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Nummer 219 - 220 - 221 - 222 - 223 - 224 - 225 - 226 - 227 - 228 - 229 - 230 - 231 - 232 - 233 - 234 - 235 - 236 - 237 - 238 - 239 - 240 - 241 - 242 - 243 - 244 - 245 - 246 - 247 - 248 - 249 - 250 - 251 - 252 - 253 - 254 - 255 - 256 - 257 - 258 - 259 - 260 - 261 - 262 - 263 - 264 - 265 - 266 - 267 - 268 - 269 - 270 - 271 - 272 - 273 - 275 - 276 - 409 - 410 - 411 - 412 - 413 - 414 - 415


Aus: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 15 (1933), S. 1-78.

Seite 1

Der Gesamtkatalog der Handschriften der Kölner Dombibliothek

von Paul Heusgen.

Vorwort.

Die Kölner Dombibliothek ward bekanntlich von Erzbischof Hildebald (+ 818) gegründet. Ihr ältester Katalog vom Jahre 833 wies etwa 175 Bände auf, von denen nur noch 30 - 40 heute vorhanden sind. Der Katalog des Jesuiten Hartzheim vom Jahre 1752 umfaßte etwa 203 Bände; der Katalog vom Jahre 1874, den wir den hervorragenden Forschern Jaffé und Wattenbach verdanken, weist 195 (bzw. einschl. der verlorenen) 218 Bände auf [vgl. Löffler Kölnische Bibliotheksgeschichte S. 1 ff., ebda S. 54 (Frenken)]. Fast alle diese 195 Bände der Dombibliothek wurden zugleich mit den Bibliotheken des Erzbischofs Ferd. Aug. von Spiegel (+ 1835), des Domprobstes München (+1881) und des Domkapellmeisters Leibl (+1870) infolge einer Vereinbarung zwischen dem Erzbischof von Köln und dem Kölner Domkapitel aus ihrem bisherigen Standort im Nordturm des Domes in das heutige Generalvikariatsgebäude (Marzellenstraße 32) überführt und in den schönen, neuen Räumen der Diözesanbibliothek (der früheren Bibliothek des Erzbischöflichen priesterseminars) deponiert. Nur die Handschriften Nr. 2. 12. 13. 14. 59. 88. 128. 141. 143. 149. 212. 215. 218 (nach Jaffé-Wattenbachs Zählung) und 5 bisher noch nicht katalogisierte Hss. (jetzt Nr 269. 270. 271. 274. 414) sind in der Domschatzkammer zurückgeblieben. Durch diese Ueberführung sind die Handschriften einer der ältesten und berühmtesten Bibliotheken der christlichen Aera der wissenschaftlichen Forschung leichter zugänglich gemacht worden. Es sind aber zugleich mit den 1874 katalogisierten Handschriften auch 192 bisher noch nicht in einem gedruckten Katalog verzeichnete Handschriften aus dem Domturm in die Diözesanbibliothek übertragen worden, die teils 1794 nicht nach Arnsberg in Sicherheit gebracht, sondern in Köln verborgen wurden, teils der Bibliothek des Erzbischofs von Spiegel angehören, teils später erworben wurden. Diese bisher unbeachteten Handschriften sollen nun in Folgendem beschrieben werden. Ihre Numerierung schließt Seite 2 sich an diejenige des Jaffé'schen Kataloges an. Die alten Nummern bei Beschreibung der von Spiegel'schen Handschriften beziehen sich auf deren von Prof. Pape 1835 (geschriebenen Katalog (= Hs.324 unten. - Ueber die Bibliothek v. Spiegel's vgl. Schrörs: Die Kölner Wirren S. 256).

Dieser zweite Teil der Domhandschriften steht freilich an Bedeutung weit hinter den ältesten, 1874 katalogisierten Handschriften zurück. Sehr wertvoll ist aber der Kollektar des Gereonsstiftes aus dem 12. Jahrh. (Hs. 241); das Memorienbuch dieser Handschrift habe ich bereits in dieser Zeitschrift, 13. Jahrg. (1931) S. 1 ff., veröffentlicht. Auch sind z. B. die Archivalien der Kölner Nuntiatur und des Mariengradenstifts recht beachtenswert. Da diese wie andere Archivalien der in der Diözesanbibliothek unteilbar deponierten Spiegel'schen Bibliothek angehören, war eine Abgabe dieser Archivalien an das Domarchiv nicht angängig; darum mögen sie auch hier mit aufgeführt werden.

Sehr willkommen wird den Freunden der Dombibliothek das alle 415 Handschriften umfassende Generalregister sein, das aber der Raumersparnis wegen nur den Hauptteil des Jaffé'schen Kataloges berücksichtigt, nicht auch dessen Appendices. Zur Anfertigung des Index über die Handschriften Nr. 1-218 konnte ich eine wertvolle Vorarbeit des Herrn Domvikar Wüsten, Köln, der früher mit tiefem Verständnis alle diese Hss. betreut hat, benutzen; ihm und allen, die mich bei dieser Arbeit unterstützt haben, sei auch an dieser Stelle herzlich Dank gesagt.

219.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR mit Initialen (besonders reichverzierte fol. 1 v und 82r) in der Malweise der Fraterherrn in Köln (Weidenbach) oder der Minoriten?

Incipit fol. 1: Incipiunt festivitates (nur Heiligenfeste) per anni circulum in feste S. Andreae Ap. . . . fol. 1v: Salve crux pretiosa ..... Explicit: fol. 202v: . . . porta coeli. Magnificat. Finis.

Brauner glatter Ganzlederband, Gr.-Folio, 615:410 mm, 202 Bl. Herkunft: Domstift, Köln.

220.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

MESS-ANTIPHONAR; römisch-kölnisch. Initialen in der Malweise der Fraterherrn, Köln, Weidenbach, fol. 1. 106. 128 reichverziert (Gold und blau); schlichter verziert fol. 23v, 124, 152, 239.

Incipit fol. 1: Ad te, Domine, levavi animam meam . . . Explicit fol. ult. v.: . . . conbeari et sociari in eterna requie.

Holzdeckel in Rindslederband mit gotischen Beschlägen. Gr.-Folio, 525:365, 238 Bl.

Herkunft: Domstift, Köln (vgl. gegen Ende: de patronis S. Metropolitanae ecclesiae, de S. Gregorio Spoletano).

Seite 3

221.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR, Bildinitialen (fol. 1 und 229), Initialen mit Blumenornamentik (fol. 162, 202), Initialen meistens rot, blau und schwarz (diese oft mit Drolerien), gemalt von den Fraterherrn, Köln, Weidenbach. (Vgl. Katalog der Düsseldorfer Ausstellung 1904 Nr. 585 f.).

Incipit fol. 1: Ecce dies veniunt, dicit dominus . . (Initiale E mit Darstellung des Weltgerichts, unten die Hölle). Explicit fol. 336v: Surrexit christus . . . Vox leti. v s.

fol. 229 vortreffliche Miniatur: Der hl. Andreas schützt in Gestalt eines Fremdlings einen seiner Verehrer, einen frommen Bischof, vor der Versuchung des Teufels, der die Gestalt einer Dame angenommen (vgl. Beissel in Zeitschr. f. christl. Kunst Bd 18. S. 183. Jacobus de Voragine: Legenda aurea. Hagenau 1516. fol. a 5).

Holzdeckel in Schweinsleder mit Rahmenpressung. Gr.-Fol., 480:340 mm, 336 Bl.

Herkunft: Dem Kölner Domstift geschenkt von seinem Priesterkanoniker Brictius Eberauer (17. 4. 1510-5. 12. 1518 urkundl. genannt, vgl. Roth in Kuphals Festschrift: Der Dom zu Köln 1931, S. 289). In dieser und den folgenden 4 Hss. werden vorn Eberauers Verdienste um das Domstift aufgezählt, wie folgt:

"Venerabilis quondam et egregius vir dominus Brictius Eberauer hujus ecclesie presbiter canonicus ut summam erga deum pietatem et praecipuum in ecclesiam Coloniensem amorem ostenderet, non indignis muneribus et beneficiis hoc templum decoravit. Primo utrumque latus chori libris et pulpitis exornavit idque in usum vicariorum. Secundo Altara sete crucis et dive Anne consecrari curavit. donavit calice. locupletavit sacratis vestibus libro candelis ceterisque ornamentis. Atque in eo perpetuam missam singulis diebus Nora octava per vicarios vicissim instituit celebrandam. Tertio effecit ut singulis diebus expleto jam completorio decantetur Antiphona de domina tempori consentanea. quodque ex ea, quisquis e chori consortio interfuerit, duos hale. (helleros?): promereatur. Quarto ordinavit ut venerabili sacramento quod dominicis diebus in summo altari exponi solet bini faces proferantur precedantque pueruli qui inter exeundum concinant: Ecce panis angelorum. Revertentes vero modulentur: O bone Jesu. Quinto memoriam obitus sui pie fideliterque fundavit atque tandem egit tum per se tum per suos executores ut isthec universa et singula legitime bona fide pagentur et satisfiat per presentiarios et curatores. Hujus itaque domini Brictii dono presens liber expositus est".

Darunter das Wappen Eberauers: Im blauen zehneckigen Schild die Majuskelschrift: Vive Tibi.

222.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (Winterteil) mit schönen Bildinitialen der Weidenbacher Fraterherrn (?): fol. 1: (Mariae Verkündigung), 165 (Ostern), 205 (St. Petrus), 233 (Berufung der Apostel: St. Andreas durch das seichte Wasser des Seeufers zu Christus eilend), 284 (Mariä Lichtmeß).

Seite 4

Incipit fol. 1: Ecce dies veniunt, dicit dominus . . . Explicit: fol. 337: . . . Surrexit dominus . . . Vox letitie . . .

Holzdeckel in Schweinsleder mit gotischen Beschlägen. Größe 360:490, 337 Bl.

Herkunft: Geschenk Eberauers an das Domstift (vgl. die Angabe vorn wie Nr. 221).

223.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (Winterteil) mit 2 besonders schönen Bildinitialen (fol. 1: David mit erhobenen Händen betend; rechts eine gotische Königsburg; oben Gott Vater mit Tiara; fol. 209: St. Andreas mit seinem Kreuz in blauem Gewand mit rotem Mantel), gemalt von den Fraterherren der Weidenhach zu Köln (vgl. Katalog der Düsseldorfer Kunstausstellung 1904. Nr. 585).

Incipit fol. 1: Ecce dies veniunt . . . . Explicit fol. 29v: . . . . Suffragia communia. 295.

Holzdeckel in Schweinslederband mit gotischen Beschlägen. 2°. 475:350 mm. 297 Bl. - Initialen meist rot, blau und schwarz.

Herkunft: Geschenk Eberauers an das Domstift (vgl. die Angabe vorn wie zu Nr. 221).

224.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (Sommerteil) mit schönen Bildinitialen in der Malweise der Weidenbacher Fraterherren: fol. 1: Pfingsten. fol. 9: Fronleichnam (2 Engel die Monstranz mit der hl. Hostie erhebend). 14v: hhl. Dreifaltigkeit. 103: Enthauptung d. hl. Johannes Bapt. 110v: St. Peter und Paul. 140v: die hl. Dreikönige. 174: Mariä Himmelfahrt. 203: Maria dem Kinde, das in der Hand einen Apfel hält, die Brust reichend; vor ihnen liegt ein gelbes Stäbchen, ein aufgeschlagenes Buch und ein Apfel. 221: Jacob und die Himmelsleiter. Sonst Initialen rot, blau und schwarz; einige mit Blumenornamentik; fol. 265: Schmuck aus Gold und Edelsteinen.

