Langkatalogisat: Köln, Dombibliothek, Codex 210.
Alternative Identifikation(en):Sammeltitel:Incipit:-
Episcopus nom(en) a graeco ductum. os. sillaba in us. convertens.... (nach: Zensus)
Explicit:-
...qui ordinati sunt ab officio repellentur ut arausicaru(m) finit. (nach: Zensus)
Entstehungszeit:Entstehungsort:Hauptsprache:Beschreibstoff:Umfang:Lagenstruktur:-
Lagen 1-58, 610, 78-1, 88, 94+2, 108, 116, 126+3, 132+2, 146, 154+2, 164+2, 172+3, 18-216 ; (nach: Glaube und Wissen)
Seitennummerierung:Format:Schriftspiegel:Anzahl der Spalten:Gesamtbeschreibung des Layouts:-
Schriftspiegel 170 x 105 mm bzw. 165 x 101 mm (ab Fol.128) ; Blindliniierung, ab Fol.128 mit Versalienspalten ( 6 mm ); einspaltig; 20-26 Zeilen. (nach: Glaube und Wissen)
Schrift und Hände:-
Verschiedene Hände. (nach: Zensus)
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Lateinischer Text in brauner bis dunkelbrauner frühkarolingischer Minuskel, teilweise rubriziert; einige Lagen mit unzialen Titeln in Minium; (nach: Glaube und Wissen)
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manus librariorum diversae (nach: JafféWattenbach)
Einband:-
Einband: Pergament mit Streicheisenlinien über Pappe (Mitte 18. Jh.). (nach: Glaube und Wissen)
Zustand:-
Primis in quaternionibus et aurum adhibitum est, sed male praeparatum, quod paene totum evanuit, materia quadam viridi remanente. (nach: JafféWattenbach)
Inhaltlicher Überblick:-
Contenta libri in principio eius brevissime Knustius indicavit, qui etiam in Annalibus a Pertzio editis VIII, 628 eius fecit mentionem, sub n. 127, qui numerus manu nescio an ipsius Knustii tergo inscriptus est, mutatusque in 128. (nach: JafféWattenbach)
Überblicksbeschreibung:-
Kirchenrechtliche Sammelhandschrift Die kirchenrechtliche Sammelhandschrift besteht aus einer nicht gegliederten Zusammenstellung von Canones (Konzilsbeschlüssen), die nach verschiedenen Quellen exzerpiert wurden. Die erste Sammlung (I) hat viele Gemeinsamkeiten mit der 'Collectio Hibernensis', einer Sammlung irischer Herkunft, und kann als ein Auszug daraus bezeichnet werden (Mordek 1975). Wie schon Finsterwalder (1929) zeigte, kommt als Vorlage das Werk des Discipulus Umbrensium in Frage, das seinerseits mit dem Poenitentiale des (Pseudo-)Theodor von Canterbury (gest. 690) zusammenhängt. Zu dieser "Theodor-Überlieferung" gehört auch Teil II, der vor allem Bestimmungen über die kirchliche Ordination (Ämterbestellung) enthält, die u.a. auf den Konzilien von Orange (441), Karthago (418), Agde (506) und Chalkedon (451) geregelt wurden (Finsterwalder 1929, S.74). Ähnlich verhält es sich mit Teil III, der unter dem Gesichtspunkt der Bußordnung angelegt ist. Schon Wasserschleben (1885, S.XXVf.) nahm an, daß die Sammlung "nicht in Irland, sondern im fränkischen Reiche verfaßt" sei, was Handschriften dieses Typs in Cambrai und Chartres bekräftigen (Mordek 1975). Lowe (CLA VIII 1959, 1161 ) vermutete die Entstehung von Dom Hs.210 in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts in einem nordwestfranzösischen Skriptorium (Cambrai?), das in Kontakt mit insularen Zentren stand. Auf einen Entstehungsort in Frankreich weist auch die Initialornamentik der Handschrift, mit in den Buchstabenkörper integrierten gegenständigen Fischen (31v) oder Vögeln (97v, 105r). Beide Formen stammen aus dem Repertoire der merowingischen Buchmalerei. Fast gegensätzlich dazu verhalten sich die Zierbuchstaben der ersten Zeile von Folio 2r sowie eine Reihe nachfolgender Initialen, deren einfache Buchstabenkörper mit Folgen von jeweils drei pergamentausgesparten Kreisen und dünnen goldenen Balken gefüllt sind. Sie vertreten in gewisser Weise einen eigenen Stil und sind zumeist mit Büstenbildnissen im Profil oder en face gefüllt. Nordenfalk (Die spätantiken Zierbuchstaben, Stockholm 1970, S.144f., 220, Abb.35) fand entsprechende Beispiele in den Paulusbriefen der Codices Clm 6234 der Bayerischen Staatsbibliothek (München), entstanden zu Beginn des 6. Jahrhunderts in Afrika oder Spanien, und Ms.10 B. 4 im Rijksmuseum Meermanno-Westreenianum (Den Haag), das ebenso Initialen mit stilistisch unserer Handschrift verwandten Brustbildern enthält (CLA X 1963, 1572a ; Suppl. 