AHVN 87 (1909), 1-39.

Ferdinand Schmitz: Das Messbuch zu Paffrath1). Zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Send- und grundherrlichen Gerichtswesens.

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So schnell in der Neuzeit der Verkehr bisweilen altgewohnte Pfade verlassen hat und auf neuen Bahnen vorteilhafteren Lebensbedingungen nachgezogen ist, so rasch ist der warme Strom des Lebens in den verlassenen Ortschaften erkaltet und ihre Bedeutung hinter dem Glänze neu aufblühender Gemeinwesen in Schatten gesunken. Jahrhundertelang war der Verkehr des mittelalterlichen Köln mit dem bergischen Wipperfürth und dessen Hinterlande die Köln-Wipperfürther Strasse gezogen, von deren einstiger Bedeutung heute auf einer weiten Strecke nur noch der Name "Alte Strasse"2) und etwa die Ortsbezeichnung "Herweg"3) in kaum noch vernehmbarem Tone sprechen; auch in der Neuzeit war das nicht anders geworden. Er hatte auf seinem Zuge auch das alte Kirchspiel Paffrath berührt, das mit seinen zahlreichen Ortschaften in den Lichtungen eines weiten Waldes verstreut lag, den der Schlossturm zu Bensberg nach Norden hin überschaute. Das Kirchdorf war ein bevorzugtes Kind der kirchlichen Verwaltung zu Köln; an seinem kleinen frühromanischen Kirchlein4) Seite 2 sassen bisweilen gelehrte Pfarrer, Kanoniker des hohen Domstiftes und kaiserliche Notare, und der frische Pulsschlag, der durch die alte Verkehrsader ging, hatte auch hier reges Leben erzeugt. Hier wachte ein kirchliches Sendgericht und ein Hofgericht des Kölner Domkapitels neben dem Amtmanne zu Bensberg über Sittlichkeit und Ordnung, und von dem Umfange einst blühender Töpfereien sowie einer ansehnlichen Dachziegelindustrie legt die arge Zerklüftung der umgebenden Wald- und Ackerflur ebenso beredtes Zeugnis ab, wie vereinzelte Scherbenfunde von ihrer Kunstfertigkeit1). Jetzt geht der Verkehr von Köln nach Wipperfürth über Mülheim a. Rhein durch das Strundertal, und das alte Paffrath ist längst überholt von der Stadt Berg.-Gladbach, um deren Pfarrkirche noch vor hundert Jahren kaum ein Dutzend Häuser stand, und deren Pfarrer wohl damals noch in regelmässigen "Heiligfahrten" nach dem Mutterkirchlein die Anhänglichkeit bekundete, die aus der ehemaligen Zugehörigkeit zu der älteren Pfarre herrührte.

Seit alters erhob der Pfarrer von Paffrath den Zehnten in seinem weiten Pfarrbezirke. Schon am 15. August 1319 schloss Pfarrer Johannes Cauwercim mit dem Domkapitel zu Köln einen Vertrag ab, worin der Umfang seines Zehntgebietes erneut festgelegt wurde. Diese Zehntgefalle bildeten mit Grundrenten, -Zinsen und mannigfaltigen Stolgebühren das Einkommen des Pfarrers. Früh waren diese Einkünfte zum Zwecke eines sicheren Nachweises in "das grosse Messbuch" der Pfarre eingetragen worden, dessen Aufbewahrungsstätte die Kirche war. Aber weder die Heiligkeit des Ortes noch die fromme Scheu vor dem Buche, auf dem in feierlichen Augenblicken die Schwurhand ruhte, hatte die Aufzeichnungen vor dem Frevler sichern können, der im Anfange des 15. Jahrhunderts, wie es scheint, während einer Erledigung der Pfarrstelle 24 Blätter mit Zehnt- und Rentenregistern aus dem Messbuche herausriss und obendrein ausschabte, was, mit dem Blatte auf den Holzdeckel aufgeleimt, dem Ausreissen sich widersetzte. Noch am 7. März 1400 hatte Pfarrer Johannes Boltze nach dem Zeugnisse eines notariellen Protokolls in einer Sitzung des Sendgerichtes das Rentenverzeichnis vorgelesen. Als aber Seite 3 Johannes Voeghe von Dortmund1) am 25. Januar 1444 die Leitung der Pfarre übernahm, war der Frevel bereits geschehen, der nach Voeghes Ansicht einen schlimmen, des Kirchenbannes und der Hölle würdigen Gottesraub bedeutete. Mit Eifer ging dieser Pfarrer, "der zugleich kaiserlicher Notar war, daran, aus zufällig erhaltenen Blättern des Messbuches sowie nach Angaben des Pfarrers Hilbrant Warve von Odenthal und Aussagen, welche Kirchspielsleute auf Befragen vor Gericht machten, ein neues Verzeichnis der Zehnten, Renten und Gulden des Pfarrers herzustellen, und indem er diesen Neuaufzeichnungen auch die kirchlichen und hofrechtlichen Strafbestimmungen hinzufügte für alle, die das Recht von Pfarrer, Kirche und Herrenhof je wieder antasten würden, entstand das neue oder rote Messbuch zu Paffrath, dessen Inhalt im folgenden wenigstens auszugsweise mitgeteilt werden soll.

Das Buch ist ein massig starker Oktavband von 22½ cm Länge und 15 cm Breite. Seine kräftigen Lederdeckel, aussen mit rotem Schafleder in Trapezmusterpressung überzogen, sind innen mit Pergamentblättern ausgeklebt, von denen das vordere auf der Klebeseite mit deutschem Texte aus einem geistlichen Buche in der Schrift des 15. Jahrhunderts, aussen mit lateinischen Messgebeten in der Schrift des 10. Jahrhunderts beschrieben ist; das hintere ist ein beschnittenes Blatt aus einem Graduale mit Schrift und Choralnoten des 10. Jahrhunderts.

Aus zwei Teilen, dem eigentlichen Messbuche und dem Rechtsbuche bestehend, enthält der Band im ersten Teile auf 31 Blättern in der Form des ganzen Buches: Gloria, Credo, die Praefationen für die verschiedenen Sonn- und Festtage mit roten Initialen in lateinischer Buchschrift des 13. (?) Jahrhunderts und in grösserer Buchschrift derselben Zeit, mit einem Crucifixus in hübscher Zeichnung als Vignette, die übrigen Messgebete. In kleinerer Oktavform, 19½ x 14 cm, folgen dann, offenbar ein Rest eines älteren Messbuches, 18 Blätter mit Messgebeten in zierlicher lateinischer Bachschrift und roten oder blauen Initialen doppelspaltig beschrieben; auf dem letzten Blatte ist das Requiem in Konzeptschrift hinzugefügt.

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Das Rechtsbuch zählt 39 Pergamentblätter, die alle, bis auf eins, von der Hand des Paffrather Pfarrers Conrad Voeghe in den Jahren 1448-1452 beschrieben sind. Es enthält l. ein Urbar der Pfarre Paffrath, .das die Einkünfte des Pfarrers aus Grundrenten, Zinsen und Zehnten an der Hand einer von dem Schreiber gezeichneten Kartenskizze der zehntpflichtigen Ortschaften aufführt, 2. Protokolle von Sendgericht und Achtersend, 3. das Weistum des Sendrechts, 4. die Beurkundung des Zehntregisters durch den Notar Conrad Moyr, 5. Nachträge zu diesem Verzeichnis und deren notarielle Beglaubigung, 6. eine Liste der Jahrgedächtnisse, an denen der Paffrather Pfarrer in Nachbarkirchen teilzunehmen hat, 7. ein weiteres Sendgerichtsprotokoll, 8. das Weistum des Hofrechts, 9. die Namen der zur Pfarre Paffrath gehörigen Ortschaften, 10. die Tage der hergebrachten Heiligfahrten, 11. spätere Aufzeichnungen.

Zwei Stücke der ziemlich umfangreichen Vorlage beanspruchen eine besondere Beachtung: das Sendrechtsweistum vom 12. Febr. 1462 und das Weistum des Hofrechts vom 14. Jan. 1454 bezw. 9. April 1460. Abgesehen von ihrem rechtsgeschichtlichen Werte, ist jenes nicht ohne Bedeutung für die Kulturgeschichte der Rheinlande sowohl durch sein Alter als durch seine in alle Verhältnisse, des, kirchlichen Lebens, der Ehe und Familie, des öffentlichen Handels und Wandels eingreifenden Strafbestimmungen, die deutlich genug den Einfluss alter Beichtbücher1) auf die Entwicklung des Sendrechts erkennen lassen würden, auch wenn sie sich nicht zuletzt zu besonderen Beichtvorschriften zuspitzten und dadurch mit Bestimmtheit auf diese Quellen hinwiesen. Von ähnlicher Bedeutung ist das Hofrechtsweistum, wenn es alte Rechtsgewobnheiten bei Jagden der bergiscben Herzoge bewahrt und unter anderem die genauen Vorschriften über Speise und Trank sowie deren, Zubereitung bei den grossen Schauessen der Lehnsleute und Kötter des Hofes wiedergibt.

Zwar war uns das Hofrechtsweistum seinem Inhalte nach; bekannt; im 15. Hefte der Annalen (1864)2) ist von G. Eckertz eine damals im Besitze des Notars Vincenz von Zuccalmaglio zu Seite 5 Grevenbroich befindliche Kopie desselben aus d. J. 1658 veröffentlicht worden, die schon äusserlich an ihrer völlig veränderten Ordnung und der ihrer Zeit angepassten Sprache ihre Verderbt-heit erkennen lässt, aber auch inhaltlich in manchen Punkten so owesentlich von dem Hofrechtsweistum unseres Messbuches abweicht, dass sie als vollgültiger Ersatz für dieses schlechterdings nicht gelten kann. Die Zahl der verderbten Namen und der sinnstörenden Lesefehler ist erheblich, und während auf der einen Seite einzelne Abschnitte fehlen, ist auf der anderen eine beträchtliche Anzahl neuer Bestimmungen hinzugefügt, die den veränderten Zeitverhältnissen Rechnung tragen. Es sind Verordnungen über oden Gebrauch des Baches, über Viehtrift, über die Einfriedigung odes Dorfes durch einen Pfahlzaun, den fünf Falltore verschlossen, über Bau- und Unterhaltungspflicht des Zaunes und der Tore, "endlich über die Besäung von Brachland und das Schicksal des Hofes, wenn ihn die Herrschaft nicht mehr halten und bauen könne.

Mit dieser Kopie stimmt eine andere von W. Harless in Lacomblets Archiv für die Geschichte des Niederrheins1) abgedruckte überein, die offenbar auf derselben alten Hof rolle beruht, die der Schreiber der ersteren als seine Vorlage nennt. Zwar hat sie den Fehler vermieden, den jene mit der Übersetzung der älteren Sprachformen in neuere beging, hat aber diese älteren Formen in einer dem 17. Jahrhundert geläufigen Rechtschreibung wiedergegeben, die dann auch in dem Abdruck beibehalten ist. Auch in dieser Kopie sind besonders bei Namen hie und da Lesefehler untergelaufen. Die Datierungszeile lässt die Bestimmung "des nesten maendages" aus; es müsste ihr somit eine um einen Tag ältere Urschrift als diejenige unseres Messbuches zugrunde liegen.

In unserer Vorlage aber besitzen wir die erste Niederschrift des Paffrather Hofrechtsweistums überhaupt und in ihr einen Bericht über ihre Entstehung, die wohl typisch ist für die schriftliche Aufzeichnung der bis dahin durch mündliche Überlieferung; fortgepflanzten Weistümer, wie sie sich seit dem 13. und 14. Jahrhundert allenthalben vollzogen hat2). Am 15. Januar 1454, morgens 9 Uhr, wurde unser Weistum dem Pfarrer in dessen Eigenschaft als Notar von einem alten Kirchenmeister der Pfarre auf dem Seite 6 Krankenbette, an das er jahrelang gefesselt war, und von dem er sich nicht wieder erheben sollte, in Gegenwart von Zeugen aus dem Gedächtnis in die Feder diktiert. Zur Ergänzung der ersten Aussagen wiederholte sich der Vorgang in den folgenden sechs Jahren noch zweimal, und am 9. April 1460 empfing der körperlich gebrechliche, aber geistig frische Mann "dat hilge sacrament . . op dysses" zur eidesstattlichen Bekräftigung seiner Angaben.

Ganz denselben Eindruck einer Urschrift macht nach seiner Anlage auch das Sendrechtsweistum; wir werden auch hier kaum fehlgehen in der Vermutung, dass auch dieses eine erste Niederschrift, sei, deren Entstehung denselben eben gezeichneten Weggegangen ist, wenn es uns auch nicht, wie in dem Hofrechtsweistum, ausdrücklich bezeugt wird.