Incipit fol. 1: Veni sancte Spiritus . . . . Explicit fol. 325: . . . pericula et gehenne ignis incendium.

Holzdeckel in Schweinslederband mit gotischen Beschlägen. 2°. 520:370 mm. 333 Bl.

Herkunft: Geschenk Eberauers an das Domstift (vgl. die Angabe vorn wie zu Nr. 221).

225.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (Sommerteil) mit schönen Bildinitialen nach Weidenbacher Malweise. (fol. 1: Pfingsten. fol. 8v: Fronleichnam - 2 Engel je eine Kerze haltend zu beiden Seiten eines Altars, auf dem eine Monstranz mit der hl. Hostie steht. 14v: Christus als Weltenkönig mit Erdkugel. 107v: St. Petrus und Paulus. 135: die h. Dreikönige. 168: Mariä Himmelfahrt), mit Seite 5 Gold verzierte Initialen fol. 61. 100. 195v. 281v., mit Blumen verzierte z. B. fol. 2.

Incipit fol. 1: Veni sancte Spiritus . . . . Explicit fol. 305v: Da pacem Domine. Fiat pax in . . .

Holzdeckel in SchweinsIederband mit got. Beschlägen. 2°. 520:360 mm. 305 Bl.

Herkunft: Geschenk Eberauers an das Domstift (vgl. die Angabe vorn wie zu Nr. 221).

226.

Perg.Hs. 14. Jahrh.

MESS- UND OFIFIZIUMS-ANTIPHONAR, römisch-kölnisches, mit Hufnagelnoten. Initialen rot und blau; zierlicher (in Gold) fol. 1. 117. 133; nur fol. 153v Bildinitiale (Vogel mit Stierkopf, oben ein Affe).

24 Vorblätter: Offizien der Marienfeste, an erster Stelle das ausführliche Offizium des Festes der Schmerzhaften Mutter (Compassio seu Commendatio B. M. V.), worauf sich eine Vorblatt 24 geschriebene Urkunde bezieht, die ich nur im Regest wiedergebe:

1512 7. Mai. Dechant und Kapitel von Mariengraden bestätigen die Annahme einer Memorienstiftung von 50 Goldgulden aus dem Nachlaß ihres Mitkanonikers, des Thesaurars Everhardus de Arbore. Die Memorie ist zu halten am Feste der Schmerzhaften Mutter (am 1. Freitag nach Jubilate) für den Stifter selbst, seine Eltern, seinen Onkel, den Priester Everhard Smyt, den früheren Glöckner an Mariengraden Laurentius Kramp und dessen Eltern. Die einzelnen Dienste und die Verteilung der Gefälle am Vortage und Tage der Memorie werden genau festgesetzt. Als magistri fabricae von Mariengraden werden genannt Deytmar und Heinrich Kraen. Das Stift besaß Geldrenten, die es vom Abt zu Prüm (prumea) und zu Arnheim erworben hatte.

Es folgt ein Reimoffizium des hl. Suitbertus (ähnliche Verse bei Dreves, Analecta hymnica IV 241, V 226).

Incipit fol. 1: Ad te, domine, levavi animam meam . . . . Explicit fol. 536v: . . . . prorsus omnia corrupcionis vulnera. Deo Patri sit gloria . . . Dann folgt die Abschrift des Testamentes, das der bekannte reiche Erblasser Heinrich von Hirtz (de Cervo), gen. von der Landskron, Propst von Nideggen, Kanonikus von Mariengraden, St. Maria im Kapitol und am Bonner Kassiusstift, Pfarrer von (Klein-)St. Martin in Köln, 1358 errichtete, in dem er die Schenkung des vorliegenden Graduale an das Mariengradenstift in Köln ausspricht. Das Testament ist gedruckt in den Annalen des historischen Vereins f. d. Ndrh. 20, 70 ff. - fol. LIX: Fest der hl. Lanze, 1353 von Papst Innozenz VI bewilligt; also ist das Graduale zwischen 1353 und 1358 geschrieben.

Seite 6

Holzdeckel in Rindsleder, das vorn abgerissen ist. Größe: 444:333 mm. 536 Bl.

Herkunft: Mariengradenstift, Köln, aus dem Nachlaß des Heinr. v. Hirtz:

227.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR mit einfachen Initialen.

Incipit fol. 1: Ecce dies veniunt . . . (Initiale E: mit Wappen von Jülich (auf goldenem Schild ein schwarzer Löwe mit roter Krone). Explicit fol. 292v: . . . placatum tuum redde filium alleluia.

Holzdeckel in Schweinsleder mit gotischen Beschlägen. Gr.-Fol. 520:380 mm. 292 Bl.

Herkunft: Domstift, Köln (auf dem inneren Vorderdeckel steht: "Georgius Grieffrat senior choralis factus est anno Domini 1581 mense Decembri a . . . Comite de Manderscheid" (= Johann v. M., Kölner Domkeppler vgl. Roth in Kuphals Domfestschrift 1931 S. 267).

228.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

MESS-ANTIPHONAR (GRADUALE), römisch-kölnisches. Herausgerissen sind die Initialen fol. 1. 119. 143. Bild-Initialen: fol. 15: Weihnachtsbild (neben dem Kindlein ein Kohlenfeuer?, hinten 2 Männer - Mönche?). fol. 172v: Berufung des hl. Petrus und Andreas am See. fol. 188: Petrus mit den Schlüsseln. fol. 21. 238. 244. 269 mit Gold verzierte Initialen.

Incipit fol. 1: Ad te; Domine, levavi animam meam. Explicit fol. ult.: . . . sociari in eterna requie.

Holzdeckel in Rindslederband mit gotischen Beschlägen. Gr.-Fol. 580:410 mm. 254 Bl. u. Nachtr.

Herkunft: wohl Domstift, Köln.

229.

Perg.Hs. 1498.

MESS-ANTIPHONAR (GRADUALE) mit 2 (früher 3) sehr schönen Bildinitialen nach Malweise der Weidenbacher.

Incipit fol. 1: Ad te, Domine, levavi animam meam. In der Initiale A oben Darstellung eines Vorbildes aus dem Alten Testament: die Königin von Saba schenkt dem König Salomon Gold etc.; darunter die Erfüllung dieses Vorbildes: "Könige von Saba" opfern dem wahren Salomon (= Friedensfürsten) Gold etc. (eine ähnliche Darstellung im Kölner Dom: 4. Glasfenster links, vom Jahre 1508). - fol. 15a: Weihnachtsbild. - fol. 23. 143. 249: blumenverzierte Initialen. - fol. 124a: Auferstehung des Herrn; unten 2 Vorbilder der Auferstehung: Samson mit den Torflügeln; Jonas vom Fische ausgespieen. - fol. 148: Pfingstbild verwischt. Explicit fol. ult.: . . tellus herbida plaudit Christo, que tremula ejus morte se casuram minatur.

Schwerer Holzdeckel in Schweinsleder mit Beschlägen; 1 Schließe abgefallen. Gr.-Fol. 578:404. 257 Bl.

Herkunft: Dem Domstift geschenkt von 2 Edelkanonikern desselben; Seite 7 vgl. die Inschrift vorn (teilweise verwischt): " . . (ad) Dei Omnipotentis in laudem et gloriam patronorumque honorem et ecclesie decorem quondam Johannis de Richensteyn subdecani hujus ecclesie et Stephani de Bavaria Thesaurarii ecclesie ejusdem." Links das Wappen der von Reichenstein a. d. Wied, rechts ein bayerisches Wappen. Unten schließt die Inschrift: . . collatoresque et suorum benefactorum omnium et singulorum salutem sempiternam. Completum a. D. 1498, die 2. Aprilis. Vielleicht ist unten noch "Fratres de Wydenbach" zu lesen. - Ueber Johann I. von Reichenstein vgl. Kisky, Domkapitel S. 70 Nr. 210, über Stephan I. von Bayern (- Simmern - Zweibrücken - Veldenz) ebenda S. 41.

230.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (Winterteil) mit Bildinitialen in Malweise der Weidenbacher.

Incipit fol. 1: Ecce dies veniunt . . (Initiale mit Bild des Weltgerichts). fol. 165: Osterbild mit Goldleiste. fol. 233: St. Andreas mit Goldleiste. Explicit am Ende der Nachträge: . . beato frui consilio.

Holzdeckel in Rindslederband mit gotischen Beschlägen. Gr.-Fol. 520:370 mm. 312 Bl.

Herkunft: Domstift Köln (Inschrift fol. 1).

231.

Pap.Hs. 1740.

"SUPPLEMENTUM ad officia nova et missas novas juxta recentissimam breviarii nostri ordinationem dedicatum conventus Coloniensis guardiano Adamo Puetz. Conscriptum a fr. Caesario Chesal, O. F. Min. Convent. Coloniae anno 1740" steht fol. 1. - Schlecht gemalte blaue und rote Initialen.

Incipit fol. 1: Sicut lilium inter spinas . . . . . Explicit fol. ult.: Adorate Dominum omnes angeli ejus.

Holzdeckel in Schweinsleder. Gr.-Fol. 510:360 mm. 134 Seiten.

Herkunft: Minoritenkloster, Köln.

232.

Pap.Hs. 1740.

"SUPPLEMENTUM ad officia nova" . . (dieselbe Handschrift, von demselben Schreiber, wie Nr. 231, aber dem Guardian P. Nazarius Schmitz gewidmet).

Initialen, Incipit, Explicit, Einband, Größe, Blattzahl und Herkunft wie bei Nr. 231.

233.

Pap.Hs. 18. Jahrh.

SUPPLEMENTUM eines Antiphonars: "Festa de Nomine Jesu et compassionis B. M. V. a latere decani pro dominis canonicis" (vgl. den innern Vorderdeckel).

Incipit fol. 1: Confitebor tibi Domine . . Explicit fol. ult. . . . : Deus noster, nos autem populus . .

Seite 8

Pappdeckel in Schweinsleder. Quart 273:216 mm. 48 Bl. u. Nachträge.

Herkunft: wohl: Domstift, Köln.

234.

Perg.Hs. 15/16. Jahrh.

MESS-ANTIPHONAR (GRADUALE) in der Malweise der Weidenbacher. Initialen rot und blau, doch fol. 89v weiße auf Goldgrund. Vorn und hinten fehlen Blätter.

Incipit fol. 1: . . . ejus innocens manibus . . Explicit fol. 161a: . . . dixerat. Nos igitur mortales . . .

Brauner Lederband. Quart 263:189 mm. 161 Bl.

Herkunft: wohl Domstift, Köln.

235.

Perg.Hs. 1467.

LECTIONAR in schöner gotischer Schrift; rote und blaue Initialen.

Incipit fol. 1: In nativitate domini . . Hec dicit dominus. Explicit fol. 110v: . . . Jesus Christus in gloria est dei patris.

Brauner Lederband. Quart 305:212 mm. 110 Bl.

Herkunft: Pfarrkirche St. Laurenz, Köln. - Auf dem 1. Vorblatt steht: "Hunc librum executores testamenti Nicolai Verkenesser dedicaverunt parochiali ecclesie S. Laurentii Coloniensis. Similiter librum vigiliarum et commendacionum et unam (missam) agendam pro salute dicti Nicolai nec non et quondam uxoris sue Greitgyn Rodenkirchen. Anno Domini 1467".