1971, S.79). Lowe sah auch diese Canonessammlung in Nordfrankreich in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts entstanden. Bischoff folgte ihm (1981, S.17f. Anm.57) und präzisierte auf Nordostfrankreich (Umkreis von Reims). Autor des Textes: Anton von Euw (nach: Glaube und Wissen)
Inhaltsangabe (nach:
Zensus)
Incipit: Episcopus nom(en) a graeco ductum. os. sillaba in us. convertens....
Explicit: ...qui ordinati sunt ab officio repellentur ut arausicaru(m) finit.
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Fol. 1r als Titel in Capitalis geschrieben: Canon de diversis causis
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Fol. 2r - 121v Collectio Canonum Hibernensis, (lib. I-lib. XXXVIII). Der Text bricht in der Mitte des cap. 18 ab mit den Worten "qui dicunt mihi euge,euge. "Die in diesem Codex überlieferte Sammlung enthält zahlreiche Zusätze aus einer gallischen Sammlung, die im einzelnen in der Edition von Wasserschleben, a.a.O., angegeben sind. Prolog, Inhaltsverzeichnis und die Einteilung in Bücher fehlen. Fol. 2r - 121v
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Fol. 122r - 151r Collectio Canonum mit Regeln zur kirchlichen Disziplin in Anlehnung an griechische, nordafrikanische und fränkische Kanones und römische Dekretalen sowie an das Poenitentiale Theodors von Canterbury, das fast ganz in die Sammlung eingegangen ist.
Inhaltsangabe (nach:
Glaube und Wissen)
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1r Ursprünglich leer. Federprobe CANON DE DIVERSIS CAUSIS (8./9. Jh.).
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Titel: Collectio canonum Hibernensis in Auszügen (bis Titel 38, Kap. 18)
I. 2r - 121v
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2r Der Text beginnt ohne Titel und Kapitelzählung mit EPISCO pus nomen a greco ductum os sillaba - confundantur statim erubes ceptes qui dicunt mihi euge euge. Explicit Deo GRATIAS. Amen (vgl. Lib. I, Cap. I - Lib. XXXVIII, Cap. XVIII:Wasserschleben 1885, 3-146; Text weicht erheblich von der Edition ab; vgl. Finsterwalder 1929, 75 ). Der Teil enthält nur in Lage 2-5 (15r - 29r ; 41r - 45r ) eine rubrizierte Kapitelzählung von I-XC und CLIII CLXVIIII . Folgende Initialen sind besonders erwähnenswert:
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2v D(e inicio): Büste eines Mannes und Vogel,
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3v d(e eo): Büste eines Mannes und ausgestreckte Hand,
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4v d(e moribus): Pferdekopf,
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7r D(e): schnurrbärtiger Profilkopf und Vogelkopfende,
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7v d(e laico): Rosette und Vogel,
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17v P(resbiter): Fisch-Vogel,
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25v h(esidorus): Hundskopf,
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27v L(ectores): Hundskopf,
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34r d(e): zwei gegenständige Fische,
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64v d(e ordinacione): vegetabil, mit Vogelkopfenden,
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80v d(E): eingeschriebenes E,
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84v D(e furto): gegenständiges Fisch-Vogel-Paar,
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102r d(E) und 105r D(E): gegenständiges Vogelpaar.