Mit den Weistümern sind im folgenden nur diejenigen Abschnitte des Messbuches abgedruckt, welche auf die Weistümer Bezug haben, und soviel auch die Register von Renten und; Zehnten der Pfarre des Interessanten für rechts-, wirtschafts- und sprachgeschichtliche Fragen sowie für die mittelalterliche Topographie des alten Amtes Porz bieten, so müssen sie doch leider wegen Mangels an Raum von der Veröffentlichung ausgeschlossen werden. Für die abgedruckten Stücke ist die in dem Messbuche gegebene Reihenfolge beibehalten. Auslassungen innerhalb derselben sind durch Punktierung angedeutet. Jedem Stücke ist ein Buchstabe und eine kurze Inhaltsangabe in liegender Schrift vorangestellt; wo eine Überschrift ursprünglich vorhanden war, folgt diese in stehender gesperrter Schrift. In Schreibweise und Zeichensetzung sind die Vorschriften der Rheinischen Gesellschaft für Geschichtskunde befolgt.

a. Brief des Dechanten Hilbrand Warve von Odenthal an dem, Pfarrer zu Paffrath in Zehntangelegenheiten und Rechtfertigung des Letzteren.

1. Hilbrandus pastor in Odendaeren1), decanus Tuiciensis.
Dem erberen Conradum Voeghen, pastor to Paffrode, sime guden vrunde. | Leive pastor, mir is hemelichen geopenbart, so wo gi den herscho|pe eins deels urs teinden volgen laessen mit namen Seite 7 Heydenriches gu|de van deme Nusboeme1) van Telmans erve in dem Daele, an Nusbo|mer weze, in den Hoven2), in den Erlen unde Kerstychens erve tzom Nus|bome, an dem Graffwege boven den VII morgen, dar boven dat Johan|nes van Wermelskirchen, scholtze tzo Paffrode, Conrade unde Petere gebro|dere van deme Steynhues aff gald, unde is Steynhuser erve. Item van Michels j erve IIII morgen dar bi unde is ock Steynhuser erve. Item Hans op dem | Berge, dem alden molenere, dem si gi so gunstich, dat i eme iarlix gulde bekennen, nementliken II garven teinden, dar ir ur kerken recht mede verkorten. Item Wylme Vasbendere ock so gunstich sin, dat gi eme laten dei rige eicken, dei op urme lande stain, langes deme alden kirchwege. Kirchwech ein anweide is tuschen uch unde eme, to warteken, dat ir unde ur kerspelslude dar ein dach hadden unde dat besagen unde en wolde des bi en niet bliven, unde ir blevens bi uren kirchmesteren unde dar en wart ock niet ud, ir blevens bi dem scholtzen van Scleebusch3), Wylme, dar en wart ock niet ud, want ir sint en so gunstich, dat ir ur kerken recht nit en volgen; denket an den eed, den ir gedain had, unde maket dat anders. Got si mit uch.

.....

4. Disse breif heldet van mime herschope hern Oelriche van Mensyngen rittere4) etc. unde siner husvrowen Stynen, dei ich leif und werd hebbe; kunde ich wat gedain um eren willen to leifnusse unde to vruntschope, dat mi to doine stonde, des en wolde ich niet laten, wante ich hain al so bi en gewest disse nesten geleeden V iar um den trend, dat ich van en niet anders vernomen en hebbe dan erbercheit, leivede unde vruntschop unde danken en alles gudes unde wil min gebed altid mit en deilen. Unde sei en begern noch hand begerd mins teinden mit allen nied, dat ich gevreschen off vernemen mochte. As ich Conradus Voeghe, pastor to Paffrode vorss., in iaren unses hern dusent veirhundert acht unde veirtich op sunte Matheus dachin margine) in der kirchen vorss. vor den kerspelsluden oppenbaer bekant unde al daer verkundegede.

.....

6. Disse veir vorgenanten registere5) hebben ich verkundiget, as vorss. is. Unde gebeyden alle minen kerspelsluden edel unde unedel man unde vrowen, dat sich ein idlich dar inne entsinnen., tegen dat men der hilger kirchen to Paffrode gerichte unde send nu allernest sittet, unde mi dan hir op so daene saken raed geven, Seite 8 dat ich dar recht mede do, op des gein noed en si, also op minen eed to schriven off to vermanen, gelich mine hern dechen vorss. mir in Schriften vorss. ermant hevet, unde hebbent des XXIII weken .dages gehat sich to beraden.

.....

9. Id wer mi noed, dat ich dei abnissen vorder eeschede van minen leiven heren, doimheren to Collen, dat ich computencien krege, so veele, dat ich mich mochte behelpen. Dei teinde en kunde ich nu hoger brengen, dan op II molder roggnen unde II molder haveren. Mer dei wile mi dei gude, sarnen in dem swartzen creitze1) begriffen, niet sementlichen teinden en geven, so werde mi sune ein antwerde, ich leisse eim anderen dei teinden2) etc. Dat register in dem misseboeke hevet doch begrepen dei teinden al, dei in dem creitze an guden benoment sint, dem pastor den teinden reeken sementliken unde ungedeilt.

10. Id mach wol verwunderen eime idlichen rechtveirdigen berven cristenen menschen, dat einich creatur van gode geschapen, se sod, so geck, so twelenden ummer sin mach, dat id gode sime schepper, den hilgen, sinen broderen unde susteren, unde der hilger kirchen, siner wol getzireder brued, so deger unde gaer under dei vote tredet, dat id ud dem misseboeke blader ud riten dar, sint dei male ein idlich prester unde der paes to Rome selver to allen veir hochtiden moten verbannen alle dei gene deive unde deifinnen, nementlike alle dei genen, dei gode unde der hilger kirchen dat er afhendich machen unde schedigen mit allen anderen sachen, dei men dan verbannen moes. Ich hebbe sei geschreven creatur, unde niet menschen, want sei nied menschliker werke gedain en hant. Unde David in den salter daer op spricht: "In dem arbeide der menschen sint sei nit, dar ume en solen sei nied gegeiselt werden noch gepiniget mit den menschen. So mach men wol merken, want sei duvels werck gedain hant, dat sei dar ume duvels pine liden moten." Sunt Augustinus spricht: "Under allen doden is dei ban dei swareste doet. Unde en is ock neinich prester noch der paes selver, dei dei macht have, dat hei dat vorgenante creatur ud dem banne erlosen moge, id en si toin eirsten weder gegeven, dat dar genomen unde geschediget is"; dit betuget sunte Paulus sprechende: "Dei sunde en werdent nit vergeven, id en si dan toi eirsten weder gegeven, dat dar genomen is."

11. Item mir is in dissen saken teinden des pastors angelacht Seite 9 manigerleie varve mit namen: vael, geel, greune unde blae, greselich, swarts unde grae. Ich nennen schalkheit, ich en nennen niet waer, dit register hebbet mi twe man getwungen to schriven, dei mi loveden disse varve leren machen; ich bin to dul, ich en kan er niet geleren.

b. Ankündigung des Sendes und Sitzung desselben.

1. In den iaren unses heren dusent veir hundert unde XLIX des sundages der hilgen iuncfrowenin margine 1) in margine) dach sunte Julliane eirstworf , sunte Peters dagein margine 2) ad cattedram anderworf, unde sunte Mathias dagein margine 3) derde werf, des eirsten sundages in der vastenin margine 4) veirdeworf boven recht verkundigede ich den hilgen seind unde sprach alsus as hir na beschreven:

2. "Min her der dechen wil den hilgen seint to Paffrode besitten des anderen sundages in der vastenin margine 5) vro to misse tid um teinden, renten unde gulde unde ander renten der hilger kirchen, as ir wol hebben gehort vertellen in breiven unde registeren dar van inholdende waren. Dar somige kerspelslude ock vernomed. Sei unde er erve kornen dar bi unde brengen kunde, dei sei hebben; men en sal en rechtes nied weigeren unde gebeiden allen kerspelsluden to Paffrode den oversten husheren van dem hues vor dat gerichte bi einer pinen des bannes unde II marck Colsch, half vallende mine genedigen heren van dem Berge unde dei ander helfte mime heren van Collen unde dem pastor to Paffrode, unde der kirchen to Paffrode II punt wasses ud to gevene, dei dar nicht en queme. Id en neme lives noed off heren noed, dei men bewisen mochte. Unde al hir to richten, so wes gode, sunte Clementis1) unde der hilger kirchen noed were to richten. Dei lanthere mach disse bruche ud doin peinden, also dat eim idlichen werde, dat ein vellich is, as vorss. is."

3. In dem selven iaere op den anderen sundach in der vastenin margine 6) wart dat hilge gerichte des sendes beseten to Paffrode in der kirchen overmits heren Joeste, pastor to Gladbach, in steden des dechens mins heren vorss., unde overmits mi Conradus, pastor to Paffrode vorss. Dabi waren erbermans mit namen Teile van Hadborn2), Henneche van dem Bochel, Hans Teschman, Peter van Borstberch3) unde ander lude genoech, kerspelslude to Paffrode.

4. Item in dem gerichte laes ich mit oppenbaeren verstentliken steimmen disse gegenwordigen registeren unde togede unde betugede mit den registere in dem misseboeke dat gevunden prothocol unde register, dat ein notarius geschreven hadde, van heren Johane Seite 10


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Cauwercim1), so wo sei alleins heilden unde dat prothocol unde registere, dat ock ein notarius gescreven hadde, van heren Johanne Boltzen2) unde geboed den scheffen unde den fcerspelsluden to Paffrode, dat sei sementlike bi ein gengen unde bereiden sich hir op: off sei hedden horen nennen einiche erven off einiche stucke, dat dem pastoere to Paffrode geinen tenden en geve, off einiche erve oder stucke anders genennet were, dan id were. Unde sind dei male dat disse veir registere wisten unde sprechen as dat misseboeck, off sei anders wisten, dan dat men deme misseboeke geloven solde: sei antwerden, sei en straften des misseboches nied.
     5.	Hans op dem Berge ich vrage dich, off du ock kunde
hevest van dime tzenden, unde dei «n was nied dar, noch neimans
van siner wegen, dei dar antwerde geve.
      6. Wyllem Vasbender, ich vrage dich, off du oek kunde ttaves
op dei rige eiken, unde dei en was ock nied dar, noch neimans
van siner wegen, dei dar antwerde geve.
      7. Item scheffen unde ir kerspelslude, ich gebeiden uch, dat
ir to samen gain unde beraden uch, off uch dat kundich si, dat
Hans op dem Berge off sin erven an dem pastor to Paffrode
teinden have, off dar bi sime teinden. Item off uch dat kundich
si, dat Wyllem Vasbender off sin erven einich recht haven over
den alden kirckwech to Torlynck3) as mit den rigen eicken: des
.namen sei er veirteinmacht, sich dar op to beraden.
      8.	So as ich hir sitten as ein pastor disser kirken unde ein
recht richter des hilgen seendes van gode, der hilgen kirken van
mime heren dem dechen gesat, so gebeiden ich alle menschen, dei
disse vorss. erven unde stucke under hebben off noch under hebbende
werden, bi eine pine des bannes unde L gulden, half mine genedigen
heren van dem Berge, dei ander helfte mine heren van Collen
half unde half der kirken unde dem pastor to Paffrode vallende
so vake, as dat gebracht werd, dat sei nummende dar teinden van
bekennen, dan deme pastoere to Paffrode. Des selven gelichniss
gebeiden ich oeck allen menschen, dat sei dissen vorss. teinden
nicht en heven sunder willen des pastors bi disser vorss. pinen.
Unde sich numment underwinne op to hevene off to beholdene
renten, obkominghe, iartziden off ander gulde, dei dem pastoere,
sinen kirchmesteren unde off ermanne geboren op to hevene unde
to verwarene bi den selven pinen. Dei lanthere mach disse vorss.
brache ud doin peinden, also dat eime idlichem werde, as em vellicli
is, as vorss. is.
     1) Vicarius perpetuus an St. Gereon in Coln, wird 1319 als Pfarrer
von Paffrath genannt.
     2) Kanoniker am Domstift zu Koln, 1400 als Pfarrer von Paffrath
genannt.
3) Torringen, nw. von Paffrath.

