapitulatio Kapitel einzeln aufgeführt werden, die in der Sammlung zu einem zusammenzogen sind (Reg. 2, 266-269). Die folgende Tabelle lehnt sich an die Gliederung des Buches an, korrigiert und ergänzt aber die Versehen und Zählfehler. Danach ergibt sich für das 3. Buch eine Gesamtzahl von 151 Kapiteln.

3, 1 Worms 868 c. 2 (25)[91]
3, 2 Dach. 1, 14
3, 3 Dach. 1, 21
3, 4-5 Dach. 1, 19-20
3, 6 Dach. 1, 22
3, 7-9 Dach. 1, 11-13
3, 10 Dach. 1, 10
3, 11 Dach. 1, 2
3, 12 Dach. 1, 18
3, 13 Dach. 1, 1
3, 14 Dach. 1, 23[92]
3, 15 Dach. 2, 64
3, 16 Dach. 1, 24
3, 17 Dach. 1, 29[93]
3, 18 Dach. 1, 101[94]
3, 19 Tribur 895 c. (55a), (56a), (57a), (58a)[95]
3, 20 Worms 868 c. 16 (26)[96]
3, 21 Ans. 3, 25
3, 22 Ans. 4, 14
3, 23 Worms 868 c. 3 (27)[97]
3, 24 Worms 868 c. 27 (38)[98]
3, 25 Dach. 1, 104[99]
3, 26 Dach. 1, 103
3, 27 Dach. 1, 105
3, 28 Worms 868 c. 5 (29)[100] Seite 247
Seite 247
3, 29 Tribur c. (36a)[101]
3, 30 Worms 868 c. 13 (30)[102]
3, 31 Tribur c. (53a)[103]
3, 32-33 Dach. 1, 110-111[104]
3, 34 Ans. 1, 1
3, 35 Ans. 1, 36
3, 36-37 Can. apost. c. 11-12
3, 38 Antiochien c. 2
3, 39 Antiochien c. 6
3, 40 1. Konzil von Karthago c. 14[105]
3, 41 Nikäa c. 5[106]
3, 42 Gregor JE 1817
3, 43 Nikolaus JE 2819[107]
3, 44 Worms 868 c. 24 (24)[108]
3, 45 Tribur[109]
3, 46-47 Tribur c. (4a) - (4b)[110]
3, 48-49 Mainz 888 c. 7-8[111]
(3, 49a) Worms 868, Anhang c. 70[112]
(3, 49b) Can. apost. c. 47
3, 50 Clermont 535 c. 5[113]
3, 51 Orléans 538 c. 13, Schlußsatz[114]
3, 52 Ps.-Anaclet aus der Coll. de rapt.[115]
3, 53 Ps.-Urban aus der Coll. de rapt.
3, 54 Ps.-Lucius, Einschub Hinkmars, Gregor JE 1614, Augustinus, Tract. in Ev. Joh., Konzil von Agde c. 4 aus der Coll. de rapt.[116]
3, 55 Ben. Lev. 2, 89[117] Seite 248
Seite 248
3, 56 Ben. Lev. 2, 51[118]
3, 57 Dach. 2, 59[119]
3, 58 Ans. 1, 46
3, 59 Dach. 2, 60
3, 60 Dach. 2, 70[120]
3, 61 Can. apost. c. 31
3, 62-63 Dach. 2, 82-83
3, 64 Tribur c. (31a)[121]
3, 65 Ans. 1, 60
3, 66 Ans. 1, 62
3, 67 Dach. 1, 120
3, 68 Dach. 1, 108
3, 69 Dach. 1, 118
3, 70-75 Dach. 1, 94-99
3, 76 Dach. 1, 122
3, 77 Ans. 1, 119
3, 78-79 Ans. 1, 123-124
3, 80 Ans. 1, 153[122]
3, 81 Dach. 2, 96
3, 82 Tribur c. (14a)[123]
3, 83 Dach. 2, 98[124]
3, 84-87 Reg. 1, 293-296
3, 88 Reg. 1, 304[125]
3, 89 Reg. 1, 314
3, 90-92 Reg. 1, 326-328
3, 93-94 Reg. 2, 30-31
3, 95-102 Reg. 2, 34-41
3, 103 Reg. 2, 44
3, 104 Reg. 2, 47
3, 105-107 Reg. 2, 59-61[126]
3, 108-110 Reg. 2, 62-64
3, 111 Reg. 2, 61 (1. Teil)
3, 112 Reg. 2, 65
3, 113 Reg. 2, 66-67[127]
3, 114 Reg. 2, 68
3, 115-118 Reg. 2, 81-84[128]
3, 119-125 Reg. 2, 91-97
3, 126 Reg. 2, 117
3, 127 Reg. 2, 191[129]
3, 128-139 Reg. 2, 266-277
3, 140 Reg. 2, 289
3, 141-143 Reg. 2, 291-293
3, 144 Reg. 2, 295
3, 145 Reg. 2, 303[130]Seite 249
Seite 249
3, 146-148 Reg. 2, 103-105
3, 149 Reg. 2, 107 (ab Nicolai pape) - 108
3, 150 Reg. 2, 109
3, 151 Ankyra c. 9

Das vierte Buch ist das umfangmäßig kürzeste: Die Kapitulatio (fol. 148r-150r) umfaßt 60 Kapitel, was mit der Abfolge im Buch selbst übereinstimmt. Der Text des vierten Buches beginnt fol. 152v.

4, 1 Worms 868 c. 8 (32)[131]
4, 2-4 Dach. 1, 90-92
4, 5 Ans. 1, 111
4, 6 Dach. 1, 53
4, 7 Ans. 1, 48
4, 8 Dach. 1, 54
4, 9 Dach. 1, 93
4, 10 Dach. 1, 78
4, 11 Tribur c. (23a)[132]
4, 12 Tribur c. (24a)[133]
4, 13 Ans. 1, 45
4, 14 Tribur c. (25b)[134]
4, 15 Gelasius JK 636 c. 20[135]
4, 16 Dach. 1, 48
4, 17 Dach. 1, 57
4, 18 Dach. 1, 79
4, 19 Dach. 1, 55
4, 20-25 Dach. 1, 62-67
4, 26-30 Dach. 1, 73-77
4, 31 Ans. 1, 96[136]
4, 32 Can. apost. c. 48
4, 33-34 Dach. 1, 81-82
4, 35 Dach. 1, 80
4, 36-42 Dach. 1, 83-89
4, 43 Tribur c. (41a)[137]
4, 44 Tribur c. (42a)[138]
4, 45 Tribur c. (43a)[139]
4, 46 Tribur c. (44a)[140]
4, 47 Tribur c. (45b)[141]
4, 48 Tribur c. (43b)[142]
4, 49 Dach. 1, 60
4, 50-54 Dach. 1, 68-72
4, 55 Ans. 1, 51
4, 56-58 Ans. 1, 97-99
4, 59 Ans. 4, 21
4, 60 Ans. 4, 16

Folio 168v endet die 4-Bücher-Sammlung ohne einen Explicit-Vermerk.

Seite 250

III. Die Pseudoisidortexte Hinkmars von Laon

Nach einem aus Isidors Etymologien gezogenen Traktat über die ersten vier ökumenischen Synoden[143] beginnt fol. 169v eine Reihe von Pseudoisidorauszügen, die sich als auf Hinkmar von Laon rückführbare Materialien entpuppen. Weder Wasserschleben noch Fournier haben dies erkannt und die Bedeutung der Exzerpte somit auch nicht einschätzen können. Die Exzerpte sind teilweise mit dem Pittaciolus[144] identisch, bieten darüber hinaus aber noch weiteres Material, welches sich - ebenfalls teilweise - mit Exzerpten deckt, die in den gleichfalls auf Hinkmar zurückgehenden Auszugssammlungen des von Horst Fuhrmann untersuchten Cod. Berlin Phill. 1764 zu finden sind[145]. Doch auch hier besteht keine volle Identität.

Die Sammlung hier im einzelnen zu beschreiben, erübrigt sich, weil die Pittaciolus-Edition von Rudolf Schieffer bald erscheinen wird und die Texte dort verwertet sind[146]. Insofern kann ich mich hier auf mehr summarische Angaben beschränken.