236.

Pap.Hs. 1577-1586.

PRIVATRECHNUNGSBUCH des Kölner Buchdruckers Calenius-Quentel, geschrieben nicht von Gerwin Calenius (+ 1600), sondern vom Erben seiner Druckerei Arnold Quentel (+ 1621). Diese für die Geschichte des Kölner Buchdruckes wertvolle Handschrift beschrieb und würdigte eingehend: Otto Zaretzky in den Annalen des hist. Vereins f. d. Ndrh. Heft 93 (1912), S. 55 ff., besonders S. 64 ff.

Schweinslederband. 4°. 300:210 mm. 189 Bl.

Herkunft: Erben Arnold Quentel.

237.

Pap.Hs. 1794.

ACTA coram tribunali S. Nuntiaturae Coloniensis ventilata in causa Aquisgranensis B. M. V. canonici capitularis ecclesiae regalis baronis de Guaita. contra praefatum capitulum praesentata rmo. et excellmo. dno. nuntio apostolico . . die 23. Jan. 1794.

Ohne Einband. Quart 315:194 mm. 141 Bl.

Herkunft: Nuntiaturarchiv, Köln (vgl. im Index unter Köln).

238.

Pap.Hs. Ende 15. Jahrh.

OTTO VON PASSAU: Dye XXIIII alden off der gulden throyn der gemynder Selen. - Niederdeutsche Uebersetzung des Seite 8 Werkes des deutschen Mystikers, Lesemeisters zu Basel, O. Fr. Min., von dem noch etwa 112 Hss. existieren.

Incipit fol. 1 dieses vorn defekten Exemplares: . . . kraft hue dar na wey oytmodycheyt strydet wider houerdye . . . Explicit: Otten van Pasauwe . . . der dyt boych . . alzo samen gemacht und vollen bracht hayt . . 1386 Lichtmeßabend. - Dyt boych is de sustere van Lynnych (= Linnich, Kr. Jülich) van der dyrder regelen sante Francyskus wonende up deme kyrch houe.

Angebunden ist: 1) Sprüchw. cap. 1-7. - fol. 263-268. 2) BERNARDINUS von Siena (etliche Punkte, die er gepredigt) fol. 269-272. - Explicit fol. 272: . . dar umb leve kynder hodet uch vor alle sontlyche sachen want dye zyt vns leuens wylt balde eyn ende hauen. deo gracyas. - Byddet got vor syster Ayllet van Lych (= Lich, Kr. Jülich) dye dat boych geschreuen hayt dat sych got ouer sy erbarmen wylle.

Brauner Lederband mit schöner Pressung. Oktav, 213:144 mm. 272 Bl.

Herkunft: "dy sustere van Lynnych". - Dr. W. Wahlenberg, Juliacensis.

239.

Pap.Hs. um 1754.

KOLLEGHEFT eines Schülers des Dreikönigen-Gymnasiums Köln.

Incipit pg. 1: Physicae specialis pars unica . . . - Zwischen der Hs. und am Ende sind gedruckte Thesenzettel vom J. 1754 eingebunden.

Brauner Lederband. Oktav 231:178 mm. Nicht paginiert.

Herkunft: ?

240.

Pap.Hs. 1791 mit Druck.

LECTIONAR (Titelblatt fehlt). Druck mit Noten.

Angebd. (Hs.) Antiphonae pro novo supplemento. pg. 24 steht: Conscripsit Antonius Cremer in Waldorf 1791.

Brauner Halblederband. Quart 316:215 mm. 24 Bl. der Hs.

Herkunft: Pfarrkirche zu Waldorf?

241.

Perg.Hs. 1131-1545.

KOLLEKTAR des St. Gereonsstiftes, Köln. Inhalt:

1) fol. 1-14: MEMORIENBUCH des Gereonsstiftes (das älteste und wertvollste), geschrieben zwischen 1131-1137, mit Nachträgen bis ca. 1260, herausgegeben von Paul Heusgen im Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 13 (1931) S. 1 ff.

2) fol. 1 unten: URKUNDE von 1247 (Bisher ungedruckt, Kopie; darüber steht: Sequens carta habetur in libro rubro, fol. 89. Seite 10 Ueber den liber rubeus vgl. Jörres, Urk.B. von St. Gereon pg. III.).

Regest: Wittekind, Chorbischof von St. Gereon (bei Jörres a. a. O. S. 712 1235-1245 urkundl. gen.) stiftet zur Erhöhung der Martyrin Katharina 2 Ohm Wein zur Verteilung an die im Chore an genannten Tagen anwesenden Kanoniker.

3) fol. 15: URKUNDE des 12. Jahrh. (?) nicht datiert (Kopie), bisher ungedruckt.

Regest: Der Streit des Gereonsstiftes mit seinem Gutsverwalter zu Morstorp (=Morsdorfer Hof, Müngersdorf vgl. Jörres a.a.O. S. 743) über die Zugehörigkeit der Decksteiner Mühle zum Morsdorfer Hofe wird zugunsten des Stiftes entschieden.

4) fol. 15v-25v: HYMNEN (mit Neumen) meist bekannte; über den fol. 15v stehenden Hymnus: Summe deus precor, der nur hier vorkommt, vgl. Dreves: Analecta hymnica XII 63. - fol. 15v: schöne romanische Initiale.

5) fol. 31v: VERZEICHNIS von Wachs- und Geldzinsigen an das Gereonsstift (12. Jahrh.), das bekannte Kölner Patriziernamen enthält.

6) fol. 26v ff.: Lateinische GEBETE, nach dem Chorgebet zu verrichten. (fol. 32 oben steht: von später Hand: Excisum ex antiquo Collectario Ecclesie nostre S. Gereonis substitutus novus ad posterum usum.) Gebete für die im Nekrolog genannten Verstorbenen.

7) fol. 44v: ALLERHEILIGEN-LITANEI (ьber die Anrufung von St. Ursula, Pinnosa und den 11000 Jungfrauen vgl. Levison in Bonner Jahrb. 132, 30).

8) fol. 51 ff.: BENEDIKTIONEN (fol. 51: schöne romanische Initiale E).

9) VIGILIEN und Kommendationen.

10) fol. 61v: BENEDICTIO super capsellas et fustes et super eos qui cum his limina apostolorum et aliorum sanctorum petituri sunt.

11) fol. 66v: der scheinbar unter dem ersten Eindruck des Ereignisses geschriebene Bericht über die Erschlagung des Grafen Wilhelms d. Gr. von Jülich zu Aachen (1277), der aus unserer Hs. auch in das im Düsseldorfer Staatsarchiv befindliche Kollektar des St. Gereonsstiftes überging, aus dem ihn Kelleter im Korrespondenzblatt der Westd. Ztschr. Bd. XIII (1894) Nr. 138, Sp. 219, abgedruckt hat. Doch fehlen nach freundl. Mitteilung des Herrn Staatsarchivrats Dr. Lau, Düsseldorf, bei Kelleter die Worte, die in unserer Hs. hinter "Wilhelmum primogenitum" stehen. "et alios duos"

Seite 11

12) fol. 66v: VERSICULA etc.

13) fol. 68v: STATUTUM ECCLESIE (S. Gereonis) de anno 1361, mense Octobris (Kopie). Anscheinend nicht gedruckt.

Regest: Wie schon 1219 (Dörres a. a. O. Urk. n. 73) bestimmt wurde, sollen Edelkanoniker von St. Gereon erst nach 3 Jahren, Priesterkanoniker aber erst nach 2 Jahren Wartezeit in den Genuß ihrer Pfründe gelangen. Den Vorgängern im Besitz jeder einzelnen Kapitelspfründe, wenn sie durch Tod freigeworden, deren Erben soll das Stift aus den Einkünften der Pfründe noch 2 Jahre lang eine jährliche Gnadenzahlung von 40 laufenden Gulden gewähren; alle übrigen Einkünfte sollen in den Jahren der Exspektanz ganz der Kirchenfabrik zufallen. Die Memorien der Verstorbenen sollen nach dem letzten Willen der Schenkgeber gefeiert und die dabei üblichen Distributionen vorgenommen werden.

14) URKUNDE vom Jahre 1277, 18. Jan. betr. Verpachtung des Stiftshofes zu Lachem (bei Merkenich) an den Kolonen Theodor genannt Dechant. (Kopie). - Gedruckt bei Ennen, Quellen d. St. Köln III 136. Regest bei Jörres a. a. O. S. 167, der aber irrig 1278 als Datum angibt.

15) fol. 69v und 70: Undatierte URKUNDE (Kopie) über die erste Verteilung der Weinberge des Gereonsstiftes zu Niederbachem. Die Namen der hier genannten Edelkanoniker gehören nach Jörres (Register) dem Ende des 13. und dem Anfang des 14. Jahrh. an.

16) fol. 69v oben: URKUNDE von 1433, 1. Okt. (Kopie). Ungedruckt.

Regest: Der Dechant und alle Kanoniker von St. Gereon beschließen, wie schon vor 6 Jahren, daß die Einlieferung der Schweine durch die Pächter an das Stift am St. Remigiustage zur Zeit der Hochmesse, nicht zur Zeit der ersten oder zweiten Vesper erfolgen solle. - Die hier Genannten, der Dekan Gottfried und der Chorbischof Werner von Wittgenstein, fehlen bei Dörres a. a. O.

17) fol. 69v unten: URKUNDE von 1288 (Kopie). Ungedruckt.

Regest: W(alramus), Propst von Aachen und Graf von Jülich, verbietet auf Bitten des Propstes Werner von St. Gereon seinem Beamten H. von Gevenich streng, das Gereonsstift im ruhigen Besitz und Genuß seiner Güter zu Viersen, Oeckhoven (Kr. Grevenbroich), Gereonsweiler und anderswo noch ferner irgendwie zu stören, wie er bisher durch Beschlagnahme der Früchte usw. es getan, und befiehlt, nach Allerheiligen noch beschlagnahmte Früchte dem Propst zurückzugeben.

18) fol. 70v: CONCLUSIONES in disciplinis servandae.

19) fol. 71: URKUNDE von 1244, Mai (Kopie). Erzb. Konrad von Köln gewährt den Kanonikern von St. Gereon ein zweites Seite 12 Gnadenjahr, da diese ihm für 1244 1/10, für 1245 1/20 ihrer Einkünfte freiwillig geschenkt haben. - Gedruckt bei Dörres a. a. O. S. 117.

20) fol. 71 unten: NOTIZ über Einkünfte des Gereonsstiftes zu Nettesheim.

21) fol. 71v: RESPONSORIUM (mit Neumen) auf die hl. Martyrer (St. Gereon u. Gen.).

22) fol. 73r: URKUNDE vom 2. Aug. 1519 (Kopie). Ungedruckt. .

