Erweitertes Kurzkatalogisat: Köln, Dombibliothek, Codex 12.
Namen und Signaturen: Darmst. 1951
Titel: Hillinus-Codex
Entstehungszeit: zwischen 1010 und 1020
Entstehungsort: Von einem Reichenauer Maler und einem Seeoner (?) Schreiber in Köln gefertigt
Hauptsprache: Lateinisch
Secundo Folio: (3) Multimoda.
Beschreibstoff - Zusatz: Pergament
Incipit: Multimoda divinarum scripturarum assertione est inculcatum...
Explicit: ...resuscitabo eum novissimo die
Inhaltsangabe (nach:
Glaube und Wissen)
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2v - 3v Schreibereintrag und Widmung (Jaffé/Wattenbach 1874, 5f. ; Vöge 1891, 135 ).
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2v Schreibereintrag PRECE ET CARITATE HILLINI COLONIENSIS DOMUS CUIUSDAM CANONICI./NOS DUO NON SOLUM SPIRITU SED ETIAM CARNE GERMANI PURCHARDUS ET CHUONRADUS INVITATI ET COACTI. PRESENTEM LIBRUM ACCEPIMUS SCRIBENDUM AD ALTARE SANCTI PETRI INFRA MUROS COLONIAE PRINCIPALITER CONSTRUCTUM FIDELI DEVOTIONE TRADENDUM./DATORIS QUIDEM PREMIUM QUIA NOMINUS CERTUM. NOSTRUM QUOQUE PRO QUALITATE MERITORUM SPERAMUS PROPICIUM. LECTOR AMANDE TUI SIMUL ET MISERERE NOSTRI.
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3r/v Widmung des Codex durch Hillinus an den hl. Petrus MULTIMODA DIVINARUM - INREMISSIVA.
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Titel: Vorreden zur Übersetzung der Evangelien durch Hieronymus
4v - 16r
und Kanontafeln.
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4v Autorenportrait des hl. Hieronymus mit zwei Schreibern.
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5r B(EATO PAPAE DAMASO HIERONYMUS. NOVUM OPUS FACERE ME COGIS) (Stegmüller 595 ). Hieronymus schildert seine Bedenken der ihm gestellten Aufgabe gegenüber.
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7r P(LURES FUISSE) (Stegmüller 596 ). Erklärungen des Hieronymus zu der Vierzahl der Evangelien, zu den Evangelisten und deren Symbolen.
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8v SCIENDUM ETIAM (Stegmüller 601 ). Dem Hieronymus fälschlich zugeschriebene Erklärung zur Benutzung der Kanontafeln.
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9r AMMONIUS QUIDEM (Stegmüller 581 ). Bericht des Eusebius über die Einrichtung der Kanontafeln und deren Gebrauch.
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9v Bricht ab mit Continuo scire pote.
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10v - 16r Zwölf Kanontafeln (2I, 3II, III, IV, V, VI-VIII, IX-XMt, XMk, Lk, XJo).
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Titel: Evangelienberichte von Leben, Sterben und Auferstehung Jesu.
16v - 202v
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16v Dedikationsbild. Hillinus überreicht den von ihm gestifteten Codex dem hl. Petrus.
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Titel: Evangelium nach Matthäus.
17r - 71v
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17r Vorrede M(ATTEUS EX IUDEA) (Stegmüller 590 ).
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18r Capitula beginnend mit NATIVITAS XPISTI MAGI COMMUNE (Anfang fehlt).
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22v Evangelist Matthäus mit Inschrift AFFIRMAT GENITUM MATHEUS VIRGINE XPISTUM (Schaller/Kölnsgen 447 ; MGH PP V, 449 ) - Matthäus bezeugt den aus der Jungfrau geborenen Christus.
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23r Initialzierseite L(IBER GENERATI onis). Hervorgehoben werden: 24r Mt 1,18 XPISTI AUTEM GENERATIO , 26v Mt 4,1 TUNC IHESUC DUCTUS EST IN desertum, 64r Mt 26,2 S(CITIS QUIA POST BIDUUM PASCHA) , 70v Mt 28,1 V(ESPERE AUTEM).
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Titel: Evangelium nach Markus.
72r - 104r
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72r Vorwort M(ARCUS EVANGELISTA) (Stegmüller 607 ).
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73v Bricht ab mit PRINCIPES INTERROGANT IHESUM ET CONDEMPNANT EUM .
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74r Initialzierseite I(NITIUM EVANGELII). Das Evangelistenbild fehlt.
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Titel: Evangelium nach Lukas.
105r - 161r
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105r Prolog L(UCAS SYRUS) (Stegmüller 620 ).
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106r Capitula Z(ACHARIAS VISIO ANGELO) .
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108v Bricht ab mit SABBATIS CURAT... hominis qui ex.
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109r Initialzierseite Q(UONIAM QUIDEM) : Vogel mit goldenem Gefieder. Das Evangelistenbild fehlt.
