Kurzkatalogisat: Köln, Dombibliothek, Codex 91.
Namen und Signaturen: "161" (earlier shelf mark, f. 1r)
Titel: Kirchenrechtliche Sammelhandschrift
Entstehungszeit: Ende 8. Jh.
Entstehungsort: Burgund (?)
Hauptsprache: Lateinisch
Beschreibstoff - Zusatz: Pergament
Incipit: Incipiunt capitula huius libri. 1 Ut omnis ministri e[c]clesiae sy(m)bolu(m)...
Explicit: ...non deb(et) abbate(m) cogere ad sinodu(m) ire nisi
Überblicksbeschreibung:- Kirchenrechtliche Sammelhandschrift Die Handschrift enthält mehrere kirchenrechtlich bedeutende Texte, von denen die 'Vetus Gallica' mit ihren Zusätzen (I-II) zu den ältesten Zeugen der in Frankreich (Lyon) im 1. Viertel des 7. Jahrhunderts entstandenen Sammlung von Canones und Decretales zählt. Nach den Untersuchungen von Mordek und Reynolds (1992, S.87ff.) beinhaltet unsere Handschrift Texte aus der sog. Autun-Redaktion der Sammlung (4r, 35v-36r, 48r). Ausschlaggebend für diese Version war das unter Bischof Leodegar (663-680) um 670 abgehaltene Konzil von Autun. Wann die insularen Bußbücher des Theodor von Canterbury (668-690) und Pseudo-Cummean (III-IV), fälschlich benannt nach Bischof Cummean von Clonfert (590-662), in die Sammlung Eingang fanden, ist ungewiß. Jedoch enthält diese Abschnitte auch Latinus 1603 der Bibliothèque Nationale in Paris, der textlich unserer Handschrift nächstverwandt ist und wahrscheinlich im Umkreis der Aachener Hofschule Karls des Großen (768-814) entstand. Die Sammlung wurde von mehreren gleichgeschulten Händen geschrieben, deren Initialornamentik ebenso einheitlich erscheint wie die Schrift. Im formalen Bestand und farblich steht sie der Initialkunst des merowingischen Skriptoriums von Corbie nahe. Die in hauchdünner Feder angelegten Initialen mit ihren Buchstabenkörpern in Minium, Gelb, Grün und Schwarz haben pergamentausgesparte Klammern, die den Buchstabenkörper so gliedern, daß seine Teile sich der Fischform nähern, ohne sie jedoch anzunehmen. Lowe (CLA VIII 1959, 1155 ) zog hinsichtlich der Schrift offenbar eine Entstehung des Buches in Burgund in Erwägung. Vielleicht spricht dafür auch dessen Textzusammenhang mit der genannten Autun-Redaktion der 'Collectio vetus Gallica' unter Bischof Leodegar von Autun. Autor des Textes: Anton von Euw