Regest: Petrus Sele, Scholaster, und benannte Kanoniker von St. Gereon beschließen: 1. nach dem Privileg des Papstes Honorius III. vom J. 1224 sollen nur die Kanoniker an Wein und anderen Spenden teilhaben, die wenigstens 4 Monate im Jahre Residenz gehalten haben und am St. Gereonsfeste wenigstens bei der 1. oder 2. Vesper sowie bei der hl. Messe oder bei der Matutin im Chore anwesend waren, - 2. das sogenannte Superest, d. h. der Rest der täglichen Anwesenheitsgelder für den Chordienst, soll nur residierenden Kanonikern verhältnismäßig zufallen, - 3. die Jahre der Exspektanz eines Priesterkanonikates oder einer Pfründe sind zu berechnen vom Tage der Zuweisung des Besitzes der Pfründe durch das Kapitel oder wenigstens vom Tage der Vorweisung der Provisionsurkunde im Kapitel, - 4. ein Gnadenjahr soll nur den Erben von Kanonikern, die residierten, gewährt werden, - 5. als anwesend im Chore gelten hinsichtlich der Distributionen auch kranke oder sonst durch ein Hindernis der Natur oder des Alters verhinderte Kanoniker. - 6. Der Offizial von St. Gereon hat jährlich die Rechnung dem Kapitel vorzulegen.

23) fol. 75: Notarielle URKUNDE vom 12. Okt. 1545 (Kopie). Ungedruckt.

Regest: Johannes Gropper, Scholaster, und benannte Kanoniker von St. Gereon beschließen: Keiner darf künftig ins Kapitel von St. G. aufgenommen werden, der außer dem gewöhnlichen Eid nicht auch noch einen speziellen Eid abgelegt hat, daß er sich an den Glauben und die Gesetze der römisch-katholischen Kirche halten und mit dem ganzen (Klerus der Stadt Köln den hl. katholischen Glauben verteidigen wolle. Zuwiderhandelnde sollen vom Amte und Benefizium suspendiert werden. (Berufung auf das Privileg des Papstes Honorius III. vom J. 1224.)

Größe 268:189 mm. Heller, neuer Schweinslederband.

Herkunft: St. Gereonsstift, Köln. - Privatbesitz? (vgl. Dreves in Analecta hymnica. XII 13).

242.

Pap.Hs. ca. 1471.

NICOLAUS DE LYRA: Postilla in quatuor evangelia.

Incipit fol. 1: Evangelium secundum Matthaeum habet viginti Seite 13 et octo capitula. - fol. 1 v: Sequitur prohemium . . . Nicolai de Lyra super quatuor evangelia. - Am Ende von Mc. (fol. 225) steht die Jahreszahl 1471. - fol. ult.: Explicit postilla super evangelio secundum Joannem, pro quo sit laus et gloria christo.

Holzdeckel in rotem Leder mit Pressung (8 Mal der Name "Maria"). 2°. 311:215 mm. Initialen rot. 487 Bl.

Herkunft?

243.

Perg.Hs. 1444-1535 u. Pap.Hs. 1651-1694.

BUCH der Bruderschaft der hl. Maria Magdalena in der Pfarrkirche St. Laurenz, Köln "up dem gewolve", bestätigt 1444, 2 Febr. - Auf dem vorderen Einbanddeckel: Laurenz VII M Nr. 2. Auf dem Vorblatt: Liber Ecclesie S. Laurentii Coloniensis. - Confraternitas B. M. Magdalene. - Initialen u.

Ueberschriften rot.

Incipit fol. 1: In gotz namen. Amen. Dit is de broderschaff der heilger junfferen sent Marien Magdalenen zo sent Laurencius up dem gewolve. - fol. 2: Dit sint de gesetze de overmitz de brodere geordeneirt haint . . Es folgen Nachträge und Verzeichnisse der Brüder und Schwestern von 1471, 1504, 1521, 1535; auf einer Pap.Einlage in größerem Format noch Eintragungen von 1651-1694.

Grauer Lederband. Größe: 178:131 mm. 39 Bl. u. 2 Bl. Einlage.

Herkunft: Pfarrkirche St. Laurenz, Köln.

244.

Perg.Hs. um 1400 (wohl nicht um 1323).

OFFICIUM DEFUNCTORUM.

Incipit pg. 1: Placebo domino . . . Explicit: fol. 111 f.: . . . postulant consequi mereantur. Per christum dominum nostrum. - Noverint unversi quod ego Joannes de Tuicio alias de Tyczervelde plebanus sancti Martini Colon. istum librum una cum alio libro isti consimili in ligatura tenore et scriptura fraternitati plebanorum Coloniensium ob honorem preclarissime genetricis summi regis domini nostri Jesu Christi ac omnium sanctorum et electorum erogavi, ut honor laus et cultus divinus (!) preelecte genetricis eo perfectius fervencius sollicicius et fructuosius ab omnibus laudis ac predicationis sue (sic!) presentibus honoretur, ut viventes ipsius acquirent (sic!) favorem et mortui vitam sempiternam. Amen.

Dieser 1355 31/1 - 1401 30/11 urkundlich genannte Johannes, Sohn Hermanns de Tuicio sive Tuitzerfelde, war 20/1 1399 Kanonikus des Kölner Kapitolstiftes, daher wohl auch Pfarrer der diesem Stift inkorporierten Pfarrkirche (Klein-)St. Martin (als solcher wohl bisher nicht bekannt). Wahrscheinlich ist er identisch mit Johann von Titzerfelde, Neffe des Dechanten von Münstereifel Robert von Deutzerfeld. Schon als Student des kanon. Rechtes zu Paris ward Johann Kanonikus von Mariengraden, später auch Seite 14 Pfarrer in Neustadt (Bistum Trier), Altarist in Gerresheim und an Mariengraden zu Köln, Domherr daselbst, Pfarrer in Höngen und (noch 1401 30/11) Dechant in Kaiserswerth. (Sauerland, vatikan. Regesten IV nr. 214. 248. VI nr. 323. 435. 447. 775. 1129. 1174. 1180. VII 182. 238.) - Ueber die Fraternität der Kölner Pfarrer vgl. Gescher in: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Heft 40 S. 163 ff. und die dort angegebenen Quellen.

Der nach Kisky (Domkapitel S. 94 nr. 26) 1323 urkundlich genannte Joh. de Tuicio kommt hier wohl nicht in Frage.

pg. 113 ist ein Katafalk mit rotgoldener Decke gemalt, auf dem ein Kelch steht wie beim Begräbnis eines Priesters. An den 4 Ecken des Katafalks stehen 4 brennende Kerzen und je ein Diakon mit rotgoldener Stola und einem aufgeschlagenen Buche (einem der 4 Evangelien) in der Hand, jeder nach einer der vier Himmelsrichtungen hingewandt.

Initialen blau und rot.

Holzdeckel in gelbem Lederband. Initialen: blau und rot. Oktav. 214:143 mm. 114 Seiten. Auf dem vorderen Einbanddeckel oben N I.; unten: Nr. 6. - Metallbuckel und Schließen fehlen; nur Rest eines Lederriemens noch übrig.

Herkunft: Johannes de Tuicio. - Fraternität der Kölner Pfarrer.

245.

Pap.Hs. 1744-1755.

STIFTUNGSBUCH der St. Laurenzkirche in Köln. - Zuerst sind die Einkünfte nach Stiftungen geordnet, dann nach dem Kalender. - Alte Signatur (fol. 1) Laurenz Caps. XI. Nr. 5.

Incipit fol. 1: Reditus per annum pro fundationibus ecclesie parochialis S. Laurentii Colon. percipiendi a d. pastore. Anno 1744. Explicit fol. 207v: Praeceptor S. Antonii. Prior Corporis Christi. vidua Holffs.

Ohne Einband. Oktav, 215:170 mm. 207 Bl.

Herkunft: Pfarrkirche St. Laurenz, Köln.

246.

Pap.Hs. 1431.

STATUTA provincialia et synodalia ecclesie Coloniensis.

Incipit fol. 1: Incipiunt statuta Dni Conradi archiepi Colon. et primo de libertate cleri . . . . Explicit fol. 108v: Anno 1431 in profesto Mychahelis archangeli.

Angebd.: fol. 117 ff. CURA audiendi confessiones infirmorum.

Incipit: Confessor cum infirmum in extremis visitare vult . . . Explicit fol. 128: . . . accedat ad alios libros de hoc tractantes.

Holzdeckel in braunem, schön gepreßtem Lederband der Zeit. Auf dem vorderen Einbanddeckel: Statuta dni. Conradi Colon ..... Oktav 210:142 mm. 128 Bl. Noch nicht abgelöste Schutzblätter.

Herkunft: Abtei Werden (vgl. fol. 1. Liber sancti Ludgeri in Werdena).

Seite 15

247.

Pap. (teilweise Perg.) Hs. 15. Jahrh.

1) MEYER ADAMUS, abbas S. Martini Col.: Tractatus de statu religiosorum. Incipit fol. 1: Titulus decimus sextus. De statu religiosorum. Cap. 1. Explicit fol. 90: . . . in illis locis contraria consuetudo excusat a solucione ejusmodi. - 2) HENRICUS DE LIPPIA, abbas S. Martini Colon.: Oratio in generali capitulo habita sub annum 1501. Incipit fol. 91: Amice commoda mihi tres panes . . . Explicit fol. 102v: . . . Jesus Christus pro nobis oblatus cui cum patre et spiritu sancto est honor et gloria in secula seculorum. Amen. - 3) THOMAS LYELL DE SCOTIA, hic. theol. (Universitätsrektor in Köln, vgl. Keussen, Matr. 291, 66): Sermo synodalis facta ad clerum Coloniensem altera die Remigii 1470. Incipit fol. 103: Percute pastorem et dispergentur oves . . . Explicit fol. 108v: . . decrevit ascendere mandat introire quod nobis concedat qui sine fine vivit et regnat. Amen. - 4) THOMAS LYELL DE SCOTIA: Collatio synodalis facta ad clerum Coloniensem fer. 6. proxima post Invocavit 1471. Incipit fol. 109: In omnibus exhibeamus nosmetipsos sicut dei ministros . . . Explicit fol. 114v: . . . reducat in ovile eterne beatitudinis in secula seculorum benedictus. Amen. - 5) ANONYMUS (Meyer Adam? s. oben): Collatio. Incipit fol. 115: Magnum profecto et amplissimum onus . . . . . . . Explicit fol. 120v: . . dei visio quod omnibus nobis concedat qui sine fine vivit et regnat. - 6) MEYER ADAM (Er ist Verfasser nach Hartzheim, Bibl. Colon. pg. 5): Liber de tribus votis. Incipit fol. 121: Nolite diligere mundum neque ea que in mundo sunt . . . Explicit fol. 170: Deus, qui nos pauperes tuos ab amore vano . . . pertingere valeamus. Per. Chr . . - 7) MEYER ADAM (Verf. nach Hartzheim, 1. c.): Tractatus de statu episcoporum, archiepiscoporum et patriarcharum (auf Pergament geschr.). Vorn schöne Initiale. Incipit fol. 171: Pro patribus nati sunt tibi filii . . . Explicit fol. 263: Explicit summaria Adami abbatis . . . . de qualitate episcopi nobilis expositio. (Es folgt ein Vers, der die 7 Kurfürsten aufzählt.) - 8) ANONYMUS (MeyerAdam?): Sermo nobilis facta Moguntie in monasterio, S. Jacobi O. S. B. anno 1469 in capitulo . . Incipit fol. 264: Emulatores legis estote . . . Explicit fol. 272: . . . in futuro pro bene gestis consequi premia sempiterna. Amen. - 9) ANONYMUS (Meyer?): De reddenda ratione in die judicii. Incipit fol. 273: Redde rationem villicationis tue . . Explicit fol. 283: . . . et da locum timori altissimi. - 10) fol. 283v. QUEDAM NOTABILIA collecta per Adamum Meyer abbatem (+ 1499 14. Febr). Ueber ihn: Löffler a. a. O. S. 5.