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152r Auf dem Seitensteg Zeichnung eines Stieres mit zurückgewandtem Kopf.
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Titel: Evangelium nach Johannes.
161v - 202v
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161v Vorrede h(IC EST IOHANNES) (Stegmüller 624 ).
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162v Bricht ab mit Ihesus super asinum sedit - grecis videre.
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163r Initialzierseite I(N PRINCIPIO ERAT VERBUM). Das Evangelistenbild fehlt.
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203r - 210r Capitulare evangeliorum beginnend mit der Weihnachtsvigil (Klauser 1972, 140-172 , mit Abweichungen).
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210v Leer. Innenspiegel hinten: altes Pergament; aufgeklebt der Restaurierungsbericht von 1981.
Buchschmuck (nach:
Zensus)
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Ganzseitige Miniaturen in Deckfarbenmalerei und Goldgrundierung auf: Fol. 4r Hieronymusbild,
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16v Dedikationsbild mit einer als authentisch geltenden Wiedergabe der Kölner Kathedralkirche (sog. Hildebalddom),
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22v Evangelist Matthaeus
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Fol. 23r , 74r , 109r und 163r Initialseiten mit Purpurgrundierung
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Fol. 10v - 16r prachtvolle zwölfteilige Kanonfolge
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verschiedene Schmuckinitialen mit vergoldetem Buchstabenkörper und vegetabilen bzw. zoomorphen Motiven.
Überblicksbeschreibung:- Hillinus-Codex Laut Schreibereintrag (2v) wurde das Evangeliar von den Brüdern Purchardus und Chuonradus für den ansonsten nicht nachweisbaren Kölner Domherrn Hillinus angefertigt, der im ungewöhnlich plazierten Dedikationsbild (16v) dem hl. Petrus das fertige Buch überreicht. Wenn auch nicht in Köln beheimatet, so weilten die beiden Brüder doch während der Arbeit an diesem Codex mit großer Wahrscheinlichkeit in der Stadt, wie es der schon genannte Eintrag zu Beginn des Evangeliars nahelegt. Das Lokalkolorit färbte vor allem auf das Dedikationsbild ab, dessen bekrönende Architektur den karolingischen Kölner Dom und dessen Fußboden die Deckplatte aus rotem und grünem Porphyr vom Grab Erzbischof Geros (969-976) vor dem Kreuzaltar des Domes darzustellen scheint. Eine solche, fast realistisch zu nennende Charakterisierung von Architektur ist in der ottonischen Zeit einmalig und wird daher nur mit Zurückhaltung zur Kenntnis genommen. Eine weitere Kölner Eigenart ist das Autorenportrait des Bibelübersetzers Hieronymus (347/348-419/420) zu Beginn der Handschrift. Während das Bildthema auf der Reichenau unbekannt ist, gehört es in Kölner Evangeliaren fast zur Standardausstattung. Dem Eintrag zu Beginn der Handschrift entsprechend können zwei an der Herstellung beteiligte Kräfte nachgewiesen werden (Hoffmann 1986). Der Schreiber wurde in der heute nach Seeon lokalisierten Schreibschule ausgebildet (vgl. Dom Hs.144; Kat.Nr.79) und war laut Hoffmann auch an einem Evangeliar in Erlangen beteiligt (Universitätsbibl., Ms.12). Verwandte Initialen mit lappigen Blättern, stumpfen Astenden und blütenartigen blauen Blättern finden sich z.B. auch in der Bamberger Benediktsregel (Staatsbibl., Ms.Lit.143) derselben Schule. Die Miniaturen und Initialzierseiten dagegen sind eindeutig aus der Reichenauer Tradition hervorgegangen und unterschiedlichen Vorlagen verpflichtet. Motivisch eng verwandt ist das Evangeliar Ottos III. (München, Staatsbibl., Clm 4453), das nicht nur die Initialzierseiten vorbildet, sondern auch Einzelmotive wie den struppigen Vogel der Lukasinitiale (109r). Gleichzeitig scheint eine Handschrift des Trierer Gregormeisters ihre Spuren in der Ausstattung hinterlassen zu haben. Das Matthäusbild (22v) gleicht verblüffend demjenigen seines Evangeliars aus der Sainte-Chapelle (Paris, Bibl. Nat., Lat. 8851), das auch im Reichenauer Perikopenbuch Heinrichs II. (München, Staatsbibl., Clm 4452) vorbildhaft wirkte, also in der Schule bekannt war, während sich Hieronymus an dem Gregorbild (Trier, Stadtbibl., Hs.171/1626) bzw. einem hypothetisch zu rekonstruierenden Hieronymusbild des Meisters orientiert (Schnitzler 1956). Auch einige der kleineren Initialen stehen in der Trier-Reichenauer Tradition (z.B. 17r; vgl. Berlin, Staatsbibl. PK, Ms. theol. lat. fol.34). Autor des Textes: Ulrike Surmann