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Titel: Canonessammlung (Buch I).
II. 122r - 128r
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122r Ohne Titel
Nach Finsterwalder (1929, 74f.) enthält diese Sammlung 56 Kapitel eigenen Charakters. Initialen:
Incipit: d(E) homicidiis vel adulteris vel furibus - Non oportet cum Judaes ullana mixtionem habere ... uter Vernensis synodus. Explicit liber primus.
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125r/v , 126r Q(ui): blattförmige Cauda.
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Titel: Canonessammlung (Buch II).
III. 128r - 151r
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128r Titel
Die Sammlung enthält zu Beginn ein Bruchstück aus der sog. Theodor-Überlieferung der Canones Hibernenses (Finsterwalder 1929, 315f. ) mit Ordinationen. Diese sind hierarchisch gegliedert: Bischöfe, Priester, Äbte, Äbtissinnen, Frauen und Witwen.
Incipit: IN ORDINATIONE EPISCOPI debet missam caelebrare - Qui palam aliquando arrepti sunt, non solum ad ullum ordinem clericatus adsumentur, sed etiam qui ordinati sunt ab offertio reppellentur ut viscarum finit.
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Ab 132r folgen sog. Theodor'sche Satzungen über Taufe, Essensgewohnheiten, Sodomie, Hurerei von männlichen und weiblichen Geistlichen (vgl. Finsterwalder 1929, 74f. ). Initiale:
128r I(N): Blattschmuck.
Inhaltsangabe (nach:
JafféWattenbach)
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Titel: Collectio Canonum Hibernensis
Foll. 1r - 121r .
de qua egit V. C. Maassen in libro: Geschichte der Quellen des kanonischen Rechts I, 877 . Folio 1r inscriptum est: CANON DE DIVERSIS CAVSIS. Folio 2r textus libri incipit: "EPISCOpus nomen a greco ductum. os. sillaba. in us. convertens. quod latini. superspeculator. sive superintentor. dicitur."Finitur Fol. 121v . "De eo. quod considerandum doctori quid cui quando qualiter loquatur. Gregorius ait. etenim doctor - dicunt mihi euge euge." EXPLC. DEO GRATIAS. Amen." Nec prologus adest, neque index capitum, nec divisio ulla librorum. Maxime autem convenire videtur cum codice illo Carnotensi, quem V. C. Schulte descripsit in Commentariis Academiae Vindobon. LIX, 458-460.
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Titel: Canonum collectio
Foll. 122r - 151r alia legitur
quae innititur THEODORI libro poenitentiali. "De homicidis vel adulteris vel furibus ut canones et lex romana constituit - repellentur ut arausicarum. finit." Egit de ea V. C. Wasserschleben in libro: Die Bussordnungen der abendländischen Kirche (Halle 1851) pag. 35.
Buchschmuck (nach:
Zensus)
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Zierinitialen in brauner Federzeichnung, z.T. ausgefüllt mit Tier-, Pflanzen-, geometrischen Motiven sowie menschlichen Köpfen, insular beeinflußt.
Buchschmuck (nach:
Glaube und Wissen)
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Zu Beginn der Canones einfache Majuskeln in Federzeichnung, manchmal mit Minium koloriert oder Zierinitialen in Federzeichnung mit vegetabilem, zoomorphem und anthropomorphem Schmuck; Anfangszeile in Capitalis mit brauner Tinte, stellenweise pergamentausgespart und vergoldet (2r ), ebenso die Initialen der ersten Lage.
Buchschmuck (nach:
JafféWattenbach)
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Quaterniones nonnulli rubro distincti sunt, alii non; Litterae capitales multae piscium aviumque formis exornatae sunt, aliae opere quasi musivo.
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In margine plurimis in locis positum est signum .
Geschichte der Handschrift:-
Aufgrund ihres Alters könnte die Handschrift zur Bibliothek Erzbischof Hildebalds (vor 787-818) gehört haben. Darmstadt 2178. (nach: Glaube und Wissen)