Holzdeckel in schwarzbraunem Lederband mit Pressung der Zeit. Oktav 203:237 mm. 294 Bl. (Moderne Paginierung ohne leere Blätter). Schutzblätter noch nicht abgelöst.

Herkunft: Abtei St. Martin, Köln. Handexemplar des Abtes Meyer.

Seite 16

248.

Pap.Hs. 15.-16. Jahrh.

ANONYMUS

1) DIE BEREYDINGE DES HERTEN.

Incipit fol. 1.: Hier beghinnet dat boeck dat geheiten ist die bereydinge des herten. - Bereit v herte ten heren. En dient hem alleen. Explicit fol. 176v: . . . hem gehadt sullen werden. Amen.

Deo gracia (sic). Hier eyndet dat boeck dat geheiten is bereydinge des fierten.

2) DIE WEERDICHEIT DER CARITATEN.

Incipit fol. 177: Hier beghint dat prologus van der caritaten der bruyt Jesu Christi . . . fol. 178: Hier beginnt die tractaet van die weerdicheit der caritaten. Nu ic schuven sal van der caritaten . . . Explicit fehlt, da das letzte Blatt fehlt.

Holzdeckel in braunem Lederband. Oktav, 214:140 mm. 335 Bl. Initialen blau und rot, mit gotischem Ornament und Randleisten fol. 1.

Herkunft: Kloster Jerusalem zu Venray (Holland). (Vgl. Schrift auf dem inneren vorderen Einbanddeckel).

249.

Pap.Hs. 1752.

CANON missarum sollemnium.

(Titelblatt): Canon missarum sollemnium manu conscriptum pro . . . . Francisco Gasparo de Francken-Siersdorff, episcopo Rodiopolitano, principis electoris Coloniensis suffraganeo . . . Vovebat ex affectu servus Carolus de Charlier imperialis abbatiae Malmundariensis capitularis et supprior. Malmundarii 10. 8. 1752. - Auf der Rückseite: Guter Kupferstich des genannten Bischofs nach einem Gemälde (unter dem Wappen steht: Peint par son très humble serviteur Felix Rhenasteine).

Incipit pag. 1: Praeparatio ad Missam . . . (Initiale P mit Wappen des Bischofs). Explicit pag. 60: Oratio post Missam . . . .

Schwarzer Ganzlederband mit Goldpressung und Goldschnitt. Gr.-Fol. 525:353 mm. 60 Seiten.

Herkunft: Genannter Bischof. - Johann Arnold Baron von und zum Pütz (vgl. Besitzvermerk auf dem Titelblatt).

250.

Perg.Hs. 15.-16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR in Weidenbach-Malweise. Initialen durchweg rot und blau. Mit Gold verzierte fol. 1 und 183.

Vorblatt: Sancta Dei genitrix semper virgo Maria . . .

Incipit fol. 1: Ecce dies veniunt . . . Explicit fol. 357: . . . Sumens illud Ave peccatorum miserere. - Auf dem Schutzblatt am Ende: Dorsalnotiz einer päpstlichen Bulle vom 6. 1. 1686 betr. Bestellung eines Koadjutors für einen Propst Egbert.

Holzdeckel in Schweinslederband mit Rahmenpressung. Metallverzierung und Schließen. Gr.-Fol. 430:300 mm. 357 Bl.

Herkunft: Domstift Köln?

Seite 17

251.

Pap.Hs. 1800.

MISSALE.

Incipit fol. 1 (Titelblatt): Missale proprium pro ecclesia parochiali sancti Aegidii in Hemmerich sub admodum reverendo et doctissimo domino Petro Josepho Plenz p. t. ibidem pastore conscriptum a me Antonio Cremer in Waldorf. Anno 1800.

Gr.-Fol. 305: 236 mm. 279 Bl. und Supplement. Holzdeckel in Schweinsleder, mit Pressung.

Herkunft: Pfarrkirche in Hemmerich.

252.

Pap.Hs. 1642-1647.

INVENTARIUM sive registrum instrumentorum documentorum brevium obligationum aliarumque scripturarum ad archivium parochiae s. Laurentii in Colonia pertinentium. Inchoatum anno 1642 per dominum Henricum Ketler J. U. L. et continuatum per Sibertum Staden, ambos praefate ecclesie aediles. - (Titelblatt.) Incipit fol. 1: Lit. A, Inventarisatio . . . Explicit fol. 72: Instrumentum admissionis ad canonicatum et praebendam in St. Andrea. Nr. 24.

Schweinslederband. Auf dem äußeren Vorderdeckel: Laurenz Cap. XV. Nr. 5. Inhalt der Schriften so im Archiv der Laurens-pfarr vorfindlich seynt 1642. Gr.-Fol. 320:207 mm. 72 Bl.

Herkunft: St. Laurenz-Pfarrkirche, Köln.

253.

Perg.Hs.. 14.-15. Jahrh. (1389-1420?).

MISSALE der Kirche von Rath (Raede, Raedt) bei Düsseldorf.

Vorn Kalendarium (der Januar fehlt). Da Rath bis 1695 unter der Pfarre Kreuzberg (der Pfarrkirche des Suitbertstiftes zu Kaiserswerth) stand, so weist das Kalendarium viele Benediktinerheilige und niederrheinische Heilige auf. Der Nachtrag der hl. Klara (fol. 3), der hl. Elisabeth (fol. 4a) und,der Messe des hl. Franziskus von Assisi (fol. 10) erklärt sich aus der Uebertragung der Seelsorge der Honschaft Rath seitens der Stiftsherrn von Kaiserswerth an den Rektor des Franziskanerinnenklosters (wohl stets eines Franziskaners) in Rath seit 1695 (vgl. Fabricius, Erläut. z. histor. Atlas d. Rheinprov. V. 1. S. 106-108). Von den Heiligen des Kalenders seien genannt: Suitbertus episc., Willeicus (Freund und Nachfolger Suitberts), Ludgerus, Bonifacius). (Da Visitatio B. M. V., 1389 für die ganze Kirche vorgeschrieben, schon von der ersten Hand im Kalender geschrieben ist und fol. 4 eine Eintragung von 1420 steht, dürfte das Missale zwischen 1389 und 1420 geschrieben sein) - fol. 4: handschr. Notiz betr. die Hoenschaft Raede und das Hunnenamt. fol. 5, 6 und 7 betr. Einkünfte der Kirche. fol. 6a wird der Rektor von Rath, Frater Antonius Müllem (wohl O. Fr. Min.) 8/6 1725 genannt. - Gegen Ende gotische Initiale T Seite 18 (Terribilis). Kanonbild leider verwischt. Initialen meist rot mit blauer Verzierung.

Incipit fol. 2 (fol. 1 fehlt): KL Februarius . . . . . Explicit fol. ult.: . . . humana quis audivit talia die co . . . (dann fehlt 1 Blatt).

Brauner Ganzlederband mit schlichter Pressung. Gr.-Fol. 306:235 mm.

Herkunft: Kirche von Rath, (= Unterrath) bei Düsseldorf.

254.

Pap.Hs. 17. Jahrh.

VON KLEINSORGEN, Gerhard (kurf. Rat unter 7 Kölner Erzbischöfen): Ecclesiastica historia Westphaliae vel antiquae Saxoniae, das ist Kirchen Historia des Landes Westphalen oder alt Sachsen . . 1. Teil. Buch 1-9.

Auf dem Titelblatt steht noch: Ego autem mihi persuasum habeo ecclesiasticam sane historiam a Monacho quodam consarcinatum esse, cum nihil contineat, quod dignum sit tanto viro. Berolini 28. März 1708. H. B. a Kleinsorgen. Eine spätere Hand aber fügt bei: Alii tamen aliter de hoc opusculo sentiunt.

Pappband. Gr.-Fol., 339:198 mm. 280 Bl.

Herkunft: Erzbischof von Spiegel., Köln. Signatur desselben: XIV. Ms. 16.

255.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR.

Incipit fol. 1: Adoremus Dominum . . . Beatus vir . . Initiale B achteckiger Stern; in der Mitte Kreis, darin Dreieck (Symbol der SS. Trinitas!). fol. 46. Initiale D (Engel aus Blumenkelch aufsteigend). fol. 71 und 95a: Initialen nach Art der Weidenbacher in Köln (?)

Holzdeckel in Schweinsleder (Rahmenpressung); mit kunstvollen Beschlägen und Schließen. Gr. 389:282 mm. 169 Bl.

Herkunft: Mönchs-Kloster der Diözese Lüttich oder in deren Nähe (vgl. die Auswahl in der Allerheiligenlitanei (fol. 127), ähnlich der in Hs. 260: Lambertus, Theodardus, Servatius, Trudo - viele Kölner Heilige fehlen! - Aldegundis, Gertrudis, fol. 140a: "monachorum suffragio". Am Schluß steht 2 mal.: Cornely (= Cornelimünster?).

256.

Pap.Hs. 1733.

MEMORIENBUCH des Kölner Domes, erneuert 1733.

fol. 1: Liber memoriarum seu anniversariorum ecclesiae metropolitanae Coloniensis fideliter descriptus et renovatus anno 1733 per Johannem Michaelem Straub Waldseensem suevum.

pag. 1-453: Memorienbuch. (Vgl. Lacomblet, Archiv II S. 2 ff., III S. 374 ff. - Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Heft 34, S. 15 ff. - Böhmer, Geschichtsquellen Deutschlands, Bd. III, S. 342.344).

