Erweitertes Kurzkatalogisat: Köln, Dombibliothek, Codex 210.
Namen und Signaturen: Darmst. 2178
Titel: Kirchenrechtliche Sammelhandschrift
Entstehungszeit: 2. Hälfte 8. Jh.
Entstehungsort: Nordostfrankreich
Hauptsprache: Lateinisch
Beschreibstoff - Zusatz: Pergament
Incipit: Episcopus nom(en) a graeco ductum. os. sillaba in us. convertens....
Explicit: ...qui ordinati sunt ab officio repellentur ut arausicaru(m) finit.
Inhaltsangabe (nach:
Glaube und Wissen)
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1r Ursprünglich leer. Federprobe CANON DE DIVERSIS CAUSIS (8./9. Jh.).
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Titel: Collectio canonum Hibernensis in Auszügen (bis Titel 38, Kap. 18)
I. 2r - 121v
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2r Der Text beginnt ohne Titel und Kapitelzählung mit EPISCO pus nomen a greco ductum os sillaba - confundantur statim erubes ceptes qui dicunt mihi euge euge. Explicit Deo GRATIAS. Amen (vgl. Lib. I, Cap. I - Lib. XXXVIII, Cap. XVIII:Wasserschleben 1885, 3-146; Text weicht erheblich von der Edition ab; vgl. Finsterwalder 1929, 75 ). Der Teil enthält nur in Lage 2-5 (15r - 29r ; 41r - 45r ) eine rubrizierte Kapitelzählung von I-XC und CLIII CLXVIIII . Folgende Initialen sind besonders erwähnenswert:
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2v D(e inicio): Büste eines Mannes und Vogel,
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3v d(e eo): Büste eines Mannes und ausgestreckte Hand,
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4v d(e moribus): Pferdekopf,
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7r D(e): schnurrbärtiger Profilkopf und Vogelkopfende,
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7v d(e laico): Rosette und Vogel,
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17v P(resbiter): Fisch-Vogel,
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25v h(esidorus): Hundskopf,
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27v L(ectores): Hundskopf,
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34r d(e): zwei gegenständige Fische,
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64v d(e ordinacione): vegetabil, mit Vogelkopfenden,
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80v d(E): eingeschriebenes E,
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84v D(e furto): gegenständiges Fisch-Vogel-Paar,
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102r d(E) und 105r D(E): gegenständiges Vogelpaar.
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Titel: Canonessammlung (Buch I).
II. 122r - 128r
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122r Ohne Titel
Nach Finsterwalder (1929, 74f.) enthält diese Sammlung 56 Kapitel eigenen Charakters. Initialen:
Incipit: d(E) homicidiis vel adulteris vel furibus - Non oportet cum Judaes ullana mixtionem habere ... uter Vernensis synodus. Explicit liber primus.
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125r/v , 126r Q(ui): blattförmige Cauda.
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Titel: Canonessammlung (Buch II).
III. 128r - 151r
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128r Titel
Die Sammlung enthält zu Beginn ein Bruchstück aus der sog. Theodor-Überlieferung der Canones Hibernenses (Finsterwalder 1929, 315f. ) mit Ordinationen. Diese sind hierarchisch gegliedert: Bischöfe, Priester, Äbte, Äbtissinnen, Frauen und Witwen.
Incipit: IN ORDINATIONE EPISCOPI debet missam caelebrare - Qui palam aliquando arrepti sunt, non solum ad ullum ordinem clericatus adsumentur, sed etiam qui ordinati sunt ab offertio reppellentur ut viscarum finit.
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Ab 132r folgen sog. Theodor'sche Satzungen über Taufe, Essensgewohnheiten, Sodomie, Hurerei von männlichen und weiblichen Geistlichen (vgl. Finsterwalder 1929, 74f. ). Initiale:
128r I(N): Blattschmuck.
Buchschmuck (nach:
Zensus)
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Zierinitialen in brauner Federzeichnung, z.T. ausgefüllt mit Tier-, Pflanzen-, geometrischen Motiven sowie menschlichen Köpfen, insular beeinflußt.
Überblicksbeschreibung:- Kirchenrechtliche Sammelhandschrift Die kirchenrechtliche Sammelhandschrift besteht aus einer nicht gegliederten Zusammenstellung von Canones (Konzilsbeschlüssen), die nach verschiedenen Quellen exzerpiert wurden. Die erste Sammlung (I) hat viele Gemeinsamkeiten mit der 'Collectio Hibernensis', einer Sammlung irischer Herkunft, und kann als ein Auszug daraus bezeichnet werden (Mordek 1975). Wie schon Finsterwalder (1929) zeigte, kommt als Vorlage das Werk des Discipulus Umbrensium in Frage, das seinerseits mit dem Poenitentiale des (Pseudo-)Theodor von Canterbury (gest. 690) zusammenhängt. Zu dieser "Theodor-Überlieferung" gehört auch Teil II, der vor allem Bestimmungen über die kirchliche Ordination (Ämterbestellung) enthält, die u.a. auf den Konzilien von Orange (441), Karthago (418), Agde (506) und Chalkedon (451) geregelt wurden (Finsterwalder 1929, S.74). Ähnlich verhält es sich mit Teil III, der unter dem Gesichtspunkt der Bußordnung angelegt ist. Schon Wasserschleben (1885, S.XXVf.) nahm an, daß die Sammlung "nicht in Irland, sondern im fränkischen Reiche verfaßt" sei, was Handschriften dieses Typs in Cambrai und Chartres bekräftigen (Mordek 1975). Lowe (CLA VIII 1959, 1161 ) vermutete die Entstehung von Dom Hs.210 in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts in einem nordwestfranzösischen Skriptorium (Cambrai?), das in Kontakt mit insularen Zentren stand. Auf einen Entstehungsort in Frankreich weist auch die Initialornamentik der Handschrift, mit in den Buchstabenkörper integrierten gegenständigen Fischen (31v) oder Vögeln (97v, 105r). Beide Formen stammen aus dem Repertoire der merowingischen Buchmalerei. Fast gegensätzlich dazu verhalten sich die Zierbuchstaben der ersten Zeile von Folio 2r sowie eine Reihe nachfolgender Initialen, deren einfache Buchstabenkörper mit Folgen von jeweils drei pergamentausgesparten Kreisen und dünnen goldenen Balken gefüllt sind. Sie vertreten in gewisser Weise einen eigenen Stil und sind zumeist mit Büstenbildnissen im Profil oder en face gefüllt. Nordenfalk (Die spätantiken Zierbuchstaben, Stockholm 1970, S.144f., 220, Abb.35) fand entsprechende Beispiele in den Paulusbriefen der Codices Clm 6234 der Bayerischen Staatsbibliothek (München), entstanden zu Beginn des 6. Jahrhunderts in Afrika oder Spanien, und Ms.10 B. 4 im Rijksmuseum Meermanno-Westreenianum (Den Haag), das ebenso Initialen mit stilistisch unserer Handschrift verwandten Brustbildern enthält (CLA X 1963, 1572a ; Suppl. 1971, S.79). Lowe sah auch diese Canonessammlung in Nordfrankreich in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts entstanden. Bischoff folgte ihm (1981, S.17f. Anm.57) und präzisierte auf Nordostfrankreich (Umkreis von Reims). Autor des Textes: Anton von Euw