Die Auszüge beginnen mit einem Zitat aus Ps.-Victor[147] (c. 5 des Pittaciolus) und werden wie im Pittaciolus mit Ps.-Calixt[148] fortgesetzt. Das sich dort anschließende Lucius-Zitat fehlt. An Ps.-Julius[149] (c. 8 des Pittaciolus, bis ...papam iudicetur) schließt sich der berühmte Gelasius-Brief über die Zweigewaltenlehre an (JK 632)[150]. Er fehlt im Pittaciolus, und inhaltlich wirkt er in der Abfolge der Pseudoisidorauszüge auch völlig fremd. Beziehungen zu Hinkmar von Laon sind indessen trotzdem gegeben. Denn sowohl im Pittaciolus (c. 20) als auch in der 1. Untersammlung von Cod. Phill. 1764 findet sich die Rubrik: Gelasii papae ad Anastasium principem de Acacio in concilio Calcidonensi damnato. Fuhrmann hat die Rätsel dieser an sich unsinnigen Inskription aufgehellt und nachgewiesen, daß der Anfang zu JK 632 gehört: "den Brief selbst zu zitieren wurde aus irgendeinem Grunde unterlassen"[151]. An das Gelasius-Zitat schließt sich Ex decretis Pontiani papae cap XVI an[152]. Ps.-Sixtus[153] und Seite 251 Auszüge aus Benedictus Levita (3, 153; 2, 403; 3, 478; 3, 441; 2, 402) setzen die Sammlung fort. Daß der jüngere Hinkmar die gefälschten Kapitularien kannte, ist sicher, denn seinem Reimser Onkel gegenüber berief er sich gerne auf "die Fülle der Kapitularien der ruhmreichen Kaiser Karl und Ludwig"[154]. Daran schließen sich Pittaciolus c. 2[155], c. 13[156], ein Auszug aus c. 14[157] und der Anfang von c. 15[158] an. Wie im Pittaciolus folgen auch hier die Capitula Angilramni, allerdings in größerem Umfang als dort (bis Par. V)[159]. C. 14[160] des Pittaciolus setzt die Reihe fort. Daran schließt sich die Hinkmar von Laon bestens bekannte[161] sog. Collectio de raptoribus seines Onkels in eben genau der Form an, wie sie sich auch in Cod. Phill. 1764 findet (einschließlich des Zitats von c. 4 des Konzils von Agde)[162]. Die sich nun im Codex anschließenden Stücke gehören nicht mehr zu diesen Exzerpten[163].

Überblickt man die hier tradierte Sammlung, dann ist eindeutig, daß wir es mit sehr wahrscheinlich auf Hinkmar von Laon selbst zurückzuführenden Materialien zu tun haben, die sich eng mit dem Pittaciolus und den Sammlungen des Cod. Phill. 1764 berühren, aber auch überschießende Stücke - vor allem, was die Rezeption des Benedictus Levita angeht - enthalten. Eine genauere Einordnung macht der Codex jedoch schwer, denn er überliefert die Sammlung wohl nicht vollständig und basiert zudem auf einer Vorlage, die ihrerseits schon nicht mehr in Ordnung war[164]. Soviel scheint mir jedenfalls eindeutig: Im Kampf Hinkmars von Laon gegen seinen Onkel spielten aus den pseudoisidorischen Fälschungen gezogene Sammlungen in vielfältigerer Form eine Rolle, als das bisher gedruckte Material widerspiegelt, und die Tatsache, daß solche Texte in Cod. Köln 124 tradiert sind, weist darauf hin, daß diese Sammlungen nicht nur lokal als Kampfmittel verbreitet waren, sondern eine offenkundig breitere Rezeption erfuhren.

Seite 252

IV. Die übrigen Rechtstexte

Im Schlußteil der Handschrift sind noch zwei Schwerpunkte auszumachen: Einmal sind es längere Auszüge aus dem Register Gregors des Großen[165]. Die Exzerpte erscheinen nicht willkürlich, sondern vorwiegend mit Blick auf den cultus idolorum ausgewählt, wobei sich die letzte Stelle mit Unterschieden zwischen lateinischer und griechischer Kirche beschäftigt. Dazu einigermaßen passend schließt sich ein aus Isidors Etymologien gezogener Traktat De heresibus et de scismaticis mit einem Katalog von insgesamt 90 Häresien an[166]. fol. 224v bis 235r folgen einschlägige Kanones. Was weder Fournier noch Wasserschleben erkannten: Es handelt sich um einen immerhin 20 Seiten umfassenden Auszug aus der Kanonessammlung des Cresconius[167].

Was dann bis zum Schluß der Handschrift folgt, sind unsystematische Anhängsel und offenbar mehr oder weniger willkürlich angefügte Lesefrüchte, die eine detaillierte Provenienzanalyse nicht zulassen[168].

Anhang

I. Die vor der 4-Bücher-Sammlung tradierten Texte

Der Codex beginnt fol. 1r mit einem nichtkanonistischen und mit Ysidorus iunior hispaniensis ecclesie episcopus inskribierten Stück, das mit der Feststellung beginnt, daß Christus im Alter von 30 Jahren getauft und nach zweieinhalbjährigem Wirken gekreuzigt wurde. Es folgt die Beschreibung des Tages und der Nacht: Dies autem a media nocte incipit et finit. Deinde media nocte ... Expl.: Crepusculum et matutinum inter abscessum noctis et diei adventum. Das Stück hat starke Parallelen zu Isidors De natura rerum ad Sisebutum regem lib. (Migne PL 83 S. 967 bzw. Isidore de Seville, Trait&ecute; de la nature, Bibl. de l'École des Hautes Études Hispaniques 2, 1960, hg. von J. Fontaine S. 181ff.). Dem folgt c. 20 der can. in causa Apiarii (Migne PL 67 Sp. 190C/D bzw. Concilia Africae, CC 149, 1974, S. 141, 228f.), woran sich unter der Überschrift: Incipit canon constituta vel religio qualiter custodiatur a Silvestro episcopo (sie stammt aus dem römischen Pseudokonzil Silvesters I.: Canonum constitutio, gradus vel religio qualiter custodiatur a Silvestro episcopo urbis Romae domino Constantino, vgl. Mansi 2 Sp. 619) folgender Text anschließt: Presulus nisi in LXXII testes neque presumatur a quemquam iudicari, quoniam scriptum est: Non est discipulus super magistrum. Presbiter autem nisi in XLVII testimonia non dampnabitur; et ipsos testes vires iustos, religiosos, deum timentes et Christum predicantem, quomodo superius legitur (vgl. mit Seite 253 Ausnahme des Schlusses P. Hinschius, Decretales Pseudoisidorianae S. 449, 21-28; worauf sich der Hinweis quomodo superius legitur bezieht, ist unklar. Mit Item alium canon folgt c. 75 des Konzils von Elvira (Concilios visigóticos e hispaño-romanos, hg. von J. Vives, España cristiana, Textos 1, 1963, S. 14). Nur mit Alium inskribiert ist ein bei Pseudoisidor nicht auffindbares Kapitel, das ich in seinem grob fehlerhaften Latein wiedergebe: Cum resedisset in synodo Constantinus augustus et simul cum eo sedentes CLXXVII episcopi et cum eis CCLXXVII presbiteris et diaconi XL et simul cum eis Romanus populus, dum sedisset in thermas, placuit eis et ad omnem Christianorum populus Romanorum, ut nullus laicus audeat clerico crimen ingere(re), nisi sub idoneos testes VII viros iustos, religiosos, teum timentem, Christum predicantem, non inlitteratos, qui filios habeant cum uxores et nepotes et filias etiam nuptam traditas. Der Tagungsort bezieht sich auf das oben bereits genannte angebliche Konzil Silvesters von 324. Ut nullus laicus audeat clerico crimen inferre ist der erste Teil der Rubrik von Ps.-Silvester c. 2 (Hinschius S. 449, 15f.), der Rest ist nach dem Muster Pseudoisidors formuliert, freilich werden dessen ohnehin schon unerfüllbare Anforderungen an Prozeßzeugen noch übertroffen. Die letzten sieben Zeilen von fol. 2r sind frei (radiert).