Seite 19

pg. 466-586: Ergänzungen und auf das Memorienbuch bezügliche Urkunden (Kopien). pg. 466: Hi sunt missales denarii quos Camerarius dat de Camera. - 467: Hi sunt missales denarii quos dat major meringa. - 468: De tritico dominorum. De siligine. De avena. De vino. De denariis vini. - 473: Quibus temporibus et quot diebus ab obedientiario dentur meringae. - 475: Haec sunt de quibus dantur meringae per duodecim dies et fit memoria Conradi de Bure (Knipping, Regesten III 2, S. 380. Jörres, Urk.B. St. Gereon S. 154) quondam praepositi Coloniensis. - 477: Haec sunt bona, de quibus fit anniversarius Conradi sacerdotis de Bure . . . . - 478: De memoria Friderici de lapide diaconi. - 479: De bonis in Woringen . . . - 483: De hereditate Capituli Colon. sita in civitate Coloniensi. - 488: Item de hereditate in platea s. Marcelli, ubi quoadam fuit vinea. - 491: De waringa. - 493-497: De bonis in Koenigshoven, Mansteden, Efferen, Geyen, Mehlem, Ikhoven (bei Höningen), Esch (bei Kuchenheim). - 499-502: Urk. betr. Testament des Chorbischofs Joh. von Renneberg 12. 11. 1296 (Knipping, Regesten III 2. S. 381). - 503 f.: De memoria D. Theoderici de Bure Decani majoris ecclesiae Colon. (Knipping a. a. O. Jörres, Urk.B. St. Gereon S. 154). - 505: De bonis Gerardi de Xanctis Vicarii Colon. - 506: De memoria Arnoldi de Elslo canonici Colon. (1270 genannt, war 1293 1/7 tot. Vgl. Ennen, Quellen III 20, 349). - De memoria Wilhelmi plebani in Loverken (Loverich, Kr. Geilenkirchen, vgl. Fabricius, Erläut. z. histor. Atlas d. Rheinprov. V 1, S. 77). - 507: Urkunde betr. Ankauf der Kurie des + Domherrn Jakob von Euskirchen (Knipping a. a. O.) durch den Domherrn Philipp von Greiffenstein (Kisky S. 50). 1299 fer. VI. post Dominicam Invocavit. - 508: De his quae de curte in Bozheim (= Boitzheim, Kr. Neuß) solvuntur annuatim. - 517: De bonis in Schuren (in Scheuren, Pfarre Borr, hatte das Domstift den Bongartshof. Vgl. Simons, Borr, Selbstverlag, 1931). - 518: Testament Peters van den Birkelen, Kanonikers an St. Caecilien, Köln (Michel, St. Cäcilien S. 64) 23. 4. 1356. - 522-530: Testament Johanns van dem Wolsack. 1. 12. 1363. Urkunde betr. Ausführung desselben. 1. 4. 1364 mit 2 darauf bezügl. Offizialsurkunden der Offiziale Joh. Huls 1364 Freitag nach dem 17. Aug. und Heinricus de Roz 1364 Samstag nach 15. Aug. - 531: Testament des Kanonikers und Domunterthesaurars (subcustodis) Gobelinus de St. Cuniberto 11. 3. 1361. - 534: Anordnung des Domdechanten und Domkapitels betr. Memorie des Priesterkanonikers Israel von Lagberg (Kisky S. 96). 1350 13/2. - Weitere Anordnung betr. dieselbe Memorie 7. 9. 1355. - 536: Betr. Memorie des Priesterkanonikers Israel von Lorwert (Kisky S. 96). - 539: Urkunde betr. Memorienstiftung des Domdechanten Philipp von Daun-Oberstein (Kisky S. 68), zu seinen Lebenzeiten errichtet Seite 20 1507 19. 11. (= des späteren Erzbischofs!). - 541: Urkunde betr. Memorie des + Domdechanten Reinhard III., Grafen zu Westerburg-Winningen (Kisky S. 89) 1540 16/7. - 542 (und 585): Testament des Priesterkanonikers Joh. Erwini von Ratingen (Kisky S. 94, später Generalvikar, vgl. Keussen, Matr. 252, 25. Güttsches in Jahrb. d. Köln. Gesch. V. 14 (1932) S. 43). 9. 8. 1516. - 543: Urkunde betr. Memorienstiftung des + Afterdechanten Thomas von Rieneck (Kisky S. 74. Klein im Wallraf-Richartz-Jahrbuch. N. F. Bd. I. Frankf. 1930. - S. 194 ff.). 29. 7. 1547. - 545: Urkunde betr. Exekution des Testamentes des Priesterkanonikers Dietrich Meinertzhagen (Roth in Kuphals Domfestschrift S. 289, Keussen, Matr. 362, 86), 30. 9. 1551. - Urk. betr. Testament des Priesterkanonikers Nikolaus Steinweg (Ruth S. 289, Keussen, Matr. 447, 58), 1553, 1513. - 547: Urk. betr. Testament des Priesterkanonikers Peter Kannengießer (Rotte S. 289; später Generalvikar, vgl. Güttsches a. a. O. S. 50. Keussen, Matr. 487, 62), 27. 9. 1553. - 552: Urkunde betr. Stiftung des Altars des hl. Gregor v. Spoleto und des Pfarrhauses von St. Maria im Pesch durch den Domvikar Heinrich von Blanckenberg 13/5 1302. - 554: Urk. betr. Messenstiftungen des Priesterkanonikers Degenhard Witte (Ruth. S. 288). -557: Urk. betr. Entlastung der Exekutoren des Testaments des Domvikars Joh. Hasfort 1555 5. 4. - 558: Auszug aus dem Testament des Domvik. Joh. v. Zülpich 1555 12. 11. - 559: Testament des Domscholasters Johann Grafen von Eppenstein-Münzenberg-Diez (Kisky S. 49) 1533 7. 3. - 565: Reversal des Domkapitel betr. diese Stiftung 1538, Juni. - 567: Erzbischof Hermann V. bestätigt diese Stiftung 20. 1. 1528. - 568: Verschreibung von 1200 Fl. betr. Güter zu Hilden und Haan 1520 20. 11. - 569: Urk. betr. Stiftung des Patroklusaltars im Dom durch den Priesterkanoniker Heinrich Steinweg, Propst von Soest und von St. Georg in Köln, (Kisky S. 98. Keussen, Matr. 256, 20, später Generalvikar vgl. Güttsches a. a. O. S. 40 f.) 19. 1. 1498. - 576: Urkunde betr. Memorie des Domvikars Bernard Stratmann 11. 7. 1541. - 580: Offizialatsurkunde betr. Memorien des Vikars an St. Kolumba Bernard Borchorst 19. 12. 1555. - 586: Klauseln des Testaments des Domvikars und Sekretärs Wessel Anchum (+ 16. 5. 1564).

587-599: Index.

Alte Signatur: Dom. Caps. IX. Nr. 2, darüber auf dem Einbandrücken: Liber memoriarum . . . Eccl. Metr. Colon. Renovatus 1733. Gr.-Fol. 450:266 mm. 599 Bl. Brauner Halblederband.

Herkunft: Domstift, Köln.

257.

Perg.Hs. 1473, 20/12.

MISSALE für den Offizianten der St. Maria-Magdalenen-Bruderschaft der Pfarrkirche St. Laurenz, Köln.

Seite 21

fol. 1: Notum sit, quod fraternitas sancte Marie Magdalene in ecclesia parochialis. Laurencii comparavit hoc missale. Anno domini millesimo quadringentesimo septuagesimoa tertio in vigilia s. Thome apostoli. Quod cum calice et certis ornamentis prius per eam comparatis dedit et assignavit in usum divini cultus solum per officiantem dicte fraternitatis celebrandi.

Sehr schönes Kanonbild in Malweise der Weidenbacher, ähnlich in Hs. 151 der Domibibliothek und in Hs. 269 der Diöz.Bibliothek Köln.

Incipit fol. 1: Ad te, Domine, levavi . . . . Explicit fol. penult.: . . . lucet sedula collocet per saecula. [Nachtrag: Hymne: Gaude, felix Agrippina].

Holzdeckel in braunem Lederband mit Lederumhüllung. Initialen rot und blau, Größe: 390:265 mm. 124 Bl. mit Nachträgen.

Herkunft: St. Laurenz-Pfarrkirche, Köln.

258.

Perg.Hs. 1461-1498.

MISSALE für den Offizianten des Kreuzaltares in der St. Laurenz-Pfarrkirche in Köln, geschenkt vom Altarstifter Goswin Stralen.

Auf der 2. Seite des Vorblattes steht: Hoc altare quod in parochiali ecclesia sancti Laurencii civitatis Coloniensis situatum super testitudinem lateris ecclesie versus meridiem consecratum anno domini 1461. In honorem S.S. Crucis et gloriose virginis marie sanctorumque Johannis baptiste et Johannis evangeliste Trium Regum Laurencii Viti Valentini martyrum. Dies vero dedicacionis celebrabitur: Inventionis sancte crucis. Erectumque fundatum est per providum et discretum Goswinum de Stralen civem Coloniensem, ob salutem et memoriam Marie sue uxoris suorum progenitorum et vivorum et defunctorum. Contulit insuper idem Goswinus praedicto altare (sic!) librum hoc missale calicem argenteum deauratum in pondere duobus marcis cum ceteris ornamentis scilicet tabulam depictam et aliis indumentis ad celebrandum pertinentibus hoc modo videlicet ut apud predictum altare perpetuo tempore maneant et nullibi deportentur. Intendens in posterum Deo favente juxta exigenciam facultatis sue illud dotare. Rogans omnes in isto altare celebrantes et predictis ornamentis et indumentis utentibus ut memoriam sui suorumque progenitorum et amicorum vivorum et defunctorum habeant ut Deus eis simul requiem eternam et suam perpetuam pacem concedere dignetur. Amen. - Es folgt ein Nachtrag von 1498: Anno domini millesimo quadringentesimo nonagesimo octavo die vero tercia mensis octobris obiit honorabilis et circumspectus vir dominus Goiswynus Stralen sepius quondam hujus inclite civitatis Coloniensis burgimagister et reddituarius necnon magister fabrice huius ecclesie parochialis sancti Laurencii. Qui Seite 22 ecclesiam suis expositis struxit fundavit et dotavit capellam et altare cum suis ornamentis et clenodiis super hanc testitudinem versus Capitolium in predicta ecclesia sancti Laurencii situatam. Cuius anima uxoris ambarum proliumque in pace requiescant sempiterna. Amen.

Initialen im allgemeinen rot-blau, einige mit Goldschmuck.

Incipit fol. 1: Ad te domine levavi . . . Initiale A ähnlich der in Hs. 257; das Kanonbild zeigt aber leidenschaftlichen Schmerz der 3 Personen Jesu, Mariä und Johannes. - Explicit fol. 267: . . . audientibus criminalium et venialiuim omnium poenas relaxavit.

Gr.-Fol. 379:280 mm. Holzdeckel in Schutzlederband. 267 Bl.

Herkunft: St. Laurenz-Pfarrkirche, Köln.

259.

Perg.Hs. 14.-15. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR der Johanniterkommende zu Lage (im ehemaligen Stift Osnabrück, Kreise Bersenbrück; heute ein Gut).

Vorn wertvolle Notizen zur Geschichte der Kommende, veröffentlicht von Dompropst Dr. Berlage (Köln) in den "Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Osnabrück", 28 (1903) 288 ff. Weitere Literatur über die um 1245 gegründete Kommende bei Hoogeweg, Verzeichnis der Stifter und Klöster Niedersachsens . . . . Hannover und Leipzig 1908, S. 76. (Freundl. Mitteilung des Herrn Archivdirektors Dr. Schmitz-Kallenberg in Münster i. W.) - fol. 1: Initiale E mit gotischen Verzierungen (2 leere Wappenschilder). Incipit: Ecce dies veniunt . . . fol. 58. In exaltatione s. Crucis. Istud festem preveniatur in lage propter festum dedicationis ad primas vesperas cum antiphona Nativitas gloriose . . . . . (vgl. Graduale von Steinfurt Hs. 262). Explicit fol. 74 v: Martinus . . . dives.

Holzdeckel in Schweinsleder mit Metallbeschlägen. Schließen fehlen. 2°. 428:310 mm. 137 + 75 Bl.

Herkunft: Kommende Lage s. oben. (Ueber Einkünfte des Kölner Domstifts aus "Lagge" (?) vgl. Lacomblet, Arch. II, 21. = Lage oder Laehem bei Köln-Merkenich?).

260.

Perg.Hs. ca. 1320.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (Psalterium) eines Praemonstratenserklosters in der Diözese Lüttich oder in der Nähe derselben (vgl. Initiale fol. 1 und die Allerheiligenlitanei). Vgl. Hs. 255.