Das Messbuch zu Paffrath.	11.
     9.	Bi disser vorss. pinen gebeiden ich di, Hans op dem Berge,
unde dinen erven, dat ir des vorgenanten teinden nied underwinnen,
     10. Bi disser selven pinen gebeiden ich di, Wyllem Vasbender,.
unde dinerx erven, dat ir uch der rigen eiken niet underwinnen.
     11. Ich setten an di, Hannes Teschman, sint dei male, dat
ich disse gebode gedain hebbe, as vorss. is, off men des niet
billiche holden sal, off wat dar um recht si; des nam hei sin
veirteinnacht.
     12. Ein verholnisse disses vorss. gerichtes geven ich boven
recht, off sich eimans verholen Wolde, dat hei dat mach doin op
sine kost mit unverlegen tugen, dei besser sin, dan disse hir gelud
sin, to brengende vor minen heren dem dechen vorss., vor dem
pastor to Paff rode unde vor dem gantzen kerspele van Paff rode
unde kirchmesteren tuschen dissem dage unde sunte Johannes dage '
nativitas genant to mid somer to sunne op gange unde dar na nicht.
     13. Hans op dem Berge unde Wyllem Vasbendere, ir sint in
dem banne, as ir wol gehort hebben. Sei en waren nit dar noch
neimants van eren wegen, dei dat verantwerde.
     14. Ich verkunden al hir unde protestir unde betugen, ich
Conradus, pastor vorss. etc. also, as ich dit register begunt hebbe
mit dissen worden: "AI dus heldet dat misseboek to Paffrode"1).
Mit den selven worden wil ich dit register bescluten unde solt dei
lesten worde sin, unde en wil in dit register nit me schriven, dan
dit gerichte mit den anderen worden unde doin beschriven mede
doin bescluten, unde en wil ock in dissem registere nied ud doin
unde wil dat laten, as id is, unde raden al minen na volgereii
pastoern disser kirchen, dat sei ock also doin. Ich wil ein- nie
register beginnen, inholdende, so wes hir enthegen gedain werd
unde alle verwandelinge der gude. Oeck in disseme gegenwerdigeii
alde registere well ich in schrive dat gemeine recht der kerspels-
kerken to Paffrode unde den achter seend disses vorss. gerichtes.
     15. Dit gerichte is geschein in iaren unses heren unde dage*
as vorss. Dar over unde ane waren erber mans mit namen, as vorss.
     16. Unde ich, Judocus van Alst, pastor in Grladbach, vortzits-
deken unde canonick tzo Unser Leiven Vrowen zu Maestrecht, be
kennen unde betzugen mit miner egenen hant beschreven, dat ich
van wegen mins heren des dechens tzo Dutze van sine bevele
tegenwordich hi bi was unde dat gerichte mede besessen, disse
vorss. registere unde ir principael gesein unde geleesen gehort van
allen punten also gescheiden an den gerichte gelich her Conradr
der pastor tzo Paffrode, al hir beschreven hevet van anbeginner
want tzo dem einde besclossen. Unde harde des neinement weder-
     1) Mit diesen Worten beginnen die Rechtsaufzeichnungen ins Paffrather Messbuch; sie sind zugleich die Einleitung des Renten- und Zehntenregisters.
     
:a
Ferdinand Schmitz:
achten noch wedersprechen. Orkunde miner unde siner egene haude unde hant mins herens dechens hir na volgende. Judocus de Alst quo ad premissa propria manu.
     17. Alle dei gene, dei sich geestliche gude underwinnen sunder recht, dei sint in dem banne, as ir to veir hochtiden gehort hebben, so hebben ich geworven an mime hern, den dechen vorss. also, dat id sin wille is unde sin vulbord, dat ich dei vorss. in den kerspele van Paff rode gelegen ud dem banne doe in den namen des vaders unde sons unde hilgen geestes bid to sunte Johannes misse to mid-somer to sunne opgange, as ock disse vorss. verholnisse boven recht in den vorss. sende van mi gegeven is. Dei gebode der hilger kirchen, in dissen vorss. sende gedain, bliven in eren vullenkomen rechte, as sei geschein sin, want ein idlich pastor haid dei vullen-konne macht to verbeiden, so wat tegen god unde tegen dei hilge kerke is. Dit is verkundiget oppenbaer to Paffrode in der kirchen overmits mir Conradus, pastor to Paffrode vorss., binnen misse. In iaren unses heren dusent veirhundert unde XLIX op den sun-dach Oculi.
c. Achtersend.
     18. In den iaren unses heren MCCCCXLIX op den sundach Judica wart der achter send to Paff rode besessen van mime heren, heren Judocus, pastor in Gladbach vorss., in maessen unde rechten, as vorss. is, unde van mi Conradus, pastor to Paffrode. Dar gegen-wordich waren erbermans mit namen: Henneken in dem Syffen1), Wyllem van Katterbach2), kirchmestere tzo Paffrode, -Michael, offerman to Paffrode, Hynrich tom Poele3), Teyle van Hadborn, Peter van Borstberch, Wyllem Vasbendere, Peter van Sclume4) unde ander erbermans, kerpelslude to Paffrode. Unde dei ordele in dem Marz 9. vorgenanten sende, des anderen sundages in der vasten gehalden worden, opgenomen waren, worden nu gewist mit namen, off men des geloven solde, so wes in deme misseboke to Paffrode beschreven were, sunderlinges kirchen gulde unde renten des pastors unde teinden unde ander renten, dar wart op gewist, ja men solde des vullenkomeliken geloven, gelich den anderen hilgen worden, dar ine beschreven. Item, off dei pastor tzo Paffrode --so ho as hei wolde, mochte verbeiden alle dat gene, dat tegen god unde tegen dei hilge kerke were; dat wart gewist, ja, he mochte dat wol doin mit allen rechten. Item dei sachen mit Wylme Vasbendere unde mit Hans op dem Berge, gelich vorss., worden opgeholden, gelich, men hir na beschreven vinden sal.

Das Messbuch zu Paffrath.	13
     19. Ich Judocus de Alst, pastor in Gladbach etc. vorge-
schreven, bekennen overmits dis,se gegenwordiche schrift mit miner
egen hant beschreven, dat ich van bevele mins heren, des dechens
van Dutze -vorss., mit heren Coijrade, pastor to1) Paff rode vorss.,
den achtersend vorss., gelich vorss., besesen hain. Alle disse vorss.
sachen, gelich vorss. is, in dem vorss. gerichte gesein, gehord hain,
Judocus, ut supra.
     20. In dem selven iare, des sundages na paeschen, genant
Cantate, hadden ich Conradus, pastor vorss., reeden mit dem gantzen
kerspele van Paffrode as mit Hans op dem Berge unde Wylme
Vasbendere, as mit dissen vorss. sachen en antreffende weren; al
dar bekundede mit kunde Hans op dem Berge also, dat hei twe
garven teinden hedde an dem wege des stucke landes bi Torlyngen,
dat stucke under hevet Hynrich tom Poele unde held seven morgen
an dem arde des landes vorss. unde nicht vorder unde is roede
teinden, dei mine genedigen heren van dem Berge to behorde, unde
gaff dei in dei kirche, unde Hans vorss. op dem Berge heved den
der kirchen af verpechtet; unde mit Wylme Vasbendere, dat wart
gelacht vort, as men hir na beschreven vinden sal.
d. Verzeichnis des sog. Meinen Zehnten.
     Teind honre unde lammere unde verken oppe sunte Eemigius dach. Dat backhus, dar dei Hollendere inne wonet, unde had gehord in dat gud tome Steynhues: ein hoen. Unde dar met geruret den hoff unde hues tzo Bochele, dar dei paed dor geed van Paffrode tzo Collen werd: ein hoen unde den Smalen tzendenr lamm unde verken. Unde tom Steynhues: ein hoen unde den smalen tzenden, lamm unde verken. Unde vort an Hermans hues op der Bach: ein hoin. Dat berchvrede, dat dei scholtze van Paffrode, Johannes van Wermelskirchen, tzimmerde, an deme kirchove,. dar Herrn an Krane inne wonede: ein hoin; unde dat hues: ein hoin unde den smalen teinden, lamm unde verken. Item tom Poele: ein hoin unde den smalen teinden, lamm, verken. Geluckes hoff: ein hoin, der Kellers hoff: ein hoin. In den Hoven, dar Herman wonede: ein hoin unde den smalen teinden. Item to Torlyngen der Burgerschen gud: ein hoin. Item tzom Nusboym Goschalkes gut: ein hoin unde den smalen tzeinden, lamm unde verken. Item Hans tzom Mutze2): ein hoin. Item dei Meldoir3), Junker Godert to me Steyne under had, dat hord in den Avyrlynck unde is ein veirde deel des Avyr-lynges siffen; unde dei ander drei veirdel had under Gerd in dem Syffen, Wynants Stangen wif; dit gantze gued gevet dein pastoer
 
144& Mai n
 
 

1) Siefen, nw. von Paffrath.
2) Katterbach, nw. von Paffrath.
3) Pol, im Dorfe Paffrath.
4) Schlom, Stadtteil von B. Gladbach.


1) "pastor to" steht zweimal in der Vorlage.
2) Mutz, no. von Paffrath,
3) Ein verschwundener Ort im Kirchspiel Paffrath.
1) 
14

Ferdinand Schmilz:

Das Messbuch zu Paffrath.

15

 

«in lioin iars. Item dei woeste Romenyer), Hans op dem Berge, 'Teyle van Kuxberch 2), unde Erveken van Geerode2) underhand: ein hoin. Tom hove bei den Crucehusechen: ein hoin. Hans Schynne op dem Berge: ein hoin8). Des greven gasse, Hans op dem Berge linder haed: ein hoin unde III murichen. Telmans hues unde hoff van Paffrode: ein hoin unde den smalen tzeinden, lamm unde verken. Dat hues tzom Nusboime tegen dem kirchove unde aller nest dem "Vroen hove: ein hoin.
      Unde ich Hilbrandus, pastor to Odendaren, dechen des capittels tzo Dutze, bekennen unde bethugen mit miner eegen hant, disse •schrift geschreve, dat ich disse vorss. Sachen in dem misseboche tzo Paffrode beschreven gesein unde geleessen have mit namen: kirchen, gulde, renten unde teinden unde hain gesein unde gelesen  dem Berg ein hoen.
4) "unde vulbort" steht zweimal in der Vorlage.
5) Haus Bleg-g-e so. von Paffrath.

jiumment en hevet sich verholt me dan vorss. is; dit is in dem selven vorgenanten iare geschreven des donestages na sunte Johannes 1449 dage to mit somere genant nativitas.
In den namen des heren. amen.
     Unde ich Conradus Voeghe van Dorptmunde, pastor to Paffrode, hebbe dat bevunden, so wanne twe kiven um ein gud, ein off twe, min off nie, koment dei to dage unde keisent willekor tor scheeclinge; dei willekor deilent dei gude deme eime half to unde dem anderen half unde sprechent dat also ud tor scheedinghe. Ich nieinen, dat des gelichen so vake, so vele unde so mannichworf geschein si in dissen vorss. teinden. Unde disse vorss. deilinge in des pastors teinden also to kornen sin. Unde ich en wed nied anders, unde en kan mi nied anders versinnen hir inne; dan alle -dei gude, dei in dem swartzen creitze disser vorss. figuren1) gelegen sin unde teinden geven, dat dei teinden van rechtes wegen sich boren deine pastoere tzo Paffrode op to hevene.
e. Sendweistum.
     Dit sind gemeine rechte der hilger kirchen tzo Paffrode as hir na volgent:
     1.	Tom eirsten so wammen den sent unde dat gerichte der
hilger kirchen sitzet, so hevet min here van Collen unde min here
van dem Berge dat gerichte gevredet, richtere unde scheffen unde
allen den genen, dei des dar to doin hant. Unde solen dei scheffen
dar ein eid doin, gode, der hilger kirchen, dem hilgen seende truwe
unde hold to sinne unde, dar vor to wrogene unde vor to brenggene
alled, dat tegen god unde tegen dei hilge kerke is unde tegen den
pastor; deden sei des nicht, so worden sei meineedich. Dissen eed
is ein idlich kristen mensche schuldich to holden gelich den scheffen.
Unde den scheffen an to brengen, so wat wrochbar is tegen god
tinde tegen dei hilge kirge unde tegen den pastor; schege des nied,
so weren sei meineedich gelich.den scheffen, na den dat er patten
unde er goden in der tid, do sei gedoft worden unde dei prester
'•vragecle: "gelovestu an gode unde an dei hilge kirche?" .unde sei ant-werden: "ich gelove". Dei schlechten simpel worde, gesprochen vor gode, vor dem prestere, vor der hilger kirche, sint me dan dei hande op dei hilgen gelacht unde lifflichen to den hilgen gesworen; hir ume hode sich ein idlich mensche, dat hei niet meineidich en werde.
     2.	Disse sache, dei hir na beschreven stain, sal men wrogen
in den hilgen seind: Off inen dei kirchen recht wol holde unde
wol geholden werden, dar to salmen guden raed geven; off dei
offerman unde dei kirchmestere er ampt wol bewaren; off dei kirch
mestere alle iar rechenschop doin vor dem pastor, off vor dem, dei
1) Gemeint ist die freigegebene Kartenskizze.

?

Ferdinand Schmitz:

Das Messbuch zu Paffrath.