II. Die auf die Pseudoisidorexzerpte folgenden Texte

An die Collectio de raptoribus schließt sich fol. 190r die Epistola Leonis papae de privilegiis chorepiscoporum an (JK †551, Hinschius S. 628), der ein kurzer Auszug aus Ps.-Anaclet beigegeben ist: exhortari (firmiter sanccitum est). Unde in epistola sua Anacletus papa sic repperitur: Episcopi apostolorum, presbiteri LXX discipulorum locum tenent; et amplius quam isti duo ordines sacerdotum nec nobis collati sunt nec apostoli docuerunt (Ps.-Anaclet c. 28; Episcopi - tenent Hinschius S. 82, 17f., amplius - docuerunt ebd. S. 25f.) In dieser Form sind auch in Cod. Salzburg, S. Peter IX 32 Ps.-Leo und Ps.-Anaclet miteinander verbunden, hier wie dort ist der Schluß des Leo-Briefes leicht verändert (vgl. G. Phillips, Der Codex Salisburgensis S. Petri IX 32, SB. Wien 44, 1863, S. 443f.) Der Salzburger Codex überliefert den Pittaciolus (s. oben Anm. 40) und die Leo-Anaclet Kombination an ganz anderer Stelle. Auch dies zeigt - abgesehen von der inhaltlichen Verschiedenheit - deutlich, daß diese Texte mit den vorhergehenden nichts zu tun haben. Dem folgt ein Brief des Patriarchen Paulinus von Aquileia: Incipit epistola Paulini patriarche Foroiuliensis de Haistulfo, qui uxorem suam occidit causa adulterii propter unius testimonium (MGH Epp. 4, Karol. aevi 2 S. 520ff. Nr. 16 ohne Benutzung der Kölner Handschrift, zum Bekanntheitsgrad dieses Briefes, den Hraban und Hinkmar in Abschriften weiterverschickt haben, vgl. ebd. S. 520 Anm. 1). Dem folgt ein angeblich toletanischer Kanon: Ex concilio Toletano cap XV: Hoc cavendum omnino est, fratres karissimi, ut dum venerint ad vos servi et ancille, quia non sunt in sua potestate ideoque medietatem penitentie eis imponite. Et illud qui... Damit bricht der Text fol 193v ab. Berücksichtigt man die Verheftung des Codex, dann ist mit dem fol. 202r einsetzenden Text fortzusetzen, welcher mit den folgenden Gregorexzerpten sicher nichts zu tun hat: ...verbera aut ignominiosas pro correctionis studio capillorum tonsiones ingeritis deviantibus omnimodis, quia non iudicat deus bis in id ipsum, memento, quia discretio mater est virtutum. Nam ieiunia solvere queunt, postquam flagellati sunt, disfacere flagella non possunt. Ideo in aliquibus Seite 254 verbera cum leviori ieiunio cauto libramine ponderanda sunt, scientes quod oculi domini omnia vident et universa nuda sunt illi. Ideo ergo iudica iuste proximo tuo et quem sanare debuimus et vivificare, ut rei homicide ipsum, qui ad imaginem dei factus est, publice iugulando occidimus. Corrigere autem fratrem dominus iubet, non imponere ei iugum vel onera gravia et importabilia, que vel ipsi uno digito nostro tangere devitamus. Sed quid interrogatus responsurus es omnipotenti iudici, cuius eternam imaginem ad mortem preiudicasti, cum misericors dominus nemini quod facere non potest, requirit. Ich habe den Text nicht verifizieren können. Textverderbnisse bzw. -verluste sind nicht ausgeschlossen. Von der Sache findet man den angeblichen toletanischen Kanon bisweilen in Bußbüchern bzw. einschlägiger Bußliteratur, vgl. etwa H. J. Schmitz, Bußbücher 2 (wie oben Anm. 16) S. 429: Si autem venerint ad vos servi vel ancillae, non eos gravetis quomodo dominos suos, quia non sunt in sua potestate, quomodo dominus ejus; tamen medietatem poenitenitae eis imponite bzw. Ps.-Alkuin (Migne PL 101 Sp. 1199B): Sed et hoc sciendum est ut cum venerint servi vel ancillae ad poenitentiam, non eos cogatis tantum jejunare quantum divites, quia non sunt in sua potestate: ideoque medietatem poenitentiae eis imponite.

III. Die an Cresconius anschließenden Texte

fol. 235r schließt sich an Cresconius an: Item de penitentiis hereticorum, qui ad fidem veram venire satagunt. Si quis ab hereticis... (mit geringen Abweichungen c. 26 der Capitula iudiciorum penitentiae, vgl. Schmitz, Bußbücher 2 S. 242f.). Nicht identifiziert ist das fol. 237r folgende Stück: Exempla beati Augustini. Nullus namque presumat accipere in coniugio spiritualem filiam patris sui, quam ipse eam de sacro fonte suscepit - Ideo denique a tam illicita copulatione omnes abstineant se fideles. Weit verbreitet und sachlich zum Vorhergehenden passend schließt sich an: Alias. Si quis sacerdos cum filia sua spiritualis - et monachicum accipiat habitum. Das Stück findet sich ganz ähnlich im Poenit. Casinense c. 25 (Schmitz, Bußbücher 1 S. 406), im neunten Buch der Sammlung des Cod. Vat. lat. 1349 (1. Viertel 10. Jh., vgl. H. Mordek, Kirchenrecht und Reform im Frankenreich, 1975, S. 138 Anm. 185 und Schmitz, Bußbücher 2 S. 229 und 213 mit Anm. 2), in 2, 79 der 5-Bücher-Sammlung (CC Cont. med. 6, 1970, hg. von M. Fornasari S. 227), als Papst Coelestin zugeschriebenes Kapitel steht es X, 46 in Bonizos Liber de vita christiana (E. Perels, Texte zur Geschichte des Römischen und Kanonischen Rechts im Mittelalter 1, 1930, S. 321), im Polycarp des Kardinals Gregor (4, 41, vgl. U. Horst, Die Kanonessammlung Polycarpus des Gregor von S. Grisogono, MGH Hilfsmittel 5, 1980, S. 162) und bei Gratian (q. 1 C. XXX c. 9). Es schließen sich zwei an kleinere Bußkanones über den Genuß tierischen Blutes, die möglicherweise aus Regino gezogen sind (2, 378 und 379, 1. Satz; zur Sache vgl. Schmitz, Bußbücher 2 im Index s. v. "Blut - geniessen". Wieder auf die Ehehindernisse zwischen Taufpaten und Patenkindern zurück lenkt das folgende Stück: Si mulier debet separari a viro suo, qui filium suum suscipit Deusdedit (= Ps.-Deusdedit JE †2003, bei Burchard 17, 44, Migne PL 140 Sp. 928A-D, im übrigen Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen 1 S. 138f. Anm. 6). Es folgen fol. 238v-240r c. 15-16 aus der Vita Gregors (Paulus Diaconus, Migne PL 75 Sp. 93A-94A) und, als aus dem Konzil von Antiochien stammend ausgegeben, c. 11 des Concilium Vernense von 755 (MGH Capit. 1 S. 35, 26-30). Uninskribiert und auch ohne Initiale ist das vorletzte Stück. Es nimmt ca. ein Seite 255 Drittel von fol. 240r (nur dies ist noch zu lesen) und - soweit erkennbar - ca. 2 Drittel der Verso-Seite ein: (P)ropositum eorum, qui proprio arbitrio aut voluntate ecclesiastice se iuri aut ditioni subiciunt aut tonsorando sub optentu sacre religionis exposcunt, facilis eis ab ecclesie rectore tribuatur assensus. Quod si suadente hu... Die letzten Zeilen des Codex füllt wieder ein Bußkanon: De discretione ciborum et de his, qui immunda commedunt. Theodori. Greci carnem morticinam non dant porcis suis, pellibus ad calciamenta utuntur et lanis et carnibus, tamen non in sanctum aliquid. Si casu commedunt porci aut pulli sanguinem hominis, post I annum manducentur, et semen eorum non est abiciendum (vgl. bis auf den leicht umformulierten Schluß Poenitentiale capitula iudiciorum 23, vgl. Schmitz, Bußbücher 2 [wie Anm. 16] S. 240).