Incipit fol. 1: Beatus vir qui non abiit . . Initiale B zeigt einen schlanken weißen Mönch knieend vor Maria mit dem ihn segnenden Kinde; Maria schaut ihn freundlich an. Im Heiligenschein des Mönches (das Gesicht ist verwischt) liest man: HERMA I SA. Ueber dem A des ersten Wortes ist ein Kürzungszeichen. Nach freundl. Mitteilung,des Hochw. Hr. Pfarrers Corsten und des Herrn Dr. Weiler ist zu lesen: Herma(ni) J(osephi) salve, d. h. der Gruß Seite 23 des sel. Hermann. Josef an Maria (oder es sind Worte Mariens: Hermane Josephe, salve?). Aus Steinfeld ist aber die Hs. nicht, weil in der Litanei fol. 116a der hl. Potentinus und die Kölner Martyrinnen, die Hermann so sehr verehrte, fehlen. Eher könnte sie aus der Abtei Tongerloo sein. - Unter St. Hermann ist fol. 1 David mit der Harfe dargestellt. - fol. 17a: Dommus illuminatio mea. Initiale D: David, dem Christus erscheint, zeigt auf seine Augen. - fol. 27a: Dixi custodiam vias meas . . Initiale D: David die Hand auf den Mund legend; ihm erscheint Christus. - fol. 36a: Dixit insipiens in corde suo. Initiale D zeigt den Toren auf einem Hunde reitend, in der einen Hand eine rote Fackel (? ), in der andern Hand eine weiße Kugel erhoben haltend. - fol. 46: Salvum me fac . . Oben Christus mit Mandorla und Weltkugel, unten David in einer Wasserflut, die Hände flehend erhoben. - fol. 57: Exultate deo adjutori nostro. Initiale E: David schlägt sitzend an 3 Glocken mit 2 Hämmern. - fol. 116a Allerheiligen-Litanei: nach "Stephane" folgt sofort: Lamberte, später Theodarde, Leodigare, Servati, Remacle, Amande, Ursmar, Trudo, Aldegundis. - Alles Heilige, die auf das heutige Belgien hinweisen. Im Nachtrag (als die Hs. schon dem Kölner Dom gehörte?): Felix und Nabor beigefügt fol. XIII Nachtr. Nach Nativitas B. M. V. und vor St. Michael: Dedicatio ecclesie (fol. XIVa Nachtr.).

Gr.-Fol. 362:265 mm, 121 Bl. und LXXXVIII Bl.

Herkunft: Prämonstratenserkloster der Diöz. Lüttich oder in ihrer Nähe.

261.

Hs. 14.-15. Jahr.

MESS-ANTIPHONAR (Graduale). Sehr schöne Initialen.

Fol. 1: Incipit: Ad te domine levavi . . Initiale: David mit Harfe. fol. 16: Weihnachtsbild: Maria anbetend, Josef schlafend. fol. 22a: Dreikönigsbild. fol. 109a: Osterbild. 127a: Christi Himmelfahrt. 142: Te igitur . . . Gregoriusmesse. 148: Pfingstbild: Apostel ohne Maria. - fol. 1 (rote Paginierung): St. Lucias Martertod. fol. 12 (rote Pag.): Mariä Lichtmeß.

Holzdeckel in grauem Rinds-(?)Leder mit Metallverzierungen; Schließen abgefallen. - Gr.-Fol. 383:280 mm, 196 Bl. (schwarze Paginierung) und 95 Bl. (rote Pag.) und Nachträge.

Herkunft: Domstift, Köln?

262.

Perg.Hs. 16. Jahrh.

MESS-ANTIPHONAR (Graduale) der Johanniterkommende Burgsteinfurt. Initialen mit Blumenornament, z. B. Ostern, Dreifaltigkeit, St. Joh. Baptist, Peter und Paul.

Incipit fol. 1: Hic incipit Graduale secundum ordinarium fratrum ordinis St. Johannis Baptistae jherosolymitanensis. fol. 174. In commemoratione sancti Willibrordi patroni ecclesiae Stenfordensis. Seite 24 (Schmitz-Kallenberg, Monasticon Westfaliae pg. 14 gibt als Patron der Johanniterkommende Burgsteinfurt den hl. Johann Baptist an; Willibrord war wohl zweiter Patron; 24. Juni wird in dieser Hs. St. Johann Baptist nur Ordenspatron genannt.)

Holzdeckel in Schweinsleder mit Pressung, mit Metallverzierung. Gr.-Fol. 445: 326 mm. 252 Bl.

Herkunft: Kommende Steinfurt s. oben.

263.

Perg.Hs. Anfang des 14. Jahrh. (um 1320).

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (von Pfingsten bis Advent) der Kölner Domkirche (vgl. Initiale Peter u. Paul, alle Kölner Heiligen, Felix und Nabor, Translatio Trium Regum). Die sehr schönen Initialen in nordfranzösisch-belgischer Malweise (mit Drolerien) erinnern an Hs. 149 der Diözesan-Bibliothek, Köln.

Incipit fol. 1: Christus resurgens a mortuis . . . fol. 4a: Pfingstbild. fol. 13a: Dreifaltigkeitsbild. fol. 77a: Peter und Paul. fol. 126a: Mariä Himmelfahrt. fol. 148: Mariä Geburt. fol. 168: Dedicatio ecclesiae (Himmelsleiter). Schon fol. 292 scheinen Nachträge des 16. Jahrh. zu beginnen: Initialen mit schlichter Ornamentik nach Weidenbach-Malweise.

Holzdeckel in Schweinsleder mit Pressung in Rahmenform mit Metallverzierung und 2 Schließen. - Gr.-Fol. 437:312 mm. 400 Bl.

Herkunft: Domstift, Köln, s. oben.

264.

Pap.Hs. um 1449.

AKTENBAND, enthaltend das gesammelte Material an Klageschriften und Beweisdokumenten, das die in der Soester Fehde feindlich zusammengetroffenen Parteien, Kurköln und Kleve, den Schiedsrichtern unterbreitet haben (mit beiliegendem Gutachten des Herrn Dr. Walter Stein, Köln). Gedruckt: Hansen, S. Fehde.

Gelber Lederband. 4°. 31/25 (22 cm dick).

Herkunft: Domstift, Köln.

265.

Perg.Hs. 1622.

OFFICIA Compassionis B. M. V., Nominis Jesu, auf Kosten des Kölner Domkapitels für den Chorgebrauch geschrieben durch Nikolaus von Neuß (Novesianus). (Vgl. Inschrift auf dem inneren vorderen Einbanddeckel.) 2 Initialen mit Blumenornamentik, sonst blau und rot.

Incipit fol. 1: Stabat mater . . . Explicit fol. ult.: . . . ne tantis beneficiis . . . . . irrogans. Tu autem. - Initialen blau und rot. Gr. Fol. 306: 214 mm. Schweinslederband. Initialen blau und rot. Herkunft: Domstift, Köln (vgl. die fast gleichen Hss. desselben Schreibers Nr. 406-408).

266.

Perg.- und Pap.Hs. 15. Jahrh.

Niederdeutsches (niederrheinisches) GEBETBUCH (Tagzeiten, Rosenkränze etc.). Einfache schöne gotische Initialen.

Seite 25

Incipit fol. 1: Her begynnen dye seven getyde van der gloriosen Maria, der heiligen opnerstantenisse ons lieven heren . . . - Explicit: . . . . . . up dat ich bleissende werde van mynnen in alle creaturen End edel vruchtber doich den brangen moisse. Amen.

8°. 141:99 mm. Brauner Lederbd. mit Pressung. Rücken defekt.

Herkunft: Sibylla Breuwer (vgl. Vorblatt)?

267.

Perg.Hs. Mitte 14. Jahrh.

OFFIZIUMS-ANTIPHONAR (fast vollständiges Brevier) der Kölner Domkirche (vgl. Vorblatt und Allerheillgenlitanei: Nach S. Joh. Bapt. sofort: Scti tres reges. Unter den Jungfrauen: Ursula, Pinnosa, Balbina, Cordula vgl. Levison in: Bonner Jahrb. 132, 29 ff.). Schöne Initialen mit Drolerien, ähnlich wie in der Hs. 260 oben (die übliche Illustration einzelner Psalmenanfänge).

Incipit fol. 13: Beatus vir . . . David mit Harfe. fol. 24a: Dixi custodiam vias meas: Wanderer, den Mantel am Stabe tragend, hält ein Hängeschloß?., fol. 29: Dixit insipiens. . Ein Mann mit weißer Kugel in der einen, einem weißen Stabe in der andern Hand. fol. 38a: Exultate deo adjutori nostro . . David sitzend, 4 Glocken mit 2 Hämmern schlagend. fol. 43a: Cantate Deo canticum . . . Mönche vor Chorpult singend. fol. 48a: Dixit Dominus . . Christus mit Weltkugel thronend (verwischt). fol. 49a: Dilexi quoniam exaudiet . . Christus? in weißem Gewande? 4 weiße Brode? haltend. fol. 53a: Allerheiligenlitanei (s. oben). fol. 72a: Vigilia def. Dasselbe Bild wie 49a (der gleiche Psalm). fol. 107: Deus omnium exauditor est . . David eine Hand zum Himmel hebend. fol. 171: St. Dionys von Paris, den Kopf in der Hand tragend. fol. 296: Hhl. Dreifaltigkeit. fol. 331a: Initiale abgerissen. fol. 360 und 369 (Nachtrag 16. Jahrh.): Weidenbacher Initiale.

Holzdeckel in Schweinsleder mit Pressung und Metallverzierung; eine Schließe fehlt. Gr.-Fol. 356:248 mm. 373 Bl.

Herkunft: Domstift, Köln, s. oben.

268.

Pap.Hs. 18. Jahrh.

FOSCARINI Marco (venetianischer Gesandter): Relazione del governo, forze militari, imposizioni, commercio, frontiere etc. degli stati di S. M. il Re de Sardegna.

Pappband. 4°. 255:189 mm. 77 Bl.

Herkunft: Besitzvermerk des Barons Ferdinand von Galen. Erzb. Spiegel. Alte Signatur: XIV. M. S. 20.

269.

Perg.Hs. 11. Jahrh.

EVANGELIENBUCH mit der Eidesformel für die Kaiser, die nach Aachen zur Krönung zogen und im Kölner Dom als Kanoniker Seite 25 eingeführt wunden. Hinten auch Eidesformeln für die Dignitäre, Kanoniker, Vikare etc. Leider hat die Malerei sehr gelitten.

Silberner Deckel in reicher Treibarbeit des Kölner Meisters Franz Weißweiler (zwischen 1682 und 1703): Kreuzigung im Spiegel und alttestamentliche Persönlichkeiten als getriebene Brust-Bilder in den getriebenen Evangelisten-Brustbildern zwischen reichem getriebenem Bandel- und Laubwerk in den 4 Ecken (vgl. Witte Fritz: Die Schatzkammer des Domes zu Köln, S. 24, 30).

Größe: 225:175 mm.

Herkunft: Domstift, Köln.

270.

Perg.Hs. 15. Jahrh.

EPISTELBUCH der Kölner Domkirche. Leider ist die Malerei sehr beschädigt.

Silberner Deckel in reicher Treibarbeit des Kölner Meisters Franz Weißweiler (zwischen 1682 und 1703): Paradies (Darstellung des Sündenfalls) im Spiegel und alttestamentliche Persönlichkeiten als getriebene Brustbilder in den Ecken (vgl. Witte a. a. O.). Größe: 219:149 mm.

Herkunft: Domstift, Köln.

271.

Perg.Hs. 1521-1525.

DIE HL. MACHABÄER, ihre Geschichte, ihre Reliquien, ihr Kloster in Köln. - Die Bezeichnung "Annalen des Kloster der Machabäer" ist unzutreffend. Es sind in der Hs. alle Quellen ausgeschrieben, die Johannes Cincinnius in seinem Buch über die hl. Machabäer anführt, dann dieses Buch selbst und einige Briefe und Urkunden. - fol. 2: Johannes von Oroningen, Abt von Werden, Kommissar des Machabäerklosters in Köln, an dessen Rektor Elias Marcaeus, Brief vom 26. Dez. 1521. Mit Wappen des Marcaeus. Prachtvolle Initialen!! Außerdem im Text 3 große Darstellungen der Machabäischen Mutter mit ihren 7 Söhnen (1. Ermahnung. 2. Gericht. 3. Martyrium).