17

 

des pastors stede vorwart, unde vor deme kerspele; off dei pastor unde kerpelslude disse rekenschop ock eeschen, misse geweede unde ander sirate der kirchen, keliche, boche, clokken, geluchte bequeme-lichen gestalt sin. Dei gewalt dreven gode unde der hilgen kircheri, der wedenhoven, dem kirchove off den hilgen unde den hilgen steeden; off ein mensche unvleedich. worde, dat man besorgede der malaed, dat sal man vor den hilgen send wrogen unde dat al dar richten na der besten wisen unde na guden wisen reeden. Dei dar weigerde teinden, renten, gulde der kirchen, deine pastor unde dei krenkede; dei dei hande geweltlichen mit torne op er alderen, op prestere unde op geestliken luden, cleriche, off op sin husvrowe, off op eren man, off op sin husvrowe binnen des sees wechen ovel handelden. Vrowechen, dei ud den ses wechen leifen1); velscher off dei kive op dem kirchove, in der kirchen off op ander hilge stede dede; dei dei kirchwege bespeirde, dei kinderchen op hilge steede begrovede, dei ungedoft weren; dei dat versumede, dat dei kindere niet gekerstent en woerden; dei dat hilge sacrament nicht ton minesten eins des iars entfenge unde dei dat entfenge unge-bichtet; dei mit sinen magen unkusche sache gedreven hedde; dei dei hilge ee hinderde um hasses willen sunder reedeliche Sache in schakheide; dei siner husvrowen, eder erme manne off kindereu dat broed vor sclote; dei binnen missen op dem kirchove plegen to staine; dei dat versumede, kranken luden, megeden, knechten, kinderen dat hilge sacrament, dat sei des nicht entfengen, off er bicht nicht en deden; dei op bennighe dage nicht to kerchen en quemen, in er rechte moder kirche; dei unkusche sache bedreve op hilge stede; dei sin alderen nicht en begenge, er sevende, er iar-getzit nicht en deden; dei gude under hedden, dar iargetzide oppe stonden unde heilden der neit; dei niet en kornen in den hilgen seent; dei sunder orlof van dem hilgen seinde scheedent; dei boven. 'ein iar in dem banne- blived, meineediger, kettere, overspeler7 sunder eschop in unkuschen Sachen legent, off in hemelicher edschop sind7 wokener off wokenerschen, hoensprake doint op gode, op den stol van E,ome unde op dei hilgen kirche; dei dei sundage off ander hilge dage nicht en virent; dei dar twivelent in den cristene ge-loven; dei ungehorsom sin gode unde der hilgen kirchen, dei dei tein gebode nit en held, dei vorkop doint, wantgelt nemen, wan-maesse, wangewichte.
     3. Dit sint dei bennighe dage, as vorgeneumet sin: Christes misse, unsen leiven vrowen misse unde dage, aschedage, pahndage, wisse vridach, paschavent, paschdach, pinxtavent, pinxtdach, dei cruce weche, unses heren hemelvard, sacraments dach, sunt Johannes misse baptista, kirchwiginge unde elterwiginge, op den patroe»
     1) Von spaterer Hand am Eande nachgetragen: "auch die, so ins kindelbett geraten werden und nit zuvorn das h. sacrament empfangen/'

dach der kirchen unde der elter, aller hilgen dach, aller seilen dach, aller apostel dach, alle sunnendage.
     4. Eine boesse is verramet den overspelers unde ketteren1), wederstrevers godes unde der hilgen kirchen unde naturlichen Sachen, vrowen in den sees wechen etc. Disse sint gewizet an dei schand steine tzo dragen tzo Paffrode van dem hohen altar um den kirch-hoff unde weder an den hoen altaer alle sundage tuschen pinxten unde paeschen, als men mit dem hilgen sacramente um den kirch-hoff geit unde solen vor den vanen gein, idlicher in sime hemede, blotes hovedes unde barvoed, unde solen er idlicher haven in eren henden veir kersen, idlich van einen punt wasses, to idlichem ume gange nuwe kersen, unde solen dei off eren, ein vor dat hilge sacrament, unde op idlich altaer ein, unde en solen in dei kirche niet weder gain, sei en haven er idlich van dem pastor off van den prester III sclege mit einer berkenroeden, unde van dem pastor unde prester wederum darvan gegeven eine rnarck Colsch pagaments to presencien. Unde solen vort dar stainde bliven, bis dei prester dei misse an gehaven hacl. Dei offerman sal en dei bodschop brengen, unde dan solen sei dei steine weder brengen op dei vorss. stad. Wer sake, dat id sich also machte mid den kerspelsluden, rnid dem pastor off prestere, dat men dissen iimegane nid doin en mochte, so soleri sei dar vor einen anderen sundach na pinxten dar voer doin, as vorss. is, so vake, as sich dat geborde, unde dit solen sei wol verborgen, dat, sei dit holden willen dem pastoere to Paffrode off dem prestere unde den kirchmesteren tuschen den eirsten sundach in der vasten unde den wissen vridach to sunne under-gange. Off sei des nit en deden, so solen sei in den banne sin unde bussen der kirchen bliven unde bussen gemeinschop allen cristenen luden. Unde ein idlich cristen mensche, dei sei sued in der kirchen, dei sal sei melden dem pastoere off dem prestere. Unde wei dat breche, dei solde verweddet haven VI sch.? half mime heren van Collen unde mime heren van dem Berge, unde dei ander helfte dem pastoere off dem prestere to Paffrode unde der kirchen to Paffrode so vake unde vele, as dat geschege. Dei lant-here mach disse breche ud doin peinden, also dat eime idlichem werde, dat em vellich is. Wer eimans, dei disse boesse nied doin en wolde, dei solde in dein banne bliven, gelich vorss. is, unde verbrocht haven XXIIII sch.; half mime heren van Collen unde mime heren van dem Berge, dei ander helfte dein pastor to Paffrode off dem prestere unde der kirchen tzo Paffrode. Item men mochte karene hir vor gain. Ein karen is VII iar to born unde to brode, barvod, blotes hovedes nummer ein nacht dar dei ander unde uss dem vasse gegessen, dar hei sine vose inne wosche. Disser karen ein vor eine hovet sunde, VII vor ein over speel, so vake
   1) Sind auch schon in Absatz 2 genannt. Annalen des hist. Vereins LXXXVII.
   
18	Ferdinand Schmitz:
unde so mannichworf VII kareen, hundert kareen vor eine ketterie, so vake unde so veele, so mannich hunder(t) karene. Wei disse karene gain wolde vor sine sunde, dei en solde der schantsteine nied dragen.
     5.	Dei kirchmestere unde der offerman solen einen eid doin
gode unde der hilgen kirchen unde dem pastoere truwe unde holt
to sine unde er gude to verwaren, so as sei best kunnen unde
mogen; worde des wat verluslich, dat solden sei richten. Wer wes
verluslich geAvorden, dat solden sei Aveder helpen in brengen, so
vere as sei kunden unde mochten. Dissen eid hebben ock alle
pastoere eren oversten gedain. Schege des nied, so weurden sei
meineidich. Unde alle christenen lude hebben dissen eid gedain,
gelich vorss. iss, op der dope. [Unde so en sal men neine be-
gencknisse doin op hilgen dage. Men en sal nit II begencgnisse
doin op einen dach. Men en sal oek nid de maget mit des husseren
kindere, id si maget eder knecht eder kint to hues, id si huswrowe
eder husser samen begain]1).
     Alle christenen lude, alle prestere, dei to capittel nied en kornen, alle moniche unde nunnen, dei sunder orlof eren oversten bussen eren closteren sind, alle heren, ritteren unde knechte unde hovelude, dei niet to hove off to tornei en kornen, disse vorgenanten solen gehorsom sin dem hilgen sende.
     6. Neinich [pastoer]a) noch prester, dei dei \vedenhove nit en
besserde, en sal van der wedenhoven ruvoder, stro, heu, mist, noch
einiche sachen, dar men dei Avedenhove med besseren mochte, ver-
koufen, id en worde dan gevrad op der wedenhoven. Wer einich
cristen niensche, dei dat kofte, dei wer meineidich, gelich vorss.
is van der doefe.
     7. Neinich pastor noch prester en sal dei kirche noch dei
wedenhove verwoesten noch woeste machen, unde neinich kirch-
mester, offerman noch kerspelsmensche en sal gestaden, dat dei
kirche off dei wedenhove Arerwoeste off weuste gemacht werde, na
den verloft is op der hilgen doefe, as vorss. is.
     8. Ein prester, dei ein bruloft had verkundiget, dem sal men
geven ein par honre.
     9. Wan ein brud to kirchen geit, to samen to gevene, so sal
dei brudegam in dat missebock offeren ein Avispenninck unde solen
op den elter offeren er idlicher ein silveren penninck.

10. Wan men de brud in led, so sal sei offeren ein albus ^.
     11. Wei ein kint to der kerstenheit wil haven, dei sal des
avendes to voren kornen unde doin dat kunt dein prestere, is dat
ein echte kint, mit einen wispenninge, unde ein unechte kint, mit
II albus £>.

 
19
Das Messbuch zu Paffrath.
      12. Wan men dat kint kerstend, sahnen op den elter of'feren
•van dem echten kint l schillinck, van dem unechten l alb. ^.
      13. Wan ein vrow ud den sees weken to kirchen geed, dat
sal men den prester des avendes to voren kunt doin van dem echten
.feinde mit eme alb. ^, van dem unechten mit 11 alb. /$), Unde dei
vrowe sal des morgens mit eime krummen arme, id si mit kezen,
'boteren, eder vleesch mede beladen unde mit einer kersen, einer
spannen lanck unde ein alb. /^ dar in gestechen.
      14. Wan ein prester mit dem hilgen sacramente off mit dem
hilgen olie geed to eime kra^cken menschen, so sal dei prester
.haven l alb. ^ unde der offerman l schillinck van idlichen gange.
      15. As ein kint stervet,: dat van bussen is in dat kerspel
kornen, to waren gedain off in dei kost, dat sal geven der kirchen
a/2 punt wasses unde dem prestere ock so vele. Unde men sal
alle kindere begain in deme kerspele, dar sei stervet, is sake, dat
id dei dofe had entfangen.
      16. Wei eine begengnisse doet, dei sal dem prester geven
•ein wecke unde ein quarte beirs.
      17. Wei eine iartzid doet, sal dem prestere geven l alb.;
holt men einen vromeden prester dar zo, dem sal men geven II alb. ^
to presencien 1).
      18. Off dei kirche verbrente van ungelucke, dar god vor si,
so sal min here van dem Berge den torn weder machen, dat corpus
oft' der bodick dei heren van dem doeme, den coer der pastor, so
vere off dem pastoere sin gulcle, tzenden unde renten worden, as
em werden solde, gelich vorss. is; deme lantheren unde dem hove
mach neimans dat er vor entholden, as ich meinen; dat kerspel
dei nederlaes2). Unde off dei wedenhove verbrente, dei solen dei
kerspelslude weder tzimmeren, unde dei pastor sal sei buwich holden.
      19. Alle christenen luden solen deme pastoere wiseii unde
den kirchmesteren alle gulde unde renten unde tzenden, war sei
-dei wissen, na den sei op der clofe gelovet hant, as vorss. is.
      20. Dat registere salmen alle iar eins vor dem gantzen kerspele
Jeesen van anbeginne, van worden to worden aller gar uss. Off
sache were, dat is lanc worde to leezen op einen dach, men neme
-dar tzo II dage, 111, off IIII,. bis id aller geleesen werd. Off dar
•enich vergess inne were, dat dei namen verwandelt weren, off ander
gebrech dar inne weren, gode unde den geenen, dei in dei kirche
gegeven hant, iae^getzide unde ander renten gemacht hant en to
love unde ton eren, so wo sei in deinste godes unde der hilgen
kirchen beschreven sint in dem boche des ewigen leevens unde den
geenen to schanden unde to uneren, dei des niet en holdent, as dat
      12. 
 

1) Von anderer spaterer Hand nachgetragen.
2) Das Wort ist ausradiert, die Stelle nicht geglattet.


1) Am Rande von einer Hand des 17. Jhs.: "so id forde woere".
 2) Arn Rande von einer Hand des 17. Jhs.: Dat kirge brendt, da
fuer sey.
 1) 
20

Ferdinand Schmitz:

Das Messbuch zu Paffrath.