[1] Zur Bewertung vgl. H. Zimmermann, Das dunkle Jahrhundert. Ein historisches Portrait (1971) S. 15ff.

[2] Zusammenfassend G. Schmitz, Regino von Prüm OSB, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 7 (1990) Sp. 1115-1122.

[3] Die Literatur zu Burchard ist nahezu unübersehbar. Grundlegend demnächst H. Hoffmann - R. Pokorny, Das Dekret des Bischofs Burchard von Worms. Textstufen - Frühe Verbreitung - Quellen (MGH Hilfsmittel 12, 1991). Herrn Pokorny danke ich für etliche Ratschläge und Hinweise. So hat er mich u. a. auf die Rezeption der Kölner 4-Bücher-Sammlung in Cod. Rom, Archivio S. Pietro H 58 aufmerksam (s. unten Anm. 10) und mir den Mikrofilm zugänglich gemacht, ferner auf die Epitome hispanica als Quelle für den Einschub in Buch I hingewiesen, s. unten bei Anm. 17.

[4] H. Wasserschleben, Beiträge zur Geschichte der vorgratianischen Kirchenrechtsquellen (1839) S. 20-28; P. Fournier - G. Le Bras, Histoire des collections canoniques en occident 1 (1931) S. 283-290.

[5] Z. B. für die in der 4-Bücher-Sammlung tradierten Canones Wormatienses von W. Hartmann, Das Konzil von Worms. Überlieferung und Bedeutung (Abh. Göttingen, 3. Folge 105, 1977) S. 114.

[6] Hist. des coll. can. S. 283.

[7] Bernhard Bischoff, dem ich für seine briefliche Auskunft vom 25. 9. 1985 danken möchte. Ähnlich Hoffmann (wie oben Anm. 3) Anm. 38 ("zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts in Romanesca").

[8] Nach freundlicher Mitteilung von Prof. H. Mordek sind die Cresconius-Auszüge (s. unten S. 252) italienischen Ursprungs. Dies wird wohl auch für die Exzerpte aus Gregors Register und vielleicht noch für andere, allerdings nicht sonderlich umfangreiche Texte zutreffen.

[9] Zur Datierung F. De Marco, Censimento dei codici dei secoli X-XII, in: Studi Medievali ser. 3, 11 (1970) S. 1132f. und R. E. Reynolds, Excerpta from the Collectio Hibernensis in three Vatican manuscripts, in: Bulletin of Medieval Canon Law 5 (1975) S. 4 Anm. 19.

[10] Es handelt sich um folgende Auszüge aus der 4-Bücher-Sammlung: 3, 96-99; 4, 38-49. Vgl. auch Hoffmann-Pokorny (wie oben Anm. 3) Anm. 38.

[11] Zur Geschichte der Bibliothek vgl. W. Schönartz, Die Kölner Dombibliothek, in: Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dom-Bibliothek zu Köln (Festschrift zur Einweihung des Neubaus der Bibliothek am 10. Nov. 1983) (1985) S. 37ff. bzw. ders., Zur Geschichte und Benutzbarkeit der Handschriftensammlung des Kölner Doms, in: Bulletin of Medieval Canon Law 3 (1973) S. 144-154.

[12] Bisherige Beschreibung: Ph. Jaffé-Wattenbach, Ecclesiae metropolitanae Coloniensis codices manuscripti (1874) S. 52.

[13] Hist. des coll. can. 1 S. 283. Die Abschrift ist aber nicht allzu weit vom Original entfernt. So sind zum Beispiel noch etliche Require-Vermerke von Regino mitüberliefert, die in der 4-Bücher-Sammlung natürlich sinnlos sind (s. z. B. unten Anm. 52 und 53). Auch bei der Dacheriana-Rezeption finden sich deutliche Spuren, die auf den Arbeitsvorgang beim Ausarbeiten des Originals der Sammlung hindeuten (s. unten Anm. 64). Es ist nicht gut vorstellbar, daß diese Stellen einen mehrfachen Kopiervorgang unbeschadet überstanden haben sollen.

[14] Hg. von M. Fornasari, CC cont. med. 6 (1970) S. 421f. Die Rezeption reicht bis S. 422, 10.

[15] CC 149 S. 202, 670f. bzw. S. 46, 265f. Anhang der Synode von Worms c. 70 Mansi 15 Sp. 881B. Zum ursprünglichen Umfang der Synode von Worms vgl. Hartmann, Konzil von Worms (wie Anm 5) S. 37ff., demzufolge die c. 45-80 "eine selbständige kanonistische Arbeit" darstellen (S. 41; vgl. auch die Tabelle 2a S. 126).

[16] Vgl. H. J. Schmitz, Die Bußbücher und das kanonische Bußverfahren 2 (1898) S. 185 (Poenit. Sangall. trip., Iud. Commeani c. 2; aber nicht aus dem Poenit. Cummeani selbst, vgl. F. W. H. Wasserschleben, Die Bußordnungen der abendländischen Kirche, 1851, S. 479 § 22), vgl. ferner Poenit. capit. iudic. II, 2 (Schmitz S. 220).

[17] Hg. von G. Martínez Diez, El Epitome hispanico. Una collecion canonica española del siglo VII (Universidad pontificia de Comillas, 1962) S. 107, 103, 105, 109, 110f.

[18] Hist. des coll. can. S. 285.

[19] Vgl. dazu den edierten Text der Kanones 10, 11, 12, 19, 26, 36, 37 und 45 MGH Conc. 1 S. 179ff. bzw. CC 148A S. 266ff.

[20] Signifikant ist die falsche Inskription: In concilio Neoceriensi cap XXII scriptum est... Zitiert ist jedoch das Konzil von Ankyra; Migne PL 112 Sp. 1411D-1413A, MGH Epp. 5 Karol aevi 3 S. 463, 40-464, 44. C. 16 reicht bis facile est invenire. Zu Hrabans Bußbüchern vgl. R. Kottje, Die Bußbücher Halitgars von Cambrai und des Hrabanus Maurus (Beitr. zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters 8, 1980) S. 139ff., 168ff.

[21] MGH Conc. 2, 1 S. 30, 18-31, 3 ("forma minor").

[22] Libri duo de synodalibus causis et disciplinis ecclesiasticis, hg. von F. W. H. Wasserschleben (1840).

[23] H. Mordek, Zur handschriftlichen Überlieferung der Dacheriana, in: QFIAB 47 (1967) S. 574-595; Ed.: L. d'Achery, Spicilegium 1, 21723, S. 509-564.

[24] Dabei ist abzusehen von 2, 43 (einer vereinzelten Aufnahme einer Bestimmung aus dem 1. Kapitular Theodulfs) und von 2, 76. Hier passen Rubrik und Text nicht zueinander. Die Rubrik Ne presbiteri sine consensu episcoporum per ecclesias constituantur vel ab eis reiciantur erinnert stark an Ansegis 1, 84 (Statutum est, ut sine auctoritate vel consensu episcoporum presbiteri in ecclesiis nec constituantur nec expellantur) bzw. an Ans. 1, 141 (=Konzil von Worms c. 57, Mansi 15 Sp. 879): Ut nullus laicus presbiterum in ecclesia mittere vel eicere praesumat, nisi per consensum episcopi. Dazu paßt der Kapiteltext nicht: Presbiter qui non invidie zelo sed pro perpetrato depositus fuerit scelere ut presbiterii gradu expulsus, amplius in sacerdotali ordine ministrare non audeat. Hier scheint entweder dem Sammler oder bei den - allerdings nicht sehr häufigen - Kopiervorgängen (s. oben Anm. 13) etwas durcheinander geraten zu sein. Befremdlich wirken auch die letzten drei Kapitel, die aus den Capitula Angilramni gezogen sind. Da sich sonst in der gesamten Collectio keine nennenswerte Spur der pseudoisidorischen Fälschungen findet, ist daran zu denken, ob nicht die auf Hinkmar von Laon zurückgehenden Materialien (s. unten S. 250f.) auf die Sammlung eingewirkt haben könnten. In einem Fall ist dies sicher nachweisbar, s. unten Anm. 26.