Zuerst Bericht der hl. Schrift über die Machabäer-Martyrer, dann Bestätigungsurkunde des Erzb. Heinrich von Molenark von 1232, Okt. (Knipping III nr. 761) betr. die in seinem Auftrage 1228, 25. Sept. geschehene Konsekration der Kölner Machabäerkirche durch Johannes von Mytilene, Erzbischof von Cypern, dann: Erasmus von Rotterdam an Marcaeus: in libellum Josephi a se recognitum. - Jakob Magdalius Gaudensis (von Gouda) an Marcaeus betr. die Machabäische Mutter Salomona als Typus der sel. Jungfrau Maria. - Flavius Josephus: de imperio rationis sive de martyrio VII fratrum Machab. - Joh. Chrysosthomus: Homilie über die Machabäer. - Ambrosius in libro de sancto. Job et vita beata über die Machabäer. - Hieronymus ad Chromatium. (fol. 56a Seite 27 wird korrigiert: Gebeine der hl. Machabäer seien nicht in Antiochia, sondern seien von Rainald von Dassel nach Köln überführt worden!!.) - Rhabanus Maurus: Commentarius super l. Mach. - Cyprianus in libello ad Fortunatum. - Leo I. Papa: Sermo de Machab. - Bernardus Clarav., St.: in epistulis suis de Machab. Petrus Comestor: Scholastica historia. - Hugo Carrensis, Card. - Johann Beleth und Antoninius von Florenz in ihren Summen. Prudentius poeta. - Erasmus de Rotterdam: libellus de comparatione Virginis et Martyris, quem scripsit anno 1514 ad coetum monialium O. S. B. im monasterio Machab. Coloniensi. - Jacob Magdalius Gaudensis: Verse zum Lobe der Salomona. - Dann folgt das Werk des Johannes Cincinnius: Machabaeorum Martyrum agones. - Dann ein Brief des Cincinnius an Marcaeus 31/3 1520. - Dann Brief des Ortwin Gratius von Deventer an die Nonnen des Kölner Machabäerklosters 1524. - Dann die Urkunde Erzb. Philipps von Heinsberg zugunsten desselben Klosters von 1178 (Gedruckt Knipping II n. 1101). - Urkunde Johanns von Mytilene (s. oben) über die Konsekration der Klosterkirche 1228, 7 Kal. Oct. (= 25. Sept.).

Ueber das Machabäerkloster (Benediktinerinnen) vgl. Keussen, Topographie d. St. Köln II 2, S. 118b, 119 (dort weitere Literatur).

Größe: 277:200 mm.

Herkunft: Machabäerkloster, Köln. - Erzbischof Ferdinand August von Spiegel, Köln (Alte Signatur XIV. 1).

272.

Perg.Hs. 1478.

OFFICIUM DEFUNCTORUM zum Gebrauch der Kölner Domkanoniker (vgl. Explicit). Initialen meist rot und blau, nur fol. 1 und 39 Blumenornament.

Incipit fol. 1: Dilexi quoniam exaudiet Deus . . . Initiale D anscheinend von einem Buchmaler namens Sutoris, der sich mit der Jahreszahl 1553 in der Initiale verewigt hat. Von ihm ist auch die Initiale fol. 39, ebenso die so häufigen Drolerien, z. B. Männergesichter fol. 1a, 2.

Explicit fol. 55a: Scriptum per me fratrem Emundum Huydenroyd regularem professum domus Venerabilis Corporis Christi ad usum Canonicorum majoris ecclesiae Coloniensis. Anno domini. 1478. (Ueber die Augustiner im Kölner Kloster Herrenleichnam vgl. Keussen, Topogr. II 257 f.)

Einband 15. Jahrh. Holzdeckel in weißem Schweinsleder (Pressung in Rahmenform), 2 Schließen. Deck- und Schutzblätter Papier. Einspaltig. - 4°. 297:217 mm. 55 Bl.

Herkunft: Kölner Domstift, dann Priesterseminar; aus der Kölner Diözesanbibliothek, 25/2 1931 mit mündlich erteilter Erlaubnis des H. H. Generalvikars Dr. Vogt der Dombibliothek wiedergegeben.

Seite 28

273.

Perg.Hs. 17./18. Jahrh.

LIBER COLLECTARUM tripartitus der Kölner Domkirche (vgl. fol. 1: Widmung an die Patrone des Kölner Domes und nach dem Zwischen-Titelblatt fol. 43; fol. 44: Wappen des Domstifts).

Schöne Schrift der Zeit mit roten, blauen und goldenen Initialen; fol. 1 und fol. 43: blaues bzw. goldenes Bandornament.

Einband der Zeit. Holzdeckel in Schweinsleder. Pressung in Rahmenform. Deckblätter Papier. 4°. 285:200 mm. 413 Bl., doch fehlen Blätter am Ende.

Herkunft: Kölner Domstift, dann Priesterseminar; aus der Kölner Diözesanbibliothek Rückgabe an die Dombibliothek, wie zu Hs. 272 gesagt ist.

274.

Perg.Hs. 16. Jahrh. (um 1531).

MESS-ANTIPHONAR (Graduale) des Domstifts (vgl. fol. 18: Ganzseitige Dreikönigen-Bildinitiale). Die Jahreszahl 1531 in Initialen z. B. fol. 1 (fol. 39: 15. Cal. Mai).

Incipit fol. 1: Ad, te, Domine, levavi animam meam. - In der Initiale A: König David in einer Landschaft knieend, links oben Gott Vater. Die Ornamentik zeigt oben rechts: David als Sieger über Goliath, darunter Faunenpaar, links Venus, vgl. Katalog der kunsthistor. Ausstellung Düsseldorf 1904, Nr. 599; Beissel in: Zeitschr. f. christl. Kunst 18, 184. - In mehreren Initialen, z. B. fol. 37, 94, steht das Wort: "Widenbach" (also eine Hs aus der Werkstatt des Klosters Weidenbach). Maler der Hs. waren die dortigen Brüder Jakob von Emmerich (+ 1563) und Wolterus Arnem (+ 1555); vgl. ihre Namen in Initialen fol. 11v, 14, 43, 71, 88 (Jacobus Emb.) bzw. 28v, 73, 82v (Wolt. Ar.). Ueber diese Brüder vgl. Löffler in: Annalen d. hist. V. f. Ndrh. 103, 38 f. - Jakob von Emmerich malte auch die Hss. 172 und 240 der Erzdiözesanbibliothek.

Größe 368:490 mm.

Herkunft: Domstift, Köln.

275.

Pap.Hs. 1660.

EINNAHMEN UND AUSGABEN der Kammer der Stiftskirche Mariengraden in Köln, aufgestellt durch den Kanonikus und Kämmerer Johann Esser 1660.

Ohne Einband. Gr.-Fol. 324:214 mm. 82 Seiten.

Herkunft: Mariengradenstift, Köln. - Erzb. Ferd. Aug. v. Spiegel (Alte Signatur: XIV 46).

276.

Pap.Hs. 1730 12/7.

ANONYMUS: CONCLAVE nel quale e statu eletto al Sommo Ponteficato l' Emo Sig. Cardinale Lorenzo Corsini col nome di Clemente XII. (12. Luglio 1730) - Vorn Porträt des Papstes ...

- Seite 29 bis 45 fehlen hier [Handschriften und Lehensreverse des 16. Bis 18. Jahrhunderts] -

Seite 46

409.

Perg.Hs. 1714.

OFFICIUM S. Angeli Custodis, Exaltationis S. Crucis et S. Raphaelis Archangeli, geschrieben von dem ältesten Scholaren (= Psalteristen, scholaris major) der Kölner Domkirche Adolf Engels für diese 1714 (vgl. Explicit fol. ult.). Inschrift auf dem äußeren vorderen Einbanddeckel: In latere D. Praepositi pulpito secundo (vgl. Hss. 410-412). Initialen rot und blau, vorn eine in Gold.

Incipit fol. 1: Custodes hominum psallimus . . . - Explicit fol. ult.: Hic liber scriptus est per Adolphum Engels . . . 1714.

Gr.-Fol. 388:286 mm. Schweinslederband.

Herkunft: Domkirche Köln.

410.

Perg.Hs. 1714.

OFFICIUM S. Angeli Custodis etc. wie Hs. 409, geschrieben ganz gleich von demselben Adolf Engels.

Nur Größe 368:260 mm. Auf dem äußeren Vorderdeckel: In Latere Decani Pulpito primo. Auf dem inneren Vorderdeckel: . . . ad pulpitum concentoris . . .

Herkunft: Domstift, Köln.

411.

Perg.Hs. 1715.

OFFICIUM S. Angeli Custodis etc., ganz ähnlich geschrieben wie Hs. 409 und 410 für die Kölner Domkirche von deren Chorisocius (Psalterist?) Heinrich Knoch 1715 (vgl. Explicit).

Größe 366: 298 mm. Auf dem vorderen inneren und äußeren Einbandeckel: In latere Decani pulpito secundo.

Herkunft: Domstift, Köln.

412.

Perg.Hs. 18. Jahrh.

OFFICIUM Completorii per totum annum.

Gr.-Fol. 460:320 mm. Holzdeckel in braunem Leder mit Schweinslederrücken.

Herkunft: Domstift Köln.

413.

Perg.Hs. 18. Jahrh:

OFFICIUM Completorii per totum annum.

Ganz gleich geschrieben und gebunden wie Hs. 412.

Herkunft: Domstift, Köln.

414.

Perg.Hs. 1323.

ABLASSBRIEF 1323, Avignon (eingerahmt).

Franziskus, Bischof von Bosporus (Vosprensis) und viele andere benannte Bischöfe verleihen den Christgläubigen, die an bestimmten Tagen die Pfarrkirche St. Laurenz in Köln besuchen, einen Ablaß von 40 Tagen.

Links oben Miniatur: Darstellung des Martyriums des hl. Laurentius; oben stehen die Worte: Decius imperator und passio S. Laurentii. Gotisches Blattornament.

Größe: 321:305 mm. 1 Bl.

Herkunft: Pfarrkirche St, Laurenz, Köln.

415.

Perg.Hs. 634-643.

Fragment einer Urkunde oder des Reskripts des Königs SIGEBERT III. VON AUSTRASIEN (634-656), entnommen dem Einband der Hs. 11. Abgedruckt in Jaffé-Wattenbach: Codicum Eccl. Metrop. Colon. Catalogus, pg. 5. 101 sq. - Die im Fragment genannte Villa "Trib . . . ." ist höchst wahrscheinlich das früher so bedeutende Tribur, das Regino von Prüm "villa regia" nennt, zwischen Mainz und Oppenheim Zeile 4 wird die Kölner Bischofskirche zuerst (als dem hl. Petrus geweiht) genannt vgl. Zilliken in: Bonner Jahrb. 119 (1910) S. 22. Da nach der freilich unzuverlässigen Abschrift des früher größeren Fragments, die auf das Vorblatt der Hs. 8 geschrieben ist, Abbo (Goericus), Bischof von Metz (+ 643) zur Zeit der Ausstellung der Urkunde noch lebend erscheint, ist diese wohl zwischen 634 und 643 geschrieben.