21

 

gesat i s. Unde dar med kornen sei in dei schrift der bozen geesue unde der verdomeden. Unde also oppenbaer truwelos nnde meiii-eidich werden gode, der hilger kirchen unde allen cristenen luden unde gerechent sin in der selver schar der verdomeden verbannen unde vervlokeden, dar dei gene inne sint, dei in der kirchen, op dem kirchove, op der Avedenhove, an den kirchen gude, an der weclenhove gude nemet off. dar ane schediget off schaden doet unde-dei der kirchen, des pastors, des offermans gulde, tzenden off ander recht hemelichen off oppenbaer vor entholdent off nement; dei dei gude underhant, dar iargetzide op gemacht, sint unde gesat sinh unde der niet en holdent, nnde to allen veir hochtiden verbannen werdent in allen cristenen kirchen.
     21. Alle dei geene, dei nicht gehorsom en sint gode unde der
hilgen kirchen uude dem gerichte des hilgen seindes niet en volgen,
unde wan men mit den hilgen geid, niet en volgeii, salman also
ho schetzen, dat sei des willich werden unde gehorsom unde ein
ander sich dar vor hoede, unde wem gebort tzo sitzen, ein sens
scheffen tzo sin, unde niet en sitzet, dei sal dreivalt gebrochen
haven unde scheffen Ionen, dei sin staet bezitzet.
     22. Item der pastor sal alle wrochbar sache in wroge beliolder;,
dei nit gewrocht en sin so wol, as dei gewrocht sin.
     23. Alle cristene lude, dei to den hilgen sacremente gain,
udgescheden megede, -knechte, dei deinen mit quichoden off des
gelichens, sind schuldich, op bonnighe dage in er moder kirchen
misse to horen under gehorsomcheit unde bi dem banne; wei daS
breche, dei sal gaven 1/2 punt wasses, half dem pastor unde half
der kirchen, so mannichworf, as dat gebrochen worde, icl en wer
sache, dat dei pastor des orlof gegeven hedde. Unde wei des den.
pastor crlof biddet, dei sal em brengen van idlichem bennigen
dage II murichen.
     24. Item dei pastor mach eime idlichen menschen, dei so
vere gesessen were, off dei nit AA*O! tzo voese en were, den orlorf
geven, van idlichen bennigen dage tzo entfangen II murichen. Item
der pastor mach eine idlichem menschen, udgescheeden dei veir
hochtzit, clei vriheit geven, ein iar lanck tzo kirchen tzo gaine, Avar
hei wil, um VII alb. Item bennighe lude, dei lenger dan l iaer
in dem banne sint, dei solen alle iar geven dem pastor III marck
Colsch unde der kirchen II punt Avasses er idlicher. Wert en ein
kint geboren, dar van solen sei dem pastoere geAren l marc Colsch;
stervet en ein kint, ee id to den hilgen sacramente gae, so sole:a
sei dem pastoere geA^en II marc Colsch unde der kirchen II punt
wasses. Hevet dat kint dat hilge sacrament entfangen, dar van
solen sei geven, dem pastoere IIII marck unde der kirchen IIII
punt wasses. Stervent sei selver, dar van sal der pastor nemen
van er idlicher VI marck unde dei kirche VI punt wasses. Der

lan-there mach disse vorss. boesse us doin penden, so hoe as hei -wei,- nnde rnalcheii dat sin geAren.
     26. Man sal verbannen to allen veirhochtiden alle dei gene,
dei mit der SAvartzer kunst ume gain unde mit wichelie, alle, dei
•rwivelen an den cristen geloven, unde alle dei geue, defi]1) tegeii
den cristen geloven doin mit werken off mit worden, alle dei in
hemelicher etschop sin, dei dei hilge ee bricht mit Avorden, mit
iioeser valscher op sat, unde dei hilge ee hindert2), alle overspeler
uude overspelerchen, wei mit obsate dei hillich aA'ent niet en Arastent
-nnde dei billigen dage niet en virent, alle weukener unde AA'euke-
rerschen, unde dei en bistendich sint, alle dei gene, benningen dage
-jn er moder kirchen niet eine gantze misse en horent, id en si mit
-,villen ers pastors, alle dei gene, dei niet alle iar eins to den hilgen
sacramente en gaind unde sine bicht niet eins en spricht tegen
>--inen prestere, id en si dan mit willen sins pastors, alle bernere
unde haess dregers, kirchen verstures unde kirchove unde Aveden-
"boven unde andere hilgen steden, alle dei gene, dei gude under
haat, dar iargetzide oppe staint, unde der niet en holdent, alle
schlitzen tegen den husluden unde unschuldigen dat werck eA^vent;
••yalsche inaessen, Avanmassen 3), dei dei haldent unde A'alscheit dirvent,
dei teinden, gulden, offer unde ander renten der kirchen entholdent.
     27. Men sal verbeiden dat hilge sacrament allen den genen,
dei des nied en geloven, dat dat hilge sacrament dar si, dei dar
Lonsprache doin gode unde sinen hilgen, wichelere unde ketteren,
dei sine boesse, dei em besad sin, nicht holden en Avolde; dei ere
ineht deilent, den besat is, dat sei nied to den hilgen sacramente
en gain; dei ungehorsom sint der hilger kirchen; dei dei hilgen
gude berovent, unde den gewalt doin, dei geistliche lude sclent off
ander g6AAralt cloind, dei dat gots Avard bespottent, dei gode unde
der hilgen kirchen, presteren unde geestlichen luden er teinden offer,
gesotte der kirchen, bennighe provende, testament, besatte gude,
iargetzide nicht en gevent unde de beholdent, meineedigeren,
wicheleren, dei to samen ligen bussen der hilger ee, dei den vro-
\vechen geArent, dat sei neine vrucht entfain, toneren, warsageren,
clei dat doiu, unde in en gelovent, dei roefgud gelden unde des
niet AATeder en geven, deiven unde budelsniders, valsche mase havent,
wanmase, AvangeAAache4), dei quade eder snode war mit guder war
aaengent unde verkopent dat, iocheler unde Aveuchener unde den
bistendich sint, dei geld ud leind ume gavfe, ume deinstes willen,
•am arbeides willen, um erves willen, dei vrucht eder nutze dar
van nemen unde des niet af en sclent. Allen speiers, dei op

1) Loch in der Vorlage.
2) Vgl. Absatz 2.
3) Vg-1. Ende des Absatzes 2.
4) Vgl. Absatz 2 und 26.
1) 
Ferdinand S.chmitz:
cristus nacht unde op ander hoclitziden spelent unde dei eren husen. op holdent, dei op speien woucher drivent, dei sine schulde nieten betzalen, wan sei dat wol dein mogen t, dei gud vindent undd-dat niet weder eii gevent, dei xinrecht beholdent, valsche vorsprechers ume geld off gued, dei rechtveirdigen sache verkerent ume gave; ume machtal willen off ume deiiistes willen, dei valsch ordel vindet, dei quade wif off quade man ophaldent, dei valsche off qtiaden toll off unrechtveirdie betwanck holdent off nement; dei nit eu sin van dissem kerspele, dei dar sint in dem banne heiue-lichen off openbaer; gemeine wif unde dei dei op haldent, doed-sclegers, rovers, unde dei veede havent; overspelers hemelich off openbaer1); dei hilgen avende niet en vastent noch der hilger dage-nit en virent*); dei in opsatte sint, dat sei cloed sunde bedriven wilt; dei dar twivelent in den Milgen cristen gelovent; dei in heme-licher etschop sin hemelichen off ;• oppenbaer 2); dei valsch getzuch dragen; dei ers selves kindere off ander kindere dodent; dei l o in. verdeinent op hilge dage, stockers vronen, vullen luden; nachfr wekers op roof sclossen, dei ers pater nosters niet en kunnen, joden. megede off joden knechte dei verdeint loiii niet en betzalen.
     28. Men sal gebeiden den genen, dei er bicht willen doin,,
dat sei er sunde vor wol bedencken, dat sei tegen eren egenera.
prestere bichten, dat ein idlicher sine bicht bi sich hemelichen be
holden, dat sei alle unrechtveirdich gued weder geven, dat sei er
eegeii sunde bichten unde nit ander lude sunde, dat sei dei niet
en nennen, dar sei mit gesundiget haven, dat sei sich niet en..
schuldigen van den3) sunden unde niet en sprechen: "here, ich en.
hain niet gestolen unde niet gemordet" etc., dat sei niet en leige«.,
dat sei er sunde niet en bedecken noch ein hoeken ume hangenr
dat sei niet en sprechen: "men doed dat", unde dat sei niet en.
sprechen: "off ich dat gedain haveu, sunder sei warhaftich sprechen:
"ich hain dat gedain" unde solen sich also schuldich geven ere
sunde, sei solen allen den genen vorgeven, dei en misgedain haven».
     29. Nu sint ock ander rechte der hilgen kirchen, dei men-
so wol schuldich is to holden as disse vorss. in dissem registere^
wat dan in dissem registere niet geschreven en stain.
     30. Der pastor sal alle quater tempere eins haldert iartzit der
broderschop sunte Peters, unser leiven vrowen unde sente Clementis-
unde bidden vor dei suster unde broder, dei hei dar inne be-
schreven vint.
     31. So wanner ein brudlocht gemacht eder gededinget is, also-
dat dat gerechte geed darvan under den luden, off anders dat ge
roch te under dei lude kornet, so solen dei brud unde brudegam
sich stellen imder dat boeck binnen II manden dar na; off sei solen
1) Vg-L Absatz 4.	2) Vgl. Absatz 2.
3) "den" steht doppelt in der Vorlage und ist einmal durchgestrichen*

Das Messbuch zu Paffrath.	23
ein absolucie brengen etc., eder bussen der kirchen bliven. Unde dar na de absolucie dan held, dar na solen sei as dan vort varen.
     32.	Item as dat capittel held van bennigen luden XXVII. l.1),
so sahnen dat ock holden mit den joden, off dei in dem kerspel
van Paffrode wonden. Dit register is vullen eindet in den iaren
unses heren dusent veirhundert twe unde vunfftzich in der inaint 1452
sporkel op den tzwelften dach unde is begunt, gelich vorss. is, e r" 2<
in den iaren unses (heren)2) dusent veirhundert acht unde veirtzich 144«
des nesten saterdage na sunte Mertyn. Des is geleeden veir iar
unde drutzein wechen3), even hir en binnen en hain ich niet ver-nomen einiche kundighe kuntliche Sachen tegen disse Sachen disses gegenwordigen registers in geinen stucken. Unde dar um besclues ich dit zo mit dissen vorgenanten worden: "Aldus held dat misse-boeck to Paffrode" etc.
     33.	Unde ich Conradus Voeghe van Dorptmunde, clerick des
gestiebtes van Collen, pastor to Paffrode, desselben gestiebtes van
macht unde auctoritaten des hilgen keiserrikes oppenbar notarius
unde schrivere hain alle disse vorss. sache disses vorss. registers
van punt to punten gesein, gehort unde gedain unde dar over
unde ane geweist; dar um hain ich dit register mit miner eegener
hant gescreven unde undergeschreven unde mit mime teken dar to
gewontlich geteichent unde hir to entholt tot eime t.ughe der waer-
heit mit dissen vorgenanten tugen4).
     Ind ich Conradus Moyr, anders genant paff, clerick des ge-stichtz van Collen, van autoriteten ind macht des heilgeii keiser-richs oppenbair notarius. So is vur mich end den ersamen heren ind getzugen oppenbaerlich ersehenen mit dissem vurss. register inhalden de renten, pechte, tzinsen der kirchen ind tzeinden tzo gehorende der erlicher kirchen tzo Paffrode, so als de in der wair-heit bescrheven sint gewest in dem missale der vurss. kirchen als men seit. Ind ich ouch veir breve besegelt hain gesein ind gelesen, der tzwei gescreven sint mit hant heren Hylbrands Warve, pastor tzo Odendaren ind tzo der tzid dechen tzo Dutze. Der ein an geit: "Und ich Hilbrandus, pastor tzo Odendaer, dechen des capitels vaii Dutze" etc. Ind der is getzeichent in dem XIIII blade mit dem bochstave l5). Ind der ander brief geit an: "Lieve pastor, mir is
     1) Absatz 23. (Die Vorlage ist mit Blatterzahlen und in ihren
Einzelabschnitten mit Buchstaben des Alphabets versehen. Da aber
dieses Alphabet durch Verwendung von 4 Siglen als Buchstaben 27
Zeichen enthalt, obwohl es j, u und w nicht hat, so sind hier statt der
Buchstaben fortlaufende Zahlen gebraucht.)
2) In der Vorlage ausgelassen.
3) Genauer 12 Wochen und 4 Tage.
4) Links daneben das Handzeichen des Notars.
5) Ist hier nicht abgedruckt.
1) 
m
24	Ferdinand Schmilz:
heimelichen geoppenbairt, so wi ir der herscope ein deil urs tzeinden
volgen laten" etc.1), als getzeichent is in dem XIIII blade disses
registers, getzeichent mit dem boickstave f. ind wol besigelt mit
eime kirchen sigel. Ind dar na tzwei gescrichte van dem erberen
dechent zo Maestricht, der ein sus.an geit: "Ind ich Judocus" etc.
ind steit in dem register in dem XX blade, getzeichent mit dem
boichstave c.-); ind der ander brief hei t angaende: "Ich Judocus
[van Alst]4, pastor in Glatbach" etc. ind is getzeichent mit dem
boichstave h.3) [dis register]4, her Coenrad Voge, pastor zo Paff
rode vurg., truweflichen gescr]4)even hait ind mich notarium vurss.
tzo eime merre Sicherheit [dar . . .]* tzo geheisschet her in iegen-
werdicheit der erberen heren [	]5) zo Reyndorp ind her
Johan Tregeler? pastor zo Nuwenkirch [	]GJ jn(j najn
dit mit minre hant gescreven ind tzeichen gezeichent7).
In den iaren unses heren dusent veirhundert twe unde vunftzich