[25] Dazu Wasserschleben, Beiträge (wie Anm. 4) S. 22ff.

[26] Dazu ausführlich H. Fuhrmann, Fälscher unter sich: Zum Streit zwischen Hinkmar von Reims und Hinkmar von Laon, in: Charles the Bald. Court and Kingdom. Papers based on a Colloquium held in London in April 1979, hg. von M. Gibson und J. Nelson (1981) S. 239ff., wo die beiden Fassungen einander gegenübergestellt sind. Der Gregorbrief beginnt mit Si qui vero - contraria loquuntur. Reg. Epp. XI, 27 (MGH Epp. 2 S. 296, 21-29; in der Edition von D. Norberg CC 140A, 1982, S. 912, 282-294; zur Nachwirkung in kanonistischen Sammlungen vgl. L. M. Hartmann, Epp. 2 S. XXVII). Der Schluß ist etwas verändert, an das Ende des eigentlichen Zitats ist angefügt: et ego et omnes episcopi catholici atque universa ecclesia, quia veritati contraria sentiunt et contraria loquuntur. Der Zusatz findet sich in demselben Gregorschreiben an früherer Stelle: Epp. 2 S. 294, 17f. bzw. CC 140A S. 909, 191-193. Auch der sich anschließende Nikolausbrief verrät durch seine Inskription seine Provenienz: In der 4-Bücher-Sammlung lautet sie: Nicolaus papa Michaheli Grecorum imperatori directa. Prelati iudicium semper inferioribus - damnatio (Ep. 91, MGH Epp. 6, Karol. aevi 4 S. 524, 38-525, 8). Qbwohl der Brief gar nicht an Kaiser Michael ging, sondern an die confratribus nostris archiepiscopis metropolitanis et episcopis Contantinopolitanae sedi subiacentibus..., inskribiert Hinkmar von Laon im Pittaciolus: Ex periocha v. Nicolai papae, praesentis Adriani papae praedecessoris, Michaeli Graecorum imperatori directa (Migne PL 124 Sp. 1021D-1022A und Sp. 1025B-1026A), was der Inskription der 4-Bücher-Sammlung entspricht. Daß die beiden Stücke in den unten beschriebenen Materialien Hinkmars von Laon fehlen, besagt insofern nicht viel. Viel eher ist es ein Hinweis darauf, daß die Pseudoisidorexzerpte entweder schon bei der Ausarbeitung der Sammlung zur Hand waren oder - vielleicht wahrscheinlicher - sehr bald mit ihr verbunden wurden und so ihren Einfluß auf die 4-Bücher-Sammlung nehmen konnten. Wenn dem so ist, dann stimmt gleichzeitig, daß die Exzerpte Hinkmars von Laon nicht mehr vollständig überliefert sind (s. unten bei Anm. 164). Es ist dadurch auch nahezu sicher, daß die wenigen Rückgriffe auf Pseudoisidor (Cap. Angilramni, s. oben Anm. 24) und Benedictus Levita nicht direkt den pseudoisidorischen Fälschungen entnommen sind. Auch die Collectio de raptoribus kann aus diesen Materialien entnommen sein.

[27] Zu den beiden Formen der Dacheriana vgl. G. Le Bras, Les deux formes de la Dacheriana, in: Mélanges P. Fournier (1929) S. 395-414 und vor allem H. Mordek (wie oben Anm. 23) S. 585f., wo einige Unterscheidungskriterien bereitgestellt sind. Anhand dieser lassen sich in der 4-Bücher-Sammlung folgende Kapitel überprüfen: Dach. 1,1 (3, 13); 1, 68 (4, 50); 1, 76 (4,29); 1, 79 (4, 18); 1, 103 (3, 26); und 1, 104 (3, 25) (zur Zählung der beiden letztgenannten vgl. Mordek S. 585 Anm. e). In allen Fällen stimmt der Text der 4-Bücher-Sammlung mit dem von Mordek ermittelten B-Text des Cod. Vat. lat. 1347 überein. Lediglich bei Dach. 1, 103 heißt es a communione (wie A-Form; statt ad communionem) admitti. Das kann aber nicht ins Gewicht fallen, zumal admitti statt abstineri (Form A und AB) aussagekräftiger ist als die möglicherweise auch dem Schreiber des Codex anzulastende Verwechslung von Akkusativ und Ablativ.

[28] Folgende Ansegiskapitel hätte der Autor theoretisch auch aus Regino übernehmen können: 3, 21 = Ans. 3, 25 = Reg. 2, 45; 3, 22 = Ans. 4, 14 = Reg. 2, 32-33; 3, 77 = Ans.1, 119 = Reg. 1, 288; , 78 = Ans. 1, 123 = Reg. 1, 289; 3, 79 = Ans. 1, 124 = Reg. 1, 290; 3, 80 = Ans. 1, 153 = Reg. 1, 125; 4, 7 = Ans. 1, 48 = Reg. 2, 258; 4, 31 = Ans. 1, 96 = Reg. 2, 189; 4, 57 = Ans. 1, 98 = Reg. 2, 157; 4, 58 = Ans. 1, 99 = Reg. 2, 154-155; 4, 60 = Ans. 416 = Reg. 2, 190. Insbesondere der Block 3, 77-79 und hier der bei der 4-Bücher-Sammlung wie bei Regino gleiche Sprung von Ans. 1, 119 auf Ans. 1, 123 könnten den Verdacht nahelegen, der Sammler habe Regino benutzt. Dies trifft aber schon deshalb nicht zu, weil die 4-Bücher-Sammlung mit Ansegis übereinstimmende Rubriken aufweist, die Regino nicht kennt.

[29] Nochmals zur Admonitio synodalis, in: ZRG Kan. 71 (1985) S. 42ff.

[30] Beiträge (wie Anm. 4) S. 20.

[31] Zu vergleichen ist etwa die zu Reg. 1, 100 bei Wasserschleben, Regino S. 67 Anm. 270 wiedergegebene Lesart.

[32] Vgl. Wasserschleben S. 193 Anm. 689.

[33] Die Sequenz der Kanones von Neocaesarea (2, 2-4) etwa könnte auch aus der Dacheriana stammen, aber dort stehen die Kanones an verschiedenen Stellen: Dach. 1, 45-46 und 3, 191. Es ist nun nicht anzunehmen, daß der Verfasser von einem Buch zum anderen sprang, nur um eine Sequenz von neocaesareanischen Kanones zusammenzubringen. Eher ist das Umgekehrte der Fall: Angeregt von der Dacheriana schlug er in der Dionysiana nach.

[34] Fournier-Le Bras (wie Anm. 4) S. 288. Für Fournier war die Sammlung "directement inspirée par l'esprit de la Réforme ecclésiastique telle qu'on la concevait en Germanie dans la première moitié du Xe siècle" (S. 287).

[35] Beiträge S. 28. V. Krause, Die Münchener Handschriften 3851.3853 mit einer Kompilation von 181 Wormser Schlüssen, in: NA 19 (1894) S. 98. Die Rezeption ist freilich umfangreicher, als Krause sie angibt, denn die ganze Kanonesreihe von fol. 41r-43v stammt aus der 4-Bücher-Sammlung: 1,86; 1, 108; 2, 6; 2, 49; 2, 50; 2, 52; 3, 43; 3, 44; 3, 45; 3, 47; 3, 48. Zur Rezeption in der Hs. Rom, Arch. S. Pietro H 58 s. oben Anm. 10.

[36] Beiträge (wie oben Anm. 4) S. 28.

[37] Fournier-Le Bras (wie Anm. 4) S. 288: "dans le premier tiers du Xe siècle".

[38] Freundliche Mitteilung von Bernhard Bischoff vom 9. 11. 1990.

[39] Eine Salzburger Handschrift aus Köln, Rheinische Vierteljahrsblätter 28 (1963) S. 286ff.

[40] Cod. S. Peter IX 32 etwa überliefert den Pittaciolus, vgl. Phillips, in: SB Wien 44 (1863) S. 482f., Fuhrmann, in: DA 27 (1971) S. 519 Anm. 8.

[41] S. oben Anm. 26.

[42] S. oben bei Anm. 8.

[43] Eine präzise Analyse bedürfte eigentlich a) des Abdrucks der Kapitulationes, b) der Wiedergabe der Rubriken, von Incipit und Explicit und c) der Textidentifikation und davon geschieden der Provenienzanalyse (wenn ermittelbar). Dies ist mir hier schon aus Platzgründen unmöglich. Ich habe mich daher für ein letztlich zwar etwas unbefriedigendes, gemischtes Verfahren entschieden, das aber immerhin ausreicht, um den gesamten Bestand der Sammlung erstmalig vollständig zu erschließen.

[44] Kleinere Versehen in der Zählweise des Codex sind stillschweigend korrigiert, ebenso werden irrige Angaben Wasserschlebens bzw. Fourniers ohne Kommentar richtiggestellt.

[45] fol. 6r-12v, s. dazu die Arbeit von R. Pokorny (oben Anm. 29).

[46] C. 26, das mit Tantum statt richtig Statutum beginnt, ist mit c. 25 zu einem Kapitel zusammengezogen.

[47] Reg. 1, 44b fehlt, s. dazu Wasserschleben S. 45 Anm. * und unten 3, 82.

[48] C. 455 reicht nur bis personas unum deum.

[49] Reg. 2, 3 ist in zwei Kapitel geteilt (mit Reliqui ita iurent beginnt ein neues) und zählt daher doppelt.

[50] Mitabgeschrieben ist die Rubrik von Reg. 2, 5.

[51] Mit der Inskription Ex concilio Meldensi cap LXI, die sich aus Reg. 2, 288 erklärt.

[52] Mit dem Vermerk Require cap CCXCVII.

[53] Ebenfalls mit dem Vermerk: Require cap CCLI.

[54] Das Kapitel ist geteilt, mit Allocutio beginnt ein neues Kapitel.

[55] In einer von der Dionysiana etwas abweichenden Form: Episcopus non minus quam a tribus episcopis ordinetur. C. H. Turner, Ecclesiae occidentalis monumenta iuris antiquissima 1 (1899-1930) S. 9.

[56] Aus der Dionysiana, Migne PL 67 Sp. 188D, Concilia Africae, CC 149 S. 137, 121-130.

[57] Die vorhergehende Inskription Ut non liceat episcopum nisi a plurimis ordinari cap XIII Cartag wird wiederholt.

[58] Migne PL 67 Sp. 196B-D, Concilia Africae, CC 149 S. 187, 180-188, 212. Die Kanones werden als cap XVI und XVII bezeichnet.

[59] Ohne den letzten Satz.

[60] Beide Teile, aber nur als ein Kapitel gezählt.

[61] Inskr. von 1, 109b: Ex concilio quo supra cap. XXVI. Die Rubrik ist zum Text geworden: Ut episcopus dissidentes clericos vel laicos concordari compellat.

[62] Nur die erste Hälfte bis promendam esse sententiam, Migne PL 67 Sp. 237B-238A.

[63] Rezipiert auch Dach. 3, 1.

[64] Nach dem Kapitelschluß ...censere stehen noch die Worte: Quod ad clerum criminosi. Dies ist der Anfang der Rubrik von Gelasius c. 18 (=Dach. 3, 4). Der Schreiber liefert hier erneut einen Beweis seiner Unaufmerksamkeit, denn dieser Rubrikfetzen ergibt natürlich keinen Sinn. Andererseits erlaubt dieser Flüchtigkeitsfehler aber auch Rückschlüsse auf das Aussehen seiner Vorlage: Sie kann nicht weit vom Original entfernt gewesen sein, denn daß ein solcher Fehler beim Zusammenstellen des Materials passieren kann, ist noch denkbar, während es kaum vorstellbar ist, daß auch bei einem mehrfachen Kopiervorgang ein solcher Satztorso unangetastet geblieben sein soll.

[65] Einer Rezeption der Dacheriana scheint zunächst im Wege zu stehen, daß dieses Kapitel dort mit Ex eodem cap. X inskribiert ist, während es in der Sammlung Ex concilio Toletano K(apitulum) LXXIII bezeichnet wird, was mit der Hispana übereinstimmt. Andererseits ist die Rubrik De discretione libertorum qui ad ecclesiasticos ordines pervenire possunt vel qui provehi non possunt mit der Dacheriana identisch, während der Schlußteil vel - possunt in der Hispana offenbar fehlt, vgl. Migne PL 84 Sp. 383A.

[66] Zu vergleichen ist die Kapitulatio der Dacheriana, die Hs. d'Acherys hatte im Text eine Lücke, weshalb sich unter c. 89 nur noch der Schlußteil des Kapitels findet.

[67] Migne PL 67 Sp. 175C, E. Schwartz, Acta conciliorum oecumenicorum 2, 2 (1936) S. 59 (151). Hier zeigt sich wieder die bereits oben S. 239f geschilderte Arbeitsweise, denn auch Dach. 3, 104 ist ein Kanon des Konzils von Chalkedon. Das ist kaum anders zu erklären, als daß der Sammler Dionysiana und Dacheriana nebeneinander benutzte und sich von der systematischen zur historisch geordneten Sammlung leiten ließ.

[68] Bei den folgenden Kanones wird deutlich, daß der Codex in gewisser Weise unfertig geblieben ist: Es fehlen teilweise die Rubriken und Inskriptionen, obwohl der Schreiber dafür genügend Raum freigelassen hat.

[69] MGH Capit. episc. 1 (1984), hg. von P. Brommer S. 114, 1-4. Das Kapitel hat weder Inskription noch Rubrik. Eine punktuelle Benutzung Theodulfs ist unwahrscheinlich. Nach Brommer S. 114 Anm. 57 ist dieses "das am stärksten rezipierte Kapitel der Gesetzgebung Theodulfs ... überhaupt".

[70] Auch Dach. 1, 122, aber wegen der präzisen Kapitelangabe k(apitulum) III Leonis wohl nicht von hier.

[71] Auch Dach. 3, 47 und im Gegensatz zum vorhergehenden Kapitel möglicherweise aus der Dacheriana, die im folgenden als Quelle herangezogen ist, s. nächste Anm.

[72] Ganz sicher aus der Dacheriana, denn der Sammler gibt als Inskription Ex concilio hilardensi k(apitulum) LII. Das ist die versehentlich übernommene Kapitelzahl des dritten Buches der Dacheriana.

[73] Rubrik und Text passen nicht zusammen. Die Rubrik lautet: Quod non oporteat peregrinos clericos sine commendaticiis litteris ministrare k(apitulum) XLI cart. Das ist die Rubrik von Dach. 3, 89 (=c. 13 des Konzils von Chalkedon), zitiert ist aber Dach. 3, 85 (=c. 41 der Statuta ecclesiae antiqua, CC 149 S. 348, 211-213).

[74] Ex concilio Africani(!) XXI. Ut alienus clericus minime suscipiatur ab alio. Das ist vom Text her die Rubrik der Dionysiana zu c. 54 der dort durchgezählten afrikanischen Konzile (Migne PL 67 Sp. 198A, CC 149 S. 190, 284). Dazu paßt aber die angegebene Kapitelzahl überhaupt nicht. Diese müßte sich auf die Hispana beziehen, wo sich ein sachlich verwandtes Kapitel findet (Conc. carth. 3, 21: Ut nullus episcopus alienum clericum audeat retinere vel ordinare, Migne PL 84 Sp. 192A, vgl. CC 149 S. 39 c. 19). Die angegebene Kapitelzahl paßt zur Hispana, der wiedergegebene Text ist eindeutig eine Rubrik der Dionysiana (in der Hispana ist das Kapitel folgendermaßen rubriziert: Ut clericum alienum nullus sibi praesumat episcopus [Migne Pl 84 Sp. 196A]).

[75] Nur Rubrik und Inskription.

[76] Die Epistola formata des Atticus, anders als in der Dacheriana sind hier noch die Greca elementa litterarum hinzugefügt.

[77] Die Dacheriana zitiert dieses Kapitel nur zur Hälfte (bis disciplinae), die 4-Bücher-Sammlung bietet den vollständigen Text (JK 402; Migne PL 67 Sp. 280A-B).

[78] CC 149 S. 143, 291-298; auch Dach. 1, 25, aber schon wegen der Rubrik (und auch des Textes) nicht von hier, sondern aus der Dionysiana, Migne PL 67 Sp. 191D-192A.

[79] CC 149 S. 136, 91-101; auch Dach. 2, 12, aber ziemlich sicher nicht von hier, s. nächstes Kapitel.

[80] Fehlt in der Dacheriana.

[81] Ans. 3, 55, aber nicht direkt von dort, sondern aus Regino übernommen, der ab jetzt wieder die Quelle bildet.

[82] Reg. 1, 98 und 99 sind zu einem Kapitel zusammengezogen, deshalb reduziert sich die Zählung um die Ziffer 1.

[83] Mit dem Vermerk Reginos: Require k(apitulum) CCCCXX; (Regino: CCCCXXII libri II).

[84] Ebenfalls mit Require-Vermerk (Require cap CCCXLVII; fehlt bei Wasserschleben, Regino [wie Anm. 22] S. 130).

[85] Hier hat der Sammler - ähnlich wie bei der Rezeption von Dach. 3, 52 (s. oben Anm. 72) - Reginos Kapitelnummer (CCCXLVIII) mitübernommen und zugleich den Require-Vermerk von Reg. 1, 350 beigefügt (versehentlich CCLXXIII).

[86] Rubrik und Inskription von Reg. 1, 403 und Text von Reg. 1, 404.

[87] Ohne jede Rubrik oder Inskription.

[88] Mit Vermerk: Require cap CCCCXXIIII.

[89] Rubriziert mit De filiis non legitimis und beginnend mit Filii vero, vgl. dazu Wasserschleben S. 193 Anm. 689 und oben bei Anm. 32.

[90] Nicht mehr als Bestandteil des Buches, sondern korrekt als c. XV, XXVII und XLIII gezählt (endend mit et vacuum), Hinschius, Decretales Pseudoisidorianae S. 761, 763, 765. S. auch oben Anm. 24. Die Kapitel sind in der Kapitulatio korrekt angekündigt, so daß man sie als zum Buch gehörend wird akzeptieren müssen.

[91] Mit Blick auf die zukünftige Neuedition Zählung nach Hartmann, Konzil von Worms S. 124, die in den bisherigen Editionen gebotene Zählung ist in Klammern gesetzt. Mansi 15 Sp. 873f. Inskription und Rubrik lauten: Sub quam cauta consideratione erga penitentes sacerdos existere debeat. Sinodus Liutberti. Zu den rezipierten Kanones aus Worms vgl. Hartmann S. 114, zu den ähnlich inskribierten Kapiteln von Mainz und Tribur auch Wasserschleben, Beiträge S. 22ff., zu den Rezeptionen aus der Synode von Tribur ebd. S. 168ff. passim.

[92] Beginnt mit Horum qui statt mit Pro his qui.

[93] C. 11 des Konzils von Nikäa mit dem Zusatz: ...id est tribus extra ecclesiam, duobus infra ecclesiam sine communione, sexto communicent.

[94] Die Dacheriana-Inskription Ex concilio quo supra cap. XX wurde mitabgeschrieben, trifft aber natürlich nicht mehr zu, denn zitiert ist das Konzil von Ankyra, nicht das vorher angeführte von Nikäa.

[95] Inskription: Item in synodo domni Liutberti. De eadem re. Apud Mogontiam habita cap. XXXIII. MGH Capit. 2, S. 242, 12-244, 10; 244, 16-245, 2; 245, 8-12; 2455, 15-246, 2.

[96] Mansi 15 Sp. 874. Inskr.: Synodus Liutberti apud Mogontiam habita et apud Wormatiam. De eadem re.

[97] Nicht inskribiert, Mansi 15 Sp. 874, bei Hartmann S. 114 nicht verzeichnet.

[98] Inskr.: Synodus Liutberti apud Wormatiam, Mansi 15 Sp. 876.

[99] Mit der fehlerhaften Inskription Ex concilio Agat(ensi) cap LXIII, die sich aus Dach. 1, 107 erklärt. Zitiert ist c. 6 des Konzils von Elvira.

[100] Mansi 15 Sp. 874. Inskr.: Synodus Liutberti archiepiscopi.

[101] Inskr.: Kap XVII. Ex concilio quo supra. MGH Capit. 2 S. 234, 16-21.

[102] Ohne Inskription, Rubrik: De patricidis et fracidis (!), Mansi 15 Sp. 874f., bei Hartmann S. 114 nicht verzeichnet.

[103] Inskr.: Synodus Liutberti habita apud Mogontiam, MGH Capit. 2 S. 241, 31-33.

[104] Ohne Inskription, ungezählt, aber mit eigener, wenn auch etwas kleinerer Initiale versehen, wird diesen Kanones vorausgeschickt: Ut episcopus dissidentes laicos concordari compellat (=von kleineren Abweichungen abgesehen die Rubrik von Dach. 1, 109b).

[105] CC 149 S. 9, 212-10, 225. Das Kapitel findet sich auch Dach. 2, 92; falls es je von hier genommen wurde, fehlt jedenfalls der Schluß: Universi dixerunt: Placet, placet.

[106] Bei 3, 36-41 fällt auf, daß diese Kanones fast alle auch in Reginos Sammlung dicht beieinander stehen: 3, 36 = Reg. 2, 403; 3, 37 = Reg. 406; 3, 38 = Reg. 402; 3, 39 = Reg. 2, 405; 3, 41 = Reg. 2, 404. Wie ein Textvergleich zeigt, war Regino aber nicht die Quelle. Hat der Autor, von Regino ausgehend, wieder in der Dionysiana nachgeschlagen? Gewisse Schwierigkeiten bietet der afrikanische Kanon, dessen Rubrik eindeutig die Tradition der Hispana verrät. Er könnte aus Dach., 2, 92 stammen.

[107] S. oben Anm. 26.

[108] Inskr.: Synodus Liutberti apud Wormatiam. Mansi 15 Sp. 873.

[109] Das MGH Capit. 2 S. 211 unter der Sternchennote gedruckte Stück hängt engstens mit jenem gefälschten Pseudo-Konzil und -Kapitular "De clericorum percussoribus" (Capit. 1 Nr. 176 S. 359ff., hier S. 360, 40-361, 3) zusammen. Vgl. zur Sache G. Schmitz, Die Waffe der Fälschung zum Schutz der Bedrängten?, in: Fälschungen im Mittelalter 2 (Schriften der MGH 33, 2, 1988) S. 94ff. Inskr.: Item synodus Liutberti apud Mogontiam.

[110] Inskr.: Item apud Triburias. MGH Capit. 2 S. 215, 24-216, 6.

[111] Ersteres rubriziert mit De varia vexatione sacerdotum und letzteres ohne die Anfangsworte Ad aures sanctae synodi, Mansi 18A Sp. 66D-67A. Beide inskribiert mit Item apud Triburias.

[112] S. oben Anm. 15.

[113] In der Kapitulatio als Ex concilio Aurelianensi angekündigt, im Buch selbst mit Item ex eodem concilio inskribiert, MGH Conc. 1 S. 67, 5-8, CC 148A S. 106, 35-38.

[114] Ex eodem concilio in der Kapitulatio, im Buch selbst lediglich rubriziert mit Item de eadem re. Inc.: Si quis vero ecclesiasticam - privetur, MGH Conc. 1 S. 77 bzw. CC 148A S. 120, 149-152.

[115] S. oben S. 238. Innerhalb der Pseudoisidormaterialien ist die Coll. de rapt. in Cod. Köln 124 ein zweites Mal zitiert.

[116] Vgl. Migne PL 126 Sp. 127D-128C. Das dort und auch in Quierzy (MGH Concilia 3 S. 393) noch zitierte 1. Toletanum fehlt hier.

[117] MGH LL 2, 2 S. 78, 4-20. (Item ex capitularibus domni Karoli et Ludowici).

[118] Ebd. S. 76, 14-18. Inskr. und Rubrik lauten: Item in eodem. Ex lege veteri testamenti (Ben. Lev.: De voto non differendo).

[119] Mit etwas divergierendem Anfang: De damnatione eorum qui.

[120] De tricennali praescriptione. Gelasii pp cap LXX. Letzteres verrät die Provenienz, denn hier wurde versehentlich die Kapitelzahl der Dacheriana mit abgeschrieben.

[121] MGH Capit. 2 S. 231, 16-23 (Synodus Liutberti apud Triburias).

[122] Mit dem Nachsatz: Et si multa - inquirendum habemus. S. dazu oben S. 239.

[123] Synodus Liutberti apud Mogontiam, MGH Capit. 2 S. 221, 2-10. S. oben Anm. 47 (Reg. 1, 44).

[124] Wegen der Rubrik nicht Reg. 1, 284. Regino bildet ab jetzt wieder die Quelle.

[125] In den Inquisitionskatalog dieses Ordo ad poenitentiam dandam ist fol. 131v folgender Kanon eingeschoben: Aug(ustinus). Si quis laicus per cupiditatem periuraverit, totas res suas vendat et distribuat pauperibus et conversus in monasterio serviat deo. Et si quis periuraverit, ultra ad sacramentum non admittatur. Der erste Teil findet sich nahezu identisch in etlichen Bußbüchern, vgl. z. B. Poenit. Cummeani c. 15, H. J. Schmitz, Die Bußbücher und die Bußdisziplin der Kirche 1 (1883) S. 664 bzw. weitere über das Register s. v. "Meineid" ermittelbare Stellen. Der zweite Satz, der ja offensichtlich so etwas wie einen eigenen Kanon darstellen soll, findet sich bei Reg. 2, 331, der, wenn die Angabe Wasserschlebens S. 342 Anm. v stimmt, seine Quelle kräftig umformuliert hat.

[126] Von c. 61 nur der 2. Teil (ab Pariens femina), mitabgeschrieben ist der Vermerk require in secundo libello k(apitulum) C (bei Reg.: Require in priori libello, cap. CXXXI).

[127] Zu einem Kapitel zusammengezogen.

[128] Bei c. 84 ist in panem et aquam hinzugefügt.

[129] Identisch mit Reg. 2, 30, s. oben 3, 93.

[130] Mit diesem Kapitel endet die Kapitulatio.

[131] Mansi 15 Sp. 875. Inskr.: Synodus Liutberti Mogontia.

[132] MGH Capit. 2 S. 225, 25-33. Inskr.: Synodus Liutberti apud Wormaciam.

[133] Ebd. S. 226, 26-227, 3. Inskr.: Synodus Liutberti apud Mogontiam.

[134] MGH Capit. 2 S. 227, 29-228, 3. Inskr.: Synodus Liutberti.

[135] Migne PL 67 Sp. 308B. Mit Sicherheit ist Reg. 2, 163 als Quelle auszuscheiden.

[136] Reicht nur bis eligant (MGH Capit. 1 S. 408, 3-7).

[137] MGH Capit. 2 S. 237, 8-13. Inskr.: Item apud Triburias cap XVIIII.

[138] Ebd. S. 237, 25-31. Inskr. wie vor. Gezählt als c. XXIIII.

[139] Ebd. S. 238, 6-11. Inskr. wie vor. Gezählt als c. XXV.

[140] Ebd. S. 238, 24-30. Inskr. wie vor. Gezählt als c. XXVI.

[141] Ebd. S. 239, 22-27. Inskr. wie vor. Gezählt als c. XXVII.

[142] Ebd. S. 238, 13-19. Inskr. wie vor. Gezählt als c. XXVIII.

[143] Etym. lib. VI, 16, 5-9, hg. von W. M. Lindsay (1911).

[144] H. Fuhrmann, Zur Überlieferung des Pittaciolus Bischof Hinkmars von Laon (869), in: DA 27 (1971) S. 517-524. Der Pittaciolus ist gedruckt Migne PL 124 Sp. 1001ff. und - überlieferungsgetreuer - bei J. Sirmond, Hincmari archiepiscopi Remensis opera 2 (Paris 1645) S. 355-376.

[145] H. Fuhrmann, Einfluß und Verbreitung der pseudoisidorischen Fälschungen 3 (Schriften der MGH 24, 3, 1974) S. 633ff.

[146] MGH Concilia IV, Suppl. 2.

[147] P. Hinschius, Decretales Pseudoisidorianae et Capitula Angilramni (1863) S. 128, 10-129, 1.

[148] Hinschius S. 139, 5-17; 139, 20-140, 5.

[149] Ebd. S. 459, 21-460, 3; 460, 20-22; 467, 20-468, 2. Der letzte im Pittaciolus gebotene Abschnitt fehlt.

[150] Ex. epistola Gelasii papae ad Anastasium imperatorem. Duo sunt quippe - voluntatem. Publizistische Sammlungen zum Acacianischen Schisma, hg. von E. Schwartz (Abhandlungen München, NF 10, 1934) S. 20.

[151] Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen 3 S. 676.

[152] Die Kapitelzahl ist nicht erklärlich, denn zitiert ist c. 2, Hinschius S. 147, 13-26.

[153] Ps.-Sixtus, bis ...veritatis videant, Hinschius S. 526, 1-18; umfanggleich findet sich der Auszug in Cod. Phill. 1764, vgl. Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen 3 S. 748.

[154] Vgl. Migne PL 124 Sp. 1032C und 1036C. Ganz ähnlich auch die hier anzutreffende Inskription von Ben. Lev. 2, 403: Kapitularibus gloriosissimorum imperatorum domni Karoli et Ludowici item istud cap(itulum) invenitur.

[155] Ps.-Sixtus, bis ...libenter violat, also kürzer als im Pittaciolus, Hinschius, Decretales Pseudoisidorianae (wie Anm. 90) S. 108, 16-109, 8. Die durch die Verheftung des Codex (s. oben S. 234) entstandene Verwirrung ist in der folgenden Aufstellung beseitigt.

[156] Ps.-Zepherinus; am Ende des Kapitels steht Explicit. Hinschius S. 133, 18-29, Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen 3 S. 744f.

[157] Est etenim - non timuistis, Hinschius S. 466, 29-467, 2.

[158] Ps.-Felix, bis praegravari viderit, Hinschius S. 488, 8-11.

[159] Expl.: oportet negari, Hinschius S. 757-759.

[160] Ps.-Julius, Hinschius S. 464, 14-467, 6; 471, 10-472, 7; 472, 17-473, 4; 473, 9-474, 19.

[161] Er zitiert sie in einem Schreiben an Hinkmar von Reims, Migne PL 124 Sp. 1061C-D.

[162] Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen 3 S. 747f.

[163] S. unten Anhang.

[164] fol. 185r wird die Collectio de raptoribus durch Regino-Auszüge unterbrochen: Reg. 2, 197; 199; 198; 200; 19 (mit dem Nachsatz: Illa mater iuxta homicidia non sponte commissa peniteat, der sich wohl aus Reg. 2, 21 erklärt); 31; 377; 406; 378-379; 443; 446; 124; 125; 224; 225. Die Inskriptionen der Kapitel sind in der Regel unzutreffend, erklären sich aber meist durch Inskriptionen von bei Regino benachbarten Kapiteln. fol. 189r wird die Coll. de rapt. fortgesetzt.

[165] fol. 202v-216v; im einzelnen: Reg. IX, 56, JE 1843 MGH Epp. 2 S. 338, 1-8; S. 338, 9-342, 3; S. 342, 4 - 343, 25; Reg. XI, 10, JE 1800, S. 269, 23-271, 22; Reg. IX, 147, JE 1673, S. 147, 37-149, 14; Reg. IX, 204, JE 1731, S. 192, 20-28; Reg. VIII, 19, JE 1507, S. 21, 12-19; Reg. X, 2, JE 1769, S. 237, 33-238, 12; Reg. IX, 26, JE 1550, S. 59, 8-60, 12.

[166] Etym. lib. VIII, 3-5, hg. von W. M. Lindsay (1911).

[167] Nähere Einzelheiten hier mitzuteilen, erübrigt sich, weil Klaus Zechiel-Eckes (Freiburg) in seiner Dissertation darauf eingehen wird.

[168] S. Anhang.