Das Messbuch zu Paffrath.
-aride tughen dar to geeschet unde entholt, ock hir na beschreven, unde also bedecket unde verborgen, unde dei notarius dede dat op Tinde mit oppenbarem vorstantliker stemme inhalt des blades stucke las hei alsus haldende as hir na van worden to worden geschreven .^teid: "In den iaren unses heren dusent dreihundert twe achtentich op sunte Mertyns dach des hilgen bischops gaf Peter Kremer, der wert tzom Bochele, sin lant tzom Crutze in dei kirche tzo Paffrode unde dar dei pastor tzo Paffrode iars af haven sal to behoef der broderschop iars to holtende unser leiven vrowen, -sunte Peters unde sunte Clementis ein witpenninck unde wat dar <-!an overich is, darvan solen der pastor unde dei kirchmestere dat crutze unde kirche buhaftig van halden, so vere, as dat reket. Unde dar na so hant der kerpelslude tzo Paffrode mit nameii .Hennyken AValclensteysteyn (!), Herman in den Hoven, Michel, Peter op dem Berge etc., dei nussboeme Pelgryme tzo Schoenrode A£ jrebeeden unde bi dat crutze gesat van des kerspels wegen to uehoef, as vorscreven." Unde ich Conradus vorss. bekennen, dat ror mi kornen sint in der kirchen tzo Paffrode, dar ich stol unde stad des hilgen seendes unde gerichtes der hilgen kirchen beseteii hadde, in iaren unses heren dusent veirhundert unde ein vunftsich -des eirsten sundages in der vasteri, erbermans mit namen Henneke in. dem Syffen unde Willem van Katterbach, kirchmestere, unde •dat gantze kerspel tzo Paffrode unde vor mi dtier verkundet, be-Tzuget unde gewroget hebbeii, dat dit vorss. gegeven gued der kirchen si, ass vorss. unde anders nemende tho behdr. Ich hebbe ock dar bi gewest in Hanneses Moleners hues op der bach, dar dat selvet van guden erbermans vor Hynryche Thonys son, schnitze -zo Molem1) unde tzo Paffrode verkundet unde betuget wart, dat selve gud der kirchen si, as vorss. unde anders neimende. Unde ich hadde ock der reede van den nusboeme. op dem kirchoeve, dat dei min sin. Kerspelslude meinden, sei wolden sei afhauwen etc. Ich antwerde, in wat maten sei mine boeme af hau wen wolden op dem mime der kirche, wer min etc. Doch boven all gaf ich dei boeme der kirchen tzo Paffrode, so lange, as ich leve. Toet «ime tzuge der warheit aller vurss. punten disser saken hebben wir Conradus Voeghe pastor vorss. unde Heneke in dem Syffen, kirch-mester vorss,, den erberen heren unde notarium beneden beschreven disses ein udschrift off ein transsumptum underschreven unde ein off .mer instrument oppenbaer dar op maken in der besten formen op dichtinghe eins idlichem wisen mans. Unde wir Conradus und Heneken vorss. bekennen des, dat wir disse vorss. bede gedain liebben van wegen unser unde des gantzen kerspels tzo Paffrode den erberen heren notarium hir na beschreven, dat hei disses ein ttclschrift under schrive, dar over waren thuge, dar to geesched,
1) Mulhcim a. Rhein.

26	Ferdinand Schmitz:
gebeden unde dar to geropen unde hir na beschreven. Dit is ge-schein in iaren unses heren unde op dem dage vorss. oppenbaer in der kirchen tzo Paffrode an den hoen altaer toe tein uren off um den trend na veir missen, van veir presteren gedain op eine be-gencgnisse seligen Wylmes Vasbendere van Katterbach unde siner kindere, mit openen doeren der kirchen, dei kirch vol lude, vrowen kunne unde mans kunne van dem kerspele Paffrode unde van anderen kerspelen. Unde numment en wart dar van afgeheischen noch ud to gaene noch af to gaene. Dar over unde aiie waren erber mans mit namen her Johan Bake van Brylon, pastoer toem Sande1), her Johan Tinctoris, Verver, cappellain tom Donewalde2), des hilgen ordens broder Premonstratensis, prestere des Colschen gestiebtes, .Michel offerman, leie dess selven gestiebtes unde Goderd Pannenbecker, Hennen Uleners son to Vaelner3), Treyrsch gesuchte, thuge her to gebeeden, geeschet unde geropen. Unde her to waren geeschet unde gebeden erber mans mit namen Wyllem van Katterbach, kirchmester vorss.. Hynrich tom Poele, Teyle van Hadborn unde vel ander guder lude genoech. Dit vorss. stucke blaedes, also geneget was, as vorss., is gelimet achter an dat caperculum disses boekes. [Unde ich Conradus Moyr anders genant paff, elerick des gestichst van Colne, ein oppenbair notarius, van macht der keiserlicher macht vurss. hebbe disse vurss. sake mit den vurss. getzugen gesein' ind gehoirt ind gedain in alre maissen ind gelich, als her Conrait, pastoir zo Paffrode vurss., etc. truwelichen eint-lichen ind mit gantzem vlitze gescreven hevet ind dar zo geeischit havet als eime notarium ind alle Sachen ind pttnten vurss. vor mir so gescheit sint. So hebbe ich Conradus notarius vurss. disse scrhift mines selves hant gescrheven ind mit mime tzeken als vurss, in dem negentzen desten blade getzechent is umb bede willen des pastoirs vurss. ind der kerchenmeister ind allen iren nakomelingen in tuge der wairheit, dar ich mit den getzugen. vurss. umb gebeden bin ind geroifen etc.]4).
      Item ein stucke landes achter Hans Schynnen hove van drei veirdel; item tzo Gladbach, tzo Struendorp5) ein morgen busch, gelegen in dem Krage. Item an dissjt Gladbach. tuschem dei Musbach6) ttnde dei Aspe0) ein busch; item ein morgen busch in den Boecholtze7), daer dei herwech doer geed tzo Groenattwe8) wert; '
1) Sand, so. von B. Gladbach.
2) Dunwald, w, von Paffrath.
3) Vallendar bei Coblenz.
4) Von der Hand des Notars Moyr.
5) Strundorf, in B. Gladbach aufgegangen.
' 6) Mutzbach und Aspelt, nw. von B. Gladbach.
7) Bucholz zwischen B. Gladbach und Paffrath.
8) Gronau, in B. Gladbach aufgegangen.

 
'<
Das Messbuch zu Paffrath.
item ein morgen lantz, gelegen bi den Langel, dar men dei duppen erde oppe grevet, dat Kone Krade der kirchen gaf; item twe morgen lants op den Lange, der kirchen erve; item V morgen lantz an II stucken an den Neclervelde; item ein morgen land gelegen an Duderode *) busch, mit holtze bewassen is; item ein morgen landes gelegen in der Hornen an den Bocheler kempe; item eine weze, gelegen bi Deypes roede2) bi der juncfrowen erve van Donewalde an den Genzeken; item eine halve morgen wezen, gelegen op der bach beneden der korn molen; item ein art weze gelegen op dem Goldborne; item des greven gasse, dar hort in dei rode tzeindcn II garven op der Stegerkampe, II garven hinder Blecher3} echterste portze op dem velde, II garven op des hovetzlande boveu der kalk kulen tuschen de twen heggen. Ein morgen landes dat Kone Krade der kirchen gaf hinder Mychels hove bi den Sneprodeu.
f. Anteile des Paffrather Pfarrers an tieelenmessstiftungen i)t auswartigen Kirchen.
     Memorie, quas pastor in4) Paffrode habet in alienis ecclesiis, sequuntur:
Octava Stephan i in Odendaren Hinrici Fabri VIII seh.et ibi adveniunt (!)
      Scleebuschrode"'). Feria tertia ante Gregorii in Odendaren militum de Scherve6)-
      VI seh.; ibi adveniunt Sande, Scleebttschroede et Daverkusen7 j~ Feria qttinta post festttm pasche in Odendaren, Hortenbach VI seh.
      et advenit Scleebuschrode. Feria tertia post octavas Philippi et Jacobi in Oclendarn, fraternitas
      beate Marie VIII seh. Feria tertia ante Pancracii in Odendaren, Anthonii de Odendaru.
      VI seh. Feria tertia post Petri et Pauli in Odendarn, Hans in der Scherven
      VI seh. Feria secunda post Processi in Gladbach, Gize van dem Tzwyvelfr
VI seh. et advenit Bensberch et Sande.
1) Duckterath, w. von B. Gladbach.
     2) Diepeschrath, heute nur noch die Diepeschrather Muhle w. voru
Paffrath.
3) Haus Bleg'ge bei Paffrath.
4) "pastor in" steht zweimal in der Vorlage.
5) Schlebusch, Kreis Mulheim a. Rhein.
     6) Scherf, Amtmannscherf und Niederscherf, n. von B. Gladbach,.
am Scherfbach, der bei Odenthal in die Dhun geht.
7) Dabring-hausen, Kreis Solingen.
1) 
28	Ferdinand Schmitz:
Feria tertia ante nativitatem beate virginis in Odendareu, Engelbert van OsennauweJ) VIII seh. et advenit Scleebuschrode. In vigilia omnium Sanctorum in Gladbach. In profesto Cecilie in Gladbach VII seh.
g. Sendgerichtsprotolcoll.
1. In den jaren unses hern dusent veirhundert drei unde "" wunchtzich des eirsten sundages in der vasten tzo Paffrode in der kirchen tzo tzein uren vor den kerspelsluden, dar ich Conradus Voeghe, pastor vorss., stoel unde stad des gehegeden gerichtes der hilgen kirchen des hilgen seendes besass, bekant ich, dat ich ald was van iaren unde dagen LXXI iar XX wechen unde einen dach; notarius gewest XXIX iaer III dage unde XLI wechen; prester gewest XX iaer unde pastor gewest tzo Paffrode IX iaer unde XXIIII dage2). Unde also dat grosse misseboch tzo Paffrode mis-handelt is mit bladeren us tzoritzen, af tzo rietzen unde sarnen tzo negen, gelich vorgeschreven is, so hain ich dar mit raede minen kirchmesteren, nernentlichen Hennechens in dem Sifen unde Wilmes van Katerbach, dit gegenwordige misseb0ech doen beseleissen unde bewaren, in massen hir na beschreven. Unde disses registers mit der kirchen gulde unde renten sal der pastor ein usschrift. haven, \inde dat sal man leesen, as des noed is, unde laessen dit misse-boech besclossen legen. Unde wer eimans, den des lustede, disses •eine warheit tzo wissen van somegen stucken in dissem boche beschreven, offte van allen min off me, so solen der pastor, kirchmestere unde der offerman dit boech brenghen op disse gewontliche richtestaed vorss. op dei tafele vor dei kerspels mans tzo Paffrode, unde dei al dar bevoren verbodet unde en verkundiget sin, unde dei kerspelman bevoren in der kirchen besclossen van eime gelof-lichen kerspelsmenchen, it si man eder vrowe, unde dei sal deme pastor tzo Paffrode dei sclossel weder langen in dei kirche under •dei doer in, off anders waer in, unde dei pastor sal dei sclossele bewaren in sin beholt, bis dit getuch geschein unde gelezen sin. Dei pastor off sin notarius, dar tzo geeschet, mogen in dissem boeche soechen unde lesen unde dat getuch schriven. Unde dei •dar inne sochent off lezent, unde dei gene, dei dit getuch gerne hedden, solen sitzen, unde der pastor, dei kirchmestere, der offerman unde dei kerspelsman solen stain unde verhoden, dat den boeche nit en schei einicherhande ungerecht, dar it off gekrenket off geschediget mochte werden unde off dei gene, dei dat tuech eeschede, sin vrund gerne darbi hedde, dei sal twe worf so vele guder man op koer der kerspels lude tzo hulpe unde tzo sture op
1) Haus Osenau bei Odenthnl, Kreis Mulheim a. Rhein.
2) Vgl. Einleitung S. 3.

Das Messbuch zu Paffrath.	SK>
der kerspels lude side schicken unde bestellen, bis also langhe, dat clit op sine stede wol besclossen unde wol bewart is. Unde wan as dan dit getuch geschein is mit sochen, mit leesen off mit schriven al geschein is, so dat boech wol besclossen unde bewart is, so mach dei pastor selven off einen anderen dar tzo schicken op den torn unde cleppen mit der grosser clocken. Unde so sal kornen dei gene, .dei dei kirche tzo scloess, unde cloppen an dei kirchdoer unde entfangen dei sclossele weder unde schissen dei doer op unde laessen ider man ussgain, waer hei wil. Unde dei geene, dei getuch eeschede, dei sal deme pastoer, den kirchmesteren, dem offerman, deme notariuss deger geutlichen doin van den, des deme dage tidlich is, unde den bistanderen al, so as vurss. Unde deme notarius wol loenen unde itlicheme kerspels man geven ein wecge unde eine kanne beirs und nicht darunder. Disses sal men toen eirsten eindrechtlichen eins werden unde dan den kerspelsluden vorkundighen over dei kirche unde dan dei binnen dei kirche besclusen unde dar na sal der pastor dei kirchen sclossel bewaren unde men sal dan dat boech hoelen etc. Wer ever sachen, dafc dei kerspelsluden gemeinlichen dei kirchmestere off der pastor disses getnges behoveden, dei en solen diss. vorss. kost nicht doin. Unde solde men wat schriven in dit boech, dat wer off einiche kirchen gulde veranderwert woerde, unde off eimans in dei kirche eder des pastors rcnte verbesserde offte der kirchen rente, dat sal men hir na schriven unde nicht bevoren. Unde op dei veir hochtzide unde ander hochtzide, as sich dat getemede dat hilge sacrament oppen-
baer off bedecket op den altaer to settene, so solden as dan, den	
dei sclosselle bevolen weren, to dem boeche kornen unde besein, off dat boech dar were, unde off dei sclosse besclossen weren, unde dei selven solen ock dat doin-na der missen unde besein, as vurss. iinde dat dit boech wohl verwart werde unde wol besclossen blive. Unde dit is also vor dissen vorss, vereindiget. Hinrich tzom;Poele, ich settet an di, sint dei male dat ich dit as ein recht pastor unde ein recht richter des hilgen seindes also dit •angerichtet hebbe as vorss., off men des nicht also holden sal as vorss., off wat dar ume recht si. Hei bereid sich mit dem gantzen kerspele unde quam weder unde wisede: ia, men solde dat holden as vorss., orkunde dem gantzen kerspele tzo Paffrode.
      2. In den jaren unses heren dusent veirhundert drei unde 1433 vunftzich tzo Paffrode des dinstages in der crutze wechen in deme Mai e huse Hanneses op der bach, offermans tzo Paffrode, ein ur na mit-dage. in tegenwerdicheit erbermans mit namen Hennechens in dem Sifen, Wylmes van Katterbach, kirchmester tzo Paffrode, unde miner gegenwerdicheit Conradus Voge etc. vorss. quam Wyllem Bobbe van Gladbach mit sinen vullenkomen willen unde gaf vor sich unde sine erveu in dei kirche tzo Paffrode erflichen, ewe-lichen, quid, ledich und loess tzwei alde murichen, dei em unde
     
W	Ferdinand Schmitz:
sinen erven alle iars vellich sin gewest van dem busche tuschen dei Musbach unde dei Aspe, wellich busch der kirchen tzo Paff-rode tzo behorich is. Dar over unde ane waren erbermans mit namen: her Johan Bake, pastor tzom Sande, Hynrich tzom Poele, Oodert Paanenbecker, Jacob des vorgenanten offermans sone.
     3.	Item off sach were, dat lude uneins worden unde des to
rade woerclen unde koren den pastor, kirchmestern, offerman van
.beiden partien er ein al leine eder tzwei, erer drei offte sei alle veir tzo wille koren unde gengen der Sachen us in er hant off an einichen guden manne, hei wer, wei hei were, unde wat dei wil-k'oren sechten, dat solden dei partien A7an beiden siden holden stede irnde vast unde na der usprache. So solden der partien er gein noch sei beide um der sache geine scheedinghe dan van holden vor •einichen manne, unde des ein anbegin were, dei sal so ho in .den hilgen sende gebrochen haven, as pastor, kirchmestere unde ker--epelslude maesse sin duchten na gelegelicheit der sachen.
     4.	Wan einer betzegen is in overspele off toverie, wel sich
dei entschuldigen, dei sal ton hilgen sweren, dat dei unschuldich
*i, unde sal haven VII siner nesten naheren, dei unversprochen
sin, dei dar sweren, dat disse vorgesprochen eid recht si unde
reine; des gelichen sal oech geschein um ander deiverie unde dei
meinedich geschulden is. Unde disse vorgeschreven sal man alle
iaer wrogen in den seint bis so lange, dat sei sich unschuldich be
raget hand, eder des mit eren dogeden tegen den pastoere, kirch-
mesteren unde kerspelsluden verdeint hand, dat men sei quid,
ledich und loes aller undaet und boescheit scheide. Anders solen
sei dei schantsteine dregen tot allen iaeren, in idlichen iaere
XII dage, gelich vorss. is van den. eebrechers.
5.	Nein	*) nein hoves amptman noch schultze tzo
Paffrode en solen noch en moghen van rechtes wegen neinchen Ikerspelsman, in den rollen beschreven off ouch umbeschreven, orlof geven off vordwisen vor einichem richteren off lantheren, official, drosten, scholtzen eder amptman, gestlich eder werentlich, in sachen, dei sei selver richten willen, off van rechtes wegen richten mogen. Unde neulich kerspelsman tzo Paffrode in der rollen beschreven -off unbeschreven en sal den orlof selven nemen. Wer sache, dat dat eimans dede, sine sache anders war clagede vor anderen richteren, anipluden, drosten, schultzen, geestlich off wereltlich, der gemeine kerspesman (!), off dei in den hoff tzo Paffrode nicht en Behorde» sal geven vor dei breche :in dei kirche tzo Paffrode l punt wasses, dem pastor ein punt wasses, dem hovesgerichte l marc op genade etc., dem scholtzen l albus ^., idlichen scheffen l seh., ein kotter in den hoff tzo Paffrode gehorende tzweworf so veele, unde ein hovesman druworf so vele geven; unde gede-
1) Ein Wort ist ausradiert.

Das Messbuch zu Paffrath.	31
dingede sich eine sache op ein schedinge us tzo gainde op ses man off XII man off anderman, in der rollen beschreven, kerspelsman off anderman, min off mee; kuntten dei des nicht gescheeden vruntlichen, so mochten sei nemen tot eime overrnans mit willen der partien den pastor, den scholtzen, den hovesamptman; gonge dei scheedinghe nicht vort, dan solde dei sache an gerichte komen, dat Avere an den seend off hovesgedinge, so sich geborde. Woerde as dan dei sache nied ussgerichtet, so war dei richter dei sache Aviste, dar sal men dei richten unde anders nirgen, alle sachen,, dei dem kerspel an treffen sind. War dat dei ses man setzet, dei in der rollen beschreven sind, mit raede eren pastor, dar sa!'dat ane bliven. Unde Avar dei ses man eder dei XII man mit dem pastor tzo rade gain in sachen deme kerspele an treffen, dar mach ein idlich kerspelsman bi gain unde dat beste dar tzo raden, dei in der rollen beschreven stain unde anders neimans. Unde wer eimans, dei in der rollen nied geschreven en Avere, dei mach des verdeinen mit eime guden gerochte.
     6. Wan inen den seind kundiget, so salmen dei rolle, dar dei Avisen, seligen, umberochtigeden begenadigent unde vorbesati-gent sint to dem ewigen leven tinde vroAveden des hemels, dei dar eAvich is, inne beschreven sint, leesen, unde ouch dei rolle, dei ander dar dei gecken, berochtigeden, unseligen verdomeden to der hellen inne beschreATen sint, leesen.
Dat
        h. Hof rechts weisium1), eburrecht offte hovesrecht tzo Paffrode.
     1. Drei ungeboden dinge solen iars sin, ein des maendages
na drutzein misse, dat ander des nesten maendages na dem achten
dage paschen unde dat derde des nesten maendages na sunte Jo-
lianes missen tzo mitsomer.
     2. Item des derden hovesgedinghe tzo rnitsomere vorss. salmen
setzen einen scholtzen unde dei sal sin ein gesworen leinman unde
sal dem hove xmde den leenman gedelick unde gued sin unde dei
hoff sal setzen VII scheffen dem hove unde deme lantheren. Dei
hoff sal dinghen van erftal unde schultlichen Sachen unde dei
lanthere van geweltlichen Sachen mit den selven scheffen. Undedeslant-
heren schultze tzo Bensberch sal dey gewalt dinghen, unde rnins
lieren scholtze sal geven itlichen scheffen VI ^ . Dei gewedde,
in dissen vorgesc. ungeboden dinghen vallent, dei solent dei lant
heren vallen al leene. Dei ander .gewedde, dei dar vallent over dat
iar, as dei V marc tot eime gewedde, an den V marken sal dei
     1) Vgl. A. H. V. N. 15. S. 162 ff., Lacomblet-Harless, Archiv fur die Gesch. d. Niederrheins VII, S. 296 ff. Loersch, Verzeichnis rhein. Weistumer, Nr. 806.
     

32
Ferdinand S c h m i t z:
hoff an haven VII Va seh., dat ander sal dei lanthere haven. L; den VIP/2 seh. sal dei lanthere haven II Va scn> ^n here sal dem hove aff doin alle geweltliche Sachen, dei dem hove entsesu, unde nicht aff stellen en kunde.
     3. Item so sal dei hoff dem lantheren dar van geven jar»
X moldere haveren unde em stellen tzo Bensberch op dat hnes tzo
siinte Rerneiges misse.
     4. Item so sal dei lanthere haven iars drei eessen, ein aveni
essen, ein mitdages essen unde ein avent essen unde des morgens
ein soppe, dat em god geleide. Unde dei lanthere sal kornen mit
sime cappelaene. mit II ritteren, mit eime iegere, mit II par
winden, ein velkeiier, mit sinen hunden unde vogele.
     5. Item off sache were, dat ein misdedich man gevangeis
werde tzp Paffrode, den salmen scleissen in den stock op deru
Vronen hove. Unde dei hoff sal den kotieren boden seinden, dei
solen en waren bis op den derden dach. Unde dei hoff sal den
lantheren dat wissen laessen tzo Bensberch an den amptman, dat
hei en hole; off hei en nicht en holt, so salmen en op scleissen
sunder boessen uncle laessen en loeffen. Off einer queme, dei
deme hove nit besessen en were unde eimande schuldich were unde
bekummert °were unde geinen borge en hedde, den solde des hove.^
bode scleissen in ein hues in ein vesser bis hei borgen kriget eder
betzalt. Dei hoves bode sal an dat gerichte gebeiden binnen des
hoves gedinge, id si schultliche sache eder geweltliche sache. Gein
gebuer in dat gebur recht sitzet en sal geinen man an langen dar.
mit dem hoves gedinge. Dat gerichte van Bensberch geed an dau
dorp tzo Paffrode tuschen II valdor an dei tzune, dat ene an dem
valdor tzo dem Viasberge, dat ander an dem Cruce haseschen.
Dei hoves bode sal bekumeren tzo dem Nosboeme, tzo Katterberch
unde so verre den wech, as dat kerspel tzo Paffrode wendet, unde
van danne bis tzom Donewalde in dat dorp unde van danne op
dem Eenberch. Tzom Donewalde, wat kummer dar geschein, de;
salmen tzo Paffrode richten unde nicht tzom Donewalde. . Wer
eimans tzo Paffrode, dei tzom Donewalde schuldich were, deme sal-
man niet tzom Donewalde bekummeren. Dei leenlude tzo Paff rode
mogen varen van Paffrode over dei underste brucge unde dei sal
gans sin; wer sei niet gans, dei iunfrowen tzom Donewalde solen
sei tzimeren. Unde schege dem schade van der bruggen wegen,
den schaden solen dei iunffrowen richten van dem den (!) Done
walde [van der bruggen tzom Donewalde dor dei tzwen valdor in
gesinnen dei sclossele an dem nesten hues dar bi; vundemen dei
sclossele nied, so sal men sei opschlaen unde varen vort1)] vort bis
op den Eneberch; wer dei wech so deipe, so salmen varen so langes
over dat veld umbekrodet, ock wer dat velt mit weise beseget.
1) Gleichzeitiger Nachtrag von derselben Hand.
Das Messbuch zu Paffrath.

33

Dei van Katterberch solen varen unde driven bit op den Seligen bach tzuen holtz hauwen tzo eren noede unde nicht verkoufen noch en wech geven. Dei van Torllyngen solen driven in den Herken-broech unde tzuen holtz unde bernholtz hauwen tzo eren noeden1). Dei lude tzo Paffrode solen driven in den Wydersbusch bis sunte Walburgis misse unde dan dar buessen bliven bis unser leiven Mai i. vrowen dach, as men dei worte wiet. Vundemen eimans dar boven Aug. 10, dar inne, so maniche roer so manniche VIIx/2 seh. unde so man-niche ko etc. Wolde eimans van leenluden tzimmeren op leen-guden, dei mogen geerden tzo tzunen um dei steveren in dem Wy-dersbusche hauwen. Tzo arne mogen sei schurrisere unde bende holen in dem Wydersbusche unde niet verkoufen noch en wech geven. Dei van JSTusboem solen er koe driven den wech dorch Noesboem dorch Hynrychs hoff tzom Poele tuschen den wezen an dei loemole us in dei landes straesse2). Dei van Woesboem solen hauwen in der gemeine, dar dei van Paff rode hauwen; vorkoften sei des, so mannich stucke, so mannich VIIY2 seh. Dei van Noes-boim en solen er vee nit vorder driwen dan an dei broder straesse3). Dei in den Hoeven mogen einen scheefer alleine holden unde driven as dei naber drivent. In den Hoeven er market wech dor drees doer. Dei von Blechen mogen einen koeheirden alleine holden unde driven in Strunerbusch unde mit den naheren in dat gemeine unde mogen oech einen schefer alleine holden. Unde wan dey ungeboden dinghe sint, dar solen dei leinman dar sin bi einer pinen van VII1/8 seh., dei kotter VI ,^.
     6. Item so sal neiman scheffen sitzen, id en si ein leinman.
Unde neimant wort sprechen, id en si ein leinman. Unde op ge
weltliche sache mach ein idlich man sprechen.
     7. Item dei kottere solen eren scheffen stoel selven sitzen
unde er wart selven sprechen unde neimans ume loen.
     8.	Item wei leengued vele hevet, dei sal dat dreiworff vele
beiden, dar men dinget, off vor den leenluden unde hoves boden.
Off de erven nicht en quemen tzo gelden, so solde ein leenman
dat golden; schege des nicht, queme dan ein wilt vromede, dei
mach dat gelden unde beholden. Dei hoff sal meiden einen koe
heirden unde einen swein. Unde dei hoff en eirst tzo essen geven,
na der heirden veel is, unde loenen ock dar na, unde dei naheren
dar na, so ho unde so side, as dat gevoeget. Dei hoff mach
haven ein schefer unde dat dorp einen. Dei hoff sal vor driven
unde dat dorp na bis tzo Katterberch, bis tzo Scholer, bis tzo
3) Hier hat die Kopie des 17. Jhs. den Absatz 20 eingeschoben.
     2) Hier hat die Kopie des 17. Jhs. die Bestimmung, dass der vom
Vich an den Zaunen angerichtete Schaden nicht gerichtet werde.
     3) Hier hat die Kopie den Absatz 26 eing-eschoben. Das Folgende:
»Dei in den Hoeven — dei Kotter VI ^" fehlt in der Kopie.
Aanalen des bist. Vereins LXXXVII.	3

 1454 Jan. 14.

34	Ferdinand Schmitz:
Noesboim. Dei hoff sal holden ein vasel rind unde ein vasel swin; q-uemen dat van der heirden op eimans schaden, dei gene, dem dei schade ane geet, en sals nit sclaen noch werfen, dat dem sche-delich sin moge, sunder hei mach dat van deme sime driven unde laesen dat gain.
     9.	To Paffrode is ein gemeine, dar mach al man inne hau
wen tzuen holts unde berne holts, unde sal dar niet mede backen
eder bruwen op veelinghe noch verkouffen. Wei dat dede, so man
niche gerde, so manniche VIIJ/2 seh.
     10. Dei tzo Paffrode sitzen t, dei solen niet nie veies holden
des somers, dan sei holden kunen des winters unde en solen gein
•vei anders in nemen ume loen.
     11. Item queme einich mensche van bussen her in unde
meiden ein hues, dei mach gain in dat gemeine unde hauwen
tzuenholts geerden, bernholts, gelich eime leenmanne.
     12. Dei pannenbeckers, machen sei kulen des dages, dei solen
sei tzo machen; schege des nicht, vel eimans quick dar in, den
schaden solen sei betzalen.
     13. Dei van Paffrode solen er koe driven in den Eschbroech;
in dat Gensechen unde in dat Kluppelbusch solen sei nied driven«
     14. Dei dan beneden der molen, solen holden buwich dei
Molen hoff unde dei widen bruchen unde dei widen van der kirchen
bis op dei molen, bussen tzune stain, sint gemeine.
     15. Hans gud, der m olener, Erbers gued ein scheffen; tzo
Turlingen, Vorst ein scheffen; tzom Syfen dat derde: tzom Noes-
boym, dar Hans wont, dat veirde; dat Blecher gued unde dei bach
dat vunffte; dei Molenhoff dat seste; dat dorp dat sevende. To
sunte -Johanes misse solen sitzen III van Nusboem unde III in
den Hoven.
     16. Item dei Holtshoff, dei hoff van Schonrode, dat gued
van der Molen; item dei III gud tzo Lutzelkerken, dei VI solen
samen sitzen.
     17. Item dat gued tzo Mutze, dat tzo Struendorp II, dat gud
tzo Sclume III, Jacob tzo Pafrode IIII.
    . 18. Item II Katterberch, ein op dissied der bach unde ein op dei ander side der bach, dat sint VI.
     19.	Wei kormode sal geven na kor der leenlude, sal dei hoff
dat perd nest dem besten nenien; is dar gein perd, dei koe nest
der besten; is dar gein perd eder koe etc., so salman op genaden
dedingen unde hir mede dei vorss. kormede tzo dingen.
     20.	*) In den iaren clusent veirhundert unde veirundevunftzich
des nesten maendages na den achtendage drutzein misse in dem
kerspel tzo Pafroede, Cols gesuchte, in dem hertzichdoim van dem
Berghe, tzom Syfen in dem hues Henechen van dem Syfen, kirch-
1) Der folgende Absatz sowie die Nachtrage fehlen in der Kopie.

 
35
Das Messbuch zu Paffrath.
anestere tzo Paffrode, des morgen tzo nuen uren in siner kammeren, •dar hei lach in siner krancheit, kranck van live unde leeden in gots gewalt, wat dan hei starck unde gesunt was van warden, unde van sinnen al geweldich, unde vertzalde unde sprach dit vorge-schreven geburrecht, dar bi over unde ane waren erbermans mit namen: Wyllem van Katterbach, kirchmestere tzo Paff rode; dei alde Peter op dem Berghe, des hoves bode tzo Paffrode, Jacob der weird, hern Eulrichs keiner van Mensinghen unde hoves amptmau tzo Paff rode, Symennychen in der Scherve. Unde ich Conradus Voeghe, pastor tzo Paffrode unde notarius etc. tzo disser sache overmits Jacobe unde Petere unde Wylme vorss. van weghen hern Eulrychs unde des gantzen kerspels entholt unde geescheit in tzuge der warheit, dat ich betzugen mit miner eegen hant disse schrifft geschreven.
i. Gleichzeitige Nachtrage zu den Weistumern des Send- und
Hofrechts.
      1.	So wei ein gerichte des hilgen seindes wilgen1) wil, dei
•,sal deme pastore, sime offermanne unde sinen kirchmesteren eine
maltzit goetlichen doin van allen deme tzitlich is dem dage unde
idlichem kirpelsmanne eine quarte beirs unde einen wecghe unde
idlichem sentscheffen tzweiworf so vele leveren.
      2.	Item also as dar gerort is in dem capittel getzeichen an
den bladeren XXVI, 1. van dem geburrechte. Der selve Henneche
in dem Syfen in der selven kammeren unde in dem selven leger
der selver krancheit, dar hei lach, bekante hei, dat dei lude, won-
haftich op denjguden hir na beschreveri tzo Paff rode tzo kirchen2)
horden in iaren unses heren MCCCC: Dat dorp tzo Paffrode, tzom
Scheefe3), Romerscheyt4), tzo Struendorp des rentemesters gued,
tzom Husechen, tzom Breche, tzo Sclume, dei walkemole de huser
op dissid der bach. Item dat dorp tzom Donewalde, in vortziden
genant Selkoren5), gehorde ock in vortziden tzo Paffrode tzo kirchen;
dat hat ein bischop van Collen unde ein here van dem Berghe an
dat closter tzom Donewalde gebracht0). Unde ock dar bekundet
1) Das Wort steht zweimal in der Vorlage.
      2) Das Wort steht zweimal in der Vorlage, d.'is zweitemal in der
Form kichen.
3) Schiff bei Herrenstrunden, Stadtgemeinde Berg. Gladbach.
4) Romrnerscheid, Stadtgemeincle Berg. Gladbach.
      5) Den Namen Selkoren fur Dunwald kennt auch Korth, Das
Kloster Dunwald, Annalen 44 S. l ff. nicht.
      6) Auch Korth, a. a. 0. S. 35 nennt Paffrath die alte Mutterge-
raeinde von Dunwald und scheint die Erteilung der Pfarrbefugnisse in
Dunwald an das Kloster vor das Jahr 1170 zu setzen, so dass wir es
hier mit einer sehr alten Erinnerung zu tun hatten.
      1) 
•:,;.

Ferdinand Schmitz:

Das Messbuch zu Paffrath.

37

 

unde gerechent, dat Deypesrode gehort tzo Paffrode tzo kircheß unde dei juncfrowen tzom dem Donewalde dat gegulden hant1) unde hant ock gegulden den Eschelbroech den erven aff tzom Bleche^ Tzo Deypesrode quemen closter brodere des conventes tzo Donewalde tzo wonende unde gengen tzom Donewalde tzo kirchenr wante sei dar brodere weren unde worden ock dar ume al dar begraven.
     3. Item ock disse hir na beschrevenen, dei lude dar oppe den
gudeii wonen, gehoren tzo Paff rode tzo kirchen: Tzo Katterberch 2)
II erve, ein op dissid der bach, dat ander op ander side der bach,.
der hinckeden Druden erve, tzo Plackenbroech, Schopmans hoff,
der Scholer, tzom Syffen3), tzo Torllyngen4), Vorst, unde Vorst
Atzelbach, in den Hoven5), tzom Nusboym6), dei Hoeve7), Mutze8)
op disit der bach, tzo Neder-Burstbach 9), drei Holtze10), Meldor11),.
tzom Rosendael12), tzom Bochel13), tzo Kombochen14), II erven tzoe»
Syfen, II Romanyenl5), II Kuckesberch16), tzom Cleye17), Neder
Haedborn18), tzo Overhadborn19), min heren van dem Berge20).
     4. Ock ward bekundet, dat Hynrich tzom Poele sich des erves
tzo dem cruce nied under en wan, dan na der tzid, dat hei tzom
U33 Poele tzo wonen quam. Dat in jaren unses heren MCCCCXXXIII ept< ' in festo Egidii vel circiter. Hei sprach tzo dissem vorss. Hennechen yn dem Syffen, hei wolde um gots willen so vele doin unde decken dat husechen etc.
i4n
unde vunftzich op den sundach ßeminiscere. Unde noch op dissen H55
dach Vocem iocunditatis in iaeren unses heren dusent veirhundert
unde ses undevunftzich en is numment vor uns gekomen van 1456
kerpelsluden tzo Paffrode, dei des gesunt haven, disse alde hillich- A1 '
vard anders, tzo holdene off anders tzo machene dan vorss. is.

     1) Auf dem oberen Blattrande von. der Hand des Pastors Bruel:
Ao. 1656 d. 16. martii. Ein und viertzig blader finden sich annoch in
diesem zeig-erbueh, annoch gultig fur die kirch Paffrath.
2) Stammheim, Kreis Mulheim arn Ehein.
3) Abtei Altenberg.

Anmerkungen:

Seite 1

1) In der Aufzählung bei A. Tille, Übersicht über den Inhalt der kleineren Archive der Rheinprovinz, S. 263 das "Rote Buch" genannt. Wir behalten den Titel bei, den der Schreiber des Buches diesem gegeben hat.

2) Diesen Namen führt sie heute im Stadtbezirke B. Gladbach von Paffrath über Hebborn nach Romaney.

3) Dorf an der genannten Strasse n. ö. von B. Gladbach.

4) Nach Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Kreis Mülheim a. Rhein um 1160 erbaut.

Seite 2

1) Über die ehemaligen. Töpfereien zu Paffrath vgl. Annalen d. hist. Ver. f. d. Niederrh. 15, S. 169 f.

Seite 3

1) Pfarrer Johannes Voeghe von Dortmund war geboren am 1. Okt. 1381; er wurde kaiserlicher Notar am 4. Mai 1423, zum Priester geweiht am 18. Feb. 1433, Pfarrer von Paffrath seit dem 25. Januar 1444.

Seite 4

1) Vgl. Zeitschrift für deutsches Recht 19, S. 321ff.; Zeitschrift für Kirchenrecht, 4, 28ff; 157ff; 5, 1ff.

2) S. 162 ff.

Seite 5

1) Bd. VII. S. 296 ff.

2) Vgl. E. Schröder, Deutsche Rechtsgeschichte, 5. Aufl. 1907, S. 715.

Seite 6

1) Odenthal, Kreis Mülheim a. Rhein, Land.

Seite 7

1) Nussbaum, nö. von Paffrath.

2) Hoffen n. von Paffrath.

3) Schlebusch, Kr. Mülheim a. Rhein, Land.

4) Auf Haus Blegge, Gemeinde Paffrath.

in margine) 1448 Sept. 28.

5) Gemeint sind die voraufgegangenen Register von Renten und Zehnten des Pfarrers zu Paffrath, die hier nicht mit abgedruckt sind.

Seite 8

1) Auch im folgenden ist noch öfter von dem "schwarzen Kreise" die Rede. Gemeint ist die schwarze Umrandung der dieser Edition beigegebenen Kartenskizze, in die der Schreiber alle dem Pfarrer zehntpflichtigen Ortschaften einzeichnete.

2) Hinweis auf den im voraufgehenden Briefe dem Pfarrer gemachten Vorwurf.

Seite 9

in margine 1) 1449 Febr. 16.

in margine 2) 1449 Febr. 22.

in margine 3) 1449 Febr. 24

in margine 4) 1449 März 2.

in margine 5) 1449 März 9.

1) St. Clemens ist Patron von Paffrath.

in margine 6) 1449 März 16.

2) Hebborn, Pfarre Paffrath, Stadtteil von Berg. Gladbach.

3) Borsbach, Pfarre Paffrath, n. von B. Gladbach.

Seite 10

